Hands on: Tamron SP 45mm F/1.8 Di VC USD

Eine Woche später als geplant bekommt ihr nun endlich Nachschlag: Und zwar in zylindrischer Form.

Nach dem ‚Hands on‘ zum neuen 35-Millimeter-Tamron folgt nun ein weiteres zum Schwestermodell. Einer festen Brennweite mit 45 Millimetern und ansonsten mindestens ebenso ambitioniert. Dieser Artikel wird vermutlich ein wenig kürzer ausfallen, da vieles für beide Konstruktionen gilt und ich nicht alles nochmal wiederholen möchte, um regelmäßige Leser nicht zu langweilen.

Um euch ein umfassenderes Bild von den neuen SP-Tamrons zu machen, lest also auf jeden Fall auch den vorhergehenden Artikel.

Beide Modelle markieren eine Premium-Offensive seitens des Herstellers. Denn der hat sich eigentlich weitgehend auf zoomfähige Objektive spezialisiert und außer ein paar Makro-Modellen wie dem 90-Millimeter-Makro sonst nur schraub-und-vergrößer-Optiken im Portfolio. Bis jetzt.

Denn der Trend geht im SLR-Segment megapixelmäßig weiterhin haltlos nach oben und dem muss natürlich auch Tamron Rechnung tragen. Oder will es zumindest. Und zwar mit hochwertigen Festbrennweiten, die die detailhungrigen Sensoren mit dem versorgen können, was sie am liebsten mampfen: Details.

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Eindruck

hands-on_tamron-sp45mm_aufrechtVom äußerlichen her unterscheidet sich das 45-Millimeter-Tamron nicht sehr von der 35-Millimeter-Variante: elegant, minimalistisch und eine Art Edel-Kunststoff-Ummantelung. Nicht so viel Metall wie man es bei anderen „teuren“ Optiken gewohnt ist aber dafür eben auch nicht ganz so teuer und nicht ganz so schwer. Genauer gesagt rund 540 Gramm, was okay ist.

Aufgeprägt hat man auch hier das silberne SP-Siegel, das vermutlich auch weitere Produkte dieser Art in Zukunft tragen dürften. Beibehalten halt Tamron die griffige Gummierung des Stellrings. Und auch auf Wetterfestigkeit hat man geachtet. Das ganze Ding ist abgedichtet, auffällig wird das aber vor allem am Bajonett, denn das ist von einer Gummilippe umgeben.

Wie auch beim Schwestermodell gibt es an der Außenseite je einen Schalter für den Autofokus sowie den Stabi.

Eigenschaften

Auch bei dem 45er gilt: Stabilisierung ist ungewöhnlich, ist aber drin. Und das macht durchaus Spaß, denn dank AF und Bildstabilisierung sowie der passenden Brennweite für die meisten Standardaufgaben braucht man sich als Fotograf praktisch keine Gedanken mehr machen.

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Ähnlich wie beim Design der 35-Millimeter-Konstruktion erlaubt auch die des 45ers eine ungewöhnlich kurze Naheinstellgrenze. Die beträgt 29 Zentimeter und abzüglich der Länge des Objektivs kommt man somit auf knapp 19 Zentimeter an ein Motiv heran. Bedeutet einen auf Tuchfühlung gehenden Abbildungsmaßstab von maximal 1:3,4. Das ist nicht wirklich komplett Makro, aber schon recht viel Makro, um schöne Aufnahmen oder interessante formatfüllende Porträts machen zu können.

Performance

Die Performance des 45er-Tamrons ist erfreulich unauffällig. Heißt: Es macht schon vom haptischen, der AF-Geschwindigkeit und der Stabilisierung alles mit, was man so braucht. Aber auch hier gilt die Einschränkung, die ich schon bei der 35er-Schwester brachte: Kameras wie die Canon EOS 5D Mark II sind ihr altersmäßig eindeutig unterlegen. Der Fokus der Kamera ist einfach nicht schnell und präzise genug. Mit einem entsprechend moderneren Modell kann auch das Tamron noch spielend mithalten.

Schärfe beziehungsweise Auflösung? Beim 35er schrieb ich: „hervorragende Werte“ und das war wörtlich gemeint und ist mehr als ein Kompliment für ein Drittherstellerobjektiv.

Das 45er packt noch einmal eine Schippe drauf. Die Auflösung ist wirklich ausgezeichnet und über einen weiten Blendenbereich stabil. Da kommen nicht allzu viele andere Modelle hin. Hier hat Tamron ganze Arbeit geleistet, da sie doch bisher manchmal der Flexibilität den Vorrang vor absoluter Schärfe ließen.

Ich weiß nicht genau warum, aber man sieht es an den Fotos hier im Artikel: Bei besonders lichtstarken Optiken neige ich immer wieder dazu, mit der Sonne und dem Licht zu spielen. So natürlich auch beim SP 45. Da ergeben sich hier und da natürlich Grenzsituationen, in denen zum Beispiel chromatische Aberrationen auftauchen können. Das sind dann aber wirklich Extreme. Zumindest Lensflares kennt das neue Tamron praktisch überhaupt nicht.

Fazit

Der Premium-Start läuft gut für Tamron. Mit den beiden neuen SP-Modellen hat man sehr gute Arbeit abgeliefert, da kann man wenig gegen sagen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei je 1.099 Euro, was eine stolze Summe für eine Festbrennweite im Standardbereich ist (die zudem auch noch keine 1:1,4 hat).

Aber: bereits jetzt liegt der Straßenpreis um die 800 Euro und wird bis Weihnachten noch ein wenig fallen. Ist immer noch ein hübsches Sümmchen, aber meiner Meinung nach sein Geld wert. Mit den beiden SP-Tamrons bekommt man saubere und solide Technik, leichte Makrofähigkeiten und die komfortable Vollausstattung sowie einen gar nicht so üblen Bildlook.

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4 Gedanken zu “Hands on: Tamron SP 45mm F/1.8 Di VC USD

  1. „Die Auflösung ist wirklich ausgezeichnet und über einen weiten Brennweitenbereich stabil“.

    Wusste gar nicht, dass auch Festbrennweiten einen Brennweitenbereich haben… :D

    Hast Du mal den Wackeldackel verglichen mit anderen Optiken? Weil, das ist immer nur so eine checkbox, „hat Vibratonsreduzierung oder eben nicht“, aber wie gut das IS/OS/VR/SR dingsbums ist, will niemand gross wissen.. Ich bspw.habe für mich herausgefunden durch Probieren, dass Sigma die Technik beim 24-105 und 150-600 besser beherrscht als Nikon beim 105er Makro oder 70-200/4 VR und auch beim 300/4 VR.

    1. Hi Joachim!

      Klar haben die einen Brennweitenbereich – einen verdammt kurzen allerdings. ^^ Da sollte eigentlich Blendenbereich stehen. Habs geändert, danke fürs Finden. :)

      Stimmt, der Stabi wird selten intensiv getestet; es würde wohl auch erstmal einigen Aufwand bedeutet, da Standards zu etablieren, da sich die Techniken unterscheiden und diese je nach Brennweite auch unterschiedliche Aufgaben bewältigen müssen.

      Aber stimmt, die Sigma-Lösung ist schon ziemlich gut. Mit dem 45er da oben konnte ich noch 1/5 Sekunde aus der Hand halten. Das 70-200/4 VR habe ich zufällig auch gerade da. Das brachte es auf 1/10s und das Nikkor 200-500 habe ich mir auch gerade geschnappt: 1/13 Sekunde aus der Hand.

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