strangled V

Zorn.

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Ich stoße immer wieder mit Leuten zusammen, die (sich selbst Fotograf nennend), meine Art zu fotografieren kritisieren. Die sich auf möglicherweise mangelnde technischen Aspekte stürzen, um das ganze Bildgebäude mit Siegesgeheul niederzureißen. Auch für solche Leute ist die „strangled“-Serie geeignet.

Denn aufgenommen habe ich sie mit Studiobeleuchtung, einer Beauty-Dish plus ergänzende Softbox, einer Nikon D800 auf Stativ in maximaler Auflösung und natürlich in RAW sowie mit Blende f11, einer Verschlusszeit von 1/160 Sekunde und ISO 100.

Warum ich das alles hier angebe? Weil diese Kennwerte perfekte Voraussetzungen für ein perfektes Bild sind. Das Licht ist von Hand gesetzt, die Kamera kann nicht verwackeln, bietet maximales Bearbeitungspotential und riesige Auflösung. Die Blende sorgt für durchgängige Schärfe, der ISO-Wert für rauschfreie Bilder und die Verschlusszeit lässt praktisch keine Bewegungsunschärfe zu (das Model stand still).

Und dennoch ist das Bild verrauscht, verwischt, körnig, hart beleuchtet, punktuell ausgerissen.

Es hat mich eine Menge Arbeit (etwa 3,5h pro Bild) gekostet, um ein nahezu perfektes Modelfoto so zu „misshandeln“. Aber genau das war nötig.

Mehr!

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2 Gedanken zu “strangled V

  1. Hallo Mario,

    ist das Kunst oder kann das weg?

    In dieser Frage liegt die ganze Wahrheit. Was für den einen Kunst ist, ist für den anderen einfach nur Müll. Mit Menschen über Kunst zu diskutieren, egal welcher Art, verbietet sich quasi von selber. So sehr ich in deinem Blog an anderer Stelle schon kritisiert habe das Du manche HandsOn aus meiner Sicht nicht mit genügend Sorgfalt machst (ohne Stativ z.B.), so sehr liegt mir jede Diskussion zur künstlerischen Arbeit deines Bloggs fern.
    Natürlich gibt es hier Bilder die mir nicht gefallen, aber schon wenn ich sie Freunden oder Bekannten zeige kommt das ein oder andere „tolles Bild“. So gesehen solltest Du keine Gedanken über Leute machen die meinen deine Kunst kritisieren zu müssen, es ist schlichtweg nicht möglich Kunst zu Kritisieren. Trotzdem zeigt Dein Text hier das Du dir schon große Gedanke zu machen scheinst was andere zu den Bildern schreiben, was für Dich spricht. Wer nicht drüber nachdenkt was andere zu sagen haben wird sich kaum oder nur eingeschränkt weiterentwickeln.

    Also weiter so.

    Allerdings……….ein HandsOn von einem 4000€ Objektiv sollte schon auf einem Stativ stattfinden um dessen Möglichkeiten zu zeigen. Ja, ja, wenn ich nichts zu meckern hätte…..

    :-) ExDreamFoto

    1. Hi ExDream!

      Immer wieder ein Vergnügen, wenn du in einer alten Wunde bohrst, danke dir! :D

      Ja, na sicher – man kann das durchaus so rigoros auffassen und sagen, dass „über Geschmack streitet man nicht“ genauso auch für Kunst gilt.

      Ist auch überhaupt nicht abwegig, sehe ich im Grunde genauso. Umso mehr ärgert es mich ja auch, wenn Leute „Kunst“ auf technische Fertigkeit reduzieren wollen, um eine Angriffsfläche für Kritik zu finden, sollten diese nicht perfekt sein. Ich habe nichts gegen (konstruktive) Kritik, begrüße sie sogar, aber sie sollte angemessen sein.

      Und ja, das allgemeine Feedback dazu interessiert mich ebenfalls sehr. Schließlich ist Kunst immer auch etwas persönliches und im besten Fall mit einer Nachricht verbunden. Man möchte ja wissen, ob das ankommt. :) Ich bemerke aber auch, dass provokantere, abnormere Arbeiten, wie „strangled“ meist unkommentiert bleiben. Zu schwierig? Keine Ahnung…

      Gruß,
      Mario

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