Olympus OM-D E-M5 Mark II – Action Factory

Letzte Woche habe ich euch das neue Sahnestück aus dem Hause Olympus vorgestellt. Heute bekommt ihr einen Nachschlag.

Bereits im Hands on zur Olympus OM-D E-M5 Mark II habe ich sicherheitshalber erwähnt, dass ich zur Vorstellung der Kamera vom Hersteller nach Prag eingeladen wurde. Dort konnten Kollegen und ich einen Tag lang an die Kamera Hand anlegen und wurden durch eine wirklich toll organisierte Veranstaltung gescheucht, die innerhalb von vier Themengebieten die Highlights der Kamera vorstellen sollten.

Jetzt, nachdem ich die Kamera mal in Ruhe zur Hand hatte und euch meine eigene Meinung mit eigenen Bildern kund getan habe, möchte ich noch ein bisschen Material nachreichen, was beim Event entstanden ist. Veranstaltungsort war ein altes Wasserwerk in Prag mit weitläufigen Katakomben im Untergrund. Die Location dient als Museum und Drehort für Filme wie „Die Liga der Außergewöhnlichen Gentleman“ oder irgendeinen Teil von Mission Impossible, den ich vergessen habe.

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High Resolution Modus

Die OM-D E-M5 Mark II hat einen wirklich ausgefeilten und sehr performanten Bildstabilisator. Er basiert auf dem Sensor-Shift-Verfahren. Das heißt, dass der Sensor entgegen der jeweiligen Wackelbewegungen positioniert wird. Olympus nutzt die Möglichkeiten, um ein besonders hochauflösendes Foto zu schießen.

Dabei wird der 16-Megapixel-Sensor achtmal um jeweils einen halben Pixel verschoben. So können auch die Bereiche abgetastet werden, die normalerweise zwischen zwei Pixeln liegen. Aus dem Ergebnis errechnet die Kamera ein 40-Megapixel-Bild. Wer jetzt mitgerechnet hat, kommