Die Milvus-Familie

Regelmäßige Vorbeistolperer haben es bemerkt: In den letzten Tagen hatte ich Ausfälle. Hier im Blog. Das ist der Grund dafür:

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Das ist die Milvus-Familie. Sechs brandneue Optiken von Zeiss, die vom Unternehmen am Donnerstag vorgestellt wurden und deren Entwicklung sie bis zum Release geheim halten konnten. Im Grunde also eine kleine Bandbreite an Objektiven, die für besonders hoch aufgelöste Sensoren ausgelegt sind und erstmal jeden wichtigen Arbeitsbereich abdecken: Weitwinkel, Reportage, Standardaufgaben, Porträt, Tele und Makro.

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Vorgestellt wurde Milvus bei Zeiss „zuhause“ in Oberkochen, wo unter anderem ich eingeladen war, um die Teile auszuprobieren. Das war ein sehr schönes, zweitätiges Event, bei dem man sehr viel Herumspielen und mit Experten von Zeiss, aber auch mit Fotografen sprechen konnte, die bereits seit ein paar Wochen im Geheimen mit Prototypen für Tests unterwegs waren: Drew Gardner, Timm Allrich und Michael Wartmann.

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Zeiss hat sich den Release der Objektive gut überlegt, immerhin dauerte die Entwicklung bereits mehrere Jahre. Dazu wurde ein Vorstellungsvideo gedreht:

Das ist also der Grund, warum ich die letzten Tage (und auch bis heute) nicht im Blog aktiv sein konnte. Ach, und ganz am Rand tauchte noch einer auf, den ich von einem Sony-Mitarbeiter Freitag morgen erfuhr: auf der IBC in Amsterdam hat Sony anscheinend „schon wieder“ eine neue Kamera vorgestellt: die Sony A7s II.


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8 Gedanken zu “Die Milvus-Familie

  1. Wo Du Dich überall rumtreibst… :D Es kocht auch bereits in allen anderen Fotoportalen ein wenig hoch. Wie reagiert Zeiss denn so bei der erstbesten Frage nach dem „Wo ist eigentlich der AF Knopf and diesem Teufelsding?“ Blieben Sie beim lahmen „höchste mechanische Präzision muss auf AF verzichten, wahre Fotokomponisten brauchen den sowieso nicht“-Schwurbel? Oder haben sie die Eier oder auch Eierstöcke für „wir haben keinen Bock auf Stress mit CaNikon, bloss weil wir ein bisschen AF-motoren kopierten“?

    1. Hey Joju.

      Ähnlich war auch meine Reaktion an die Zeiss-Leute: „Ich habe hier nur kaputte Milvus bekommen – bei keinem geht der Autofokus.“

      Die Antwort war relativ ausschweifend und drehte sich um die Konzeptionalisierung der Objektive. Sie seien nicht für Point-and-Shooter gemacht, sondern für bewusstes Fotografieren. Sie seien auch für Filmer gedacht, die keinen AF brauchen, stattdessen aber den De-Click-Blendenring bevorzugen und letztlich sei es auch eine Kostenfrage, da die Linsenkonstruktion auf möglichst hohem Niveau liegen soll, Komfort-Annehmlichkeiten wie AF aber zurück treten müssten. Stress-Vermeidung wäre denkbar, denn dass AF und exzellente Objektive gleichzeitig funktionieren, beweisen die Batis-Modelle.

      Interessant war aber auch, dass keiner der Berufsfotografen, mit denen ich sprach, den AF vermisst hat. Darunter war ein Landscahftsfotograf, ein Commercial- und ein Modefotograf. Letzterer sagte mir auch ganz klar: Ich will keinen AF, wenn ich dafür auf die optische Qualität verzichten müsste, die die Milvus jetzt haben.

      Wir konnten sie ja selbst ausprobieren – adaptiert an Sony A7er mit deren Fokushilfen fällt jede Diskussion unter den Tisch. Aber auch beim Model fotografieren kam ich erstaunlich gut manuell klar. Ich selbst würde mir auch einen AF wünschen, wäre bei den Milvus für mich aber kein Kaufkriterium.

  2. Achso und wenn Du mal wieder aus schwäbischen Gefilden zurückkehrst, kannst Du doch sicher was erhellendes über die Zeiss-Marketingmasche mit den lateinischen Vogelnamen wie Otus, Milvus, Loxia und den Purpurschwanzpapagei https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Touit_purpuratus&redirect=no verlautbaren, da Du zu den „gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“ gehörst :) Nicht alle dieser Vögel sind bekannt für scharfe Augen und da man dieses Brennweitenregister kaum für die Federviecher brauchen kann, es sei denn, für die ausgestopften, würde mich wirklich interessieren, ob wir mal ein Neophron oder ein sonstiges Viecherl von dieser Liste http://www.worldbirdnames.org/ioc-lists/family-index/ zu sehen bekommen. Bei 10580 Arten sollte doch sicher noch was dabei sein, um ein banales 50er erneut aufzupeppen.

