Dunkelkammerkunst 5: VSCO Film

In Teil 1 bis 3 von #dunkelkammerkunst ging es um Bildstile, RAW-Vorteile und deren Verarbeitung sowie einer Erklärung, was Presets sind. Diesmal widmen wir uns direkt einem der besten Preset-Packs, die ich kenne: VSCO Film.Processed with VSCOcam with f2 preset

Wie ich bereits beschrieben habe: kostenlose Presets für Raw-Konverter aufzuzählen ist eine fast unbezwingbare Aufgabe. Darum lasse ich das einfach und wünsch euch viel Glück beim Stöbern. :)
Naja, wenn ich mal über einen sehr guten und lohnenswerten Fund stolpere, werde ich das hier auf jeden Fall dennoch vermelden, bzw. könnt Ihr gern Bescheid sagen und etwas entsprechendes posten.
Auf jeden Fall möchte ich mich im Rahmen dieser Artikelserie eher auf kostenpflichtige Preset-Packs konzentieren. Aus mehreren Gründen.

Erstens, weil nicht jeder bereit ist oder nachvollziehen kann, warum man für so etwas Geld ausgeben sollte bzw. könnte. Denen kann ich vielleicht einen kleinen Einblick geben. Zweitens: weil ich die kostenpflichtigen Packs (im Rahmen meiner Empfehlungen) uneingeschränkt für die besseren halte, die man bekommen kann.

VSCO

Processed with VSCOcam with c2 presetDie Visual Supply Company ist ein Unternehmen, das sich auf die Unterstützung von Fotokünstlerin konzentriert. Es gibt ein kleines soziales Netzwerk, es gibt Software, die Shortcuts in Adobe Lightroom anbietet und eine App für iOS und Android. Dreh- und Angelpunkt sind aber die Preset-Packs unter dem Sammelbegriff „VSCO Film“, die seit ihrem Bestehen größtes Ansehen in der Szene genießen.

Die Besonderheit der VSCO-Presets ist, dass mit ihnen Filmsorten aufwändig simuliert werden. Den digitalen Bildern soll der Eindruck gegeben werden, als wären sie mit ganz bestimmten analogen Materialien aufgezeichnet worden. Hinzu kommen Objektiv- und Kameraprofile. Die sind in Lightroom oder DxO zwar schon eingebaut, aber (laut VSCO) ist es bei manchen Geräten nötig, Anpassungen zu machen, damit die Filmsimulation noch genauer wird.

vsco_packs

Derzeit gibt es sechs Pakete, die thematisch sortiert sind.

  • VSCO Film 01“ enthält moderne Filme, die heute noch zu kaufen sind wie den Fuji 160C oder den Kodak Portra 800 HC.
  • VSCO Film 02“ kümmert sich um klassische Filme, die eingestellt wurden oder äußerst rar verfügbar sind.
  • Das „VSCO Film 03“ gefällt mir ziemlich gut. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Instant-Filmen – ein paar von Fuji, alle wichtigen von Polaroid.
  • Diafilm-Simulation werden im „VSCO Film 04“ zusammengefasst,
  • in „VSCO Film 05“ gibt es „Archetype Films“. Eine Sammlung von Filmen, die als Massenprodukte während der goldenen Zeit des analogen Films verfügbar waren.
  • Und relativ neu ist „VSCO Film 06„, das Filme simuliert, die gepusht, gepullt oder cross entwickelt wurden.

Beispiel

Unten mal ein schönes Beispiel für das Hinzufügen eines VSCO-Filters. In diesem Fall handelt es sich um einen Kodak Professional Ektar 100 aus dem Paket “VSCO Film 05”, der dem blassen RAW eine gehörige Portion Leben einhaucht. Mich erinnert der Stil an übertrieben kolorierte Märchenfilme der 1950er und 1960er Jahre. Oder eben Dias.

dunkelkammerkunst-05_wood-original
Nikon D800, Nikkor 50mm f1.8, ISO 100, f2,5, 1/1250s, RAW
dunkelkammerkunst-05_wood-ektar
Nikon D800, Nikkor 50mm f1.8, ISO 100, f2,5, 1/1250s, Filter: Kodak Ektar 100, Kontrast gepusht, Blau-Stich
dunkelkammerkunst-05_wood-versus
Rechts: Filmsimulation, Links: RAW-Vorlage

Kompatibilität

VSCO Film konzentriert sich auf die Unterstützung von Adobe Lightroom. Für Version 3 des Programms ist nur noch das Pack 01 erhältlich, alle anderen sind mit Lightroom 4 und 5 kompatibel. Da Lightroom und Adobe Camera Raw ein ähnliches System verwenden, sind sie Packs auch für die Raw-Konverter-Photoshop-Kombinationen ab Photoshop CS6 verfügbar.

Processed with VSCOcam with f3 preset

Meinung

model: ekaterina
model: ekaterina

Nachdem ich VSCO Film entdeckt habe, habe ich mich sofort darin verliebt. „Designsoftware“ wie diese gibt es normalerweise nur im Apple-Universum und dank der Spezialisierung auf Adobe Lightroom steht sie auch PC-Nutzern zur Verfügung.

Wer bisher „nur“ kostenlose Presets kennt, wird von den Looks und der Qualität der VSCO-Filter überrascht sein. Bilder fühlen sich damit so viel analoger an. Die Stile liegen außerdem voll im Trend. Wer heutzutage auf den Spuren von zeitgemäßer/junger Fotografie wandelt, stößt unweigerlich auf VSCO-behandelte Fotos mit starkem analogen Look ohne dabei alt und herunter gekommen zu wirken.

Das ist nämlich das Wesentliche bei den VSCO-Filtern: es handelt sich nicht um Retro-Geklatsche, das einen Sepia-Filter auf eure Fotos klatscht und vielleicht noch Blendenflecke oder geknicktes Papier hinzugefügt. Vielmehr soll es „die Glorie“ eines Agfa-Films in die Neuzeit retten oder den eigenwillig gelben Look eines PX-70 unsterblich machen.

Unbedingt empfehlen kann ich das Pack 3 mit den Instant-Filmen und das Pack 5, die Archetype-Films. Gigantische Looks, an denen man sich kaum satt sehen kann, wenn man das analoge Gefühl mag.

Processed with VSCOcam with b6 preset

#dunkelkammerkunst:

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7 Gedanken zu “Dunkelkammerkunst 5: VSCO Film

  1. oh ja, sehr schön. ich stolpere ja immer wieder drüber und habe auch die app fürs iphone. irgendwie scheint es aber nicht zu meinem stil zu passen, meine fotos sehen mit den filtern von vsco nie schön aus, dabei gefallen sie mir bei anderen immer total gut :(

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