    1. Also entweder weiß niemand mehr, wer auf die Vogelidee gekommen ist oder der schuldige will sich nicht mehr finden lassen. :)

      Letztlich geht es größtenteils um die Philosophie und wofür die Federviecher stehen:
      Otus: Eulen sind bekanntermaßen extrem gute Seher. Vor allem aber im Dunkeln. Ist eine Anspielung auf die kompromisslosen und hochgeöffneten Objektive.
      Touit: Die Purpurschwanzpapageien sind einfach nur gesellig und klein. Ich denke, das reichte Zeiss an Niedlichkeit für eine Namensgebung.
      Loxia: Die Vögel haben einen gekreuzten Schnabel, damit sie an die Samen von Zapfen an Nadelbäumen kommen. Also ein sehr kompaktes Werkzeug, mit dem man „tief eindringen“ kann. Die Loxias sind ebenfalls sehr kompakt und besitzen (wenn ich richtig aufgepasst habe) alle denselben Front-Durchmesser. Und das soll auch bei allen künftigen Modellen so bleiben.
      Batis: Diese Viecher tragen auch den wohlklingenden Namen „Schnäpperwürger“ und jagen Insekten, die sie sich auch aus dem Flug holen. Das fand Zeiss wohl ein passendes Bild für die Objektive, die erstmals den Zeiss-denkwürdigen Autofokus mitbringen.
      Milvus: Krankheit oder so. ^^ Naja, hier ist die Assoziation wohl ein kräftiger Jägervogel der sehr gute Augen hat, um Opfer zu erspähen.

      Die Aufpeppung deines 50ers dürfte dann wohl das „Milvus 1.4/50“ sein. Bei den DSLR-Optiken wird da so schnell nichts Neues kommen.

  3. Bei „Milvus“ assoziierte ich „Minus“, „Milben“ und „MILF“, nichts davon sonderlich positiv besetzt.

    Bei der Sony wären ja schon die Batis im AF zuhause – sind die denn soviel schlechter? Deine Bilder mit der A7RII fand ich total ansprechend. Aber die der Milben auch, sorry, der „Roten Milane“.

    Ja, mit einer guten Fokushilfe (dazu am besten einer auf Sensorebene) fände ich keinen AF unter bestimmten Umständen ganz befreiend. Erstens ist das Gefummel mit 51 Fokuspunkten (in Nikon FF) zähklebrig zum Einstellen und zweitens versaut mir das irgendwie permanent die Komposition, weil ich mehr auf de AF Punkt achte als aufs eigentlich Bild.

    Der obige Koffer, das sind so 8…9 k€?

    1. Ich musste bei „Milvus“ an einen Pilz denken. Oder ein Insektenvernichtungsmittel. ^^ MILF ist natürlich auch nicht schlecht…

      Die Batis sind ganz und gar nicht schlechter. Im Gegenteil: Ich hatte noch nie ein vergleichbares Objektiv an einer A7 und unter den „anderen“ waren hauptsächlich Zeiss-gebrandete Sonys. Einer der Ingenieure von Zeiss hat meinen Artikel zu den Batis ebenfalls gelesen und mich drauf angesprochen: „Richtig gut“, lautete sein Kommentar zu den Bildern dort.

      Das ist ein interessanter Punkt, den du da ansprichst: Die neue A7R II zum Beispiel hat dermaßen viele AF-Punkte und Felder, dass sie einen zweiten Modus hat: nicht einfach nur 1 Feld bei mittenzentrierter Messung, sondern 9 Felder direkt in der Mitte. Sie wird zwar dadurch noch genauer, aber sie kann auch leichter daneben liegen, wenn ich einen Laternenmast anvisiere. Tatsächlich nervt es, wenn der AF daneben liegt und sich nicht zu dem Motiv überreden lässt, das man will. Da korrigiert man, wendet sich, fokussiert neu – in der Zeit hätte man das Foto bereits haben können. Bei einem manuellen Fokus gibt es diese „Probleme“ erst gar nicht.

      Eine ganz gute Alternative ist die Fokusbestimmung mit dem Finger auf dem LCD – allerdings auch nicht das bequemste an einer SLR. Hatten wir das nicht neulich irgendwo, ob man den Fokuspunkt mit dem Finger auch bestimmen kann, wenn das Auge am Sucher hängt? Die neue Olympus OM-D E-M10 Mark II kann das übrigens auch, habe ich die Tage festgestellt.

      Deine Schätzung ist ziemlich gut: Da stecken etwa 8.700 Euro im Schaumstoff des Koffers. Das 35er liegt bei knapp 1k, Die Obergrenze markiert das 85er mit 1.800 Euronen.

  4. ja, so ein kleines Trackpad wäre für mich sinnvoller als noch mehr Knopfwarzen auf der Rückseite. Die Nikon Wippe ist jedenfalls an Lahmarschigkeit nur noch von der Canon Version an der G11 zu toppen – der Fokuspunkt sollte einfach schneller zu bewegen sein. Oder ganz anders gelöst werden. Auch der Wechsel von Hoch-zu Querformat – ich hab’s wieder abgeschaltet an der D810, es ist supoptimal. Wenn ich querformatig oben links fokussieren will, kann das hochformatig Mitte links oder ganz woanders sein.

    Der Daumen hat an der Rückseite sowieso zu viel zu tun, vorne sind 3 Finger unterbeschäftigt.

    So ein PhaseOne Rückteil hätte es ja schon, das feature mit dem touchscreen.

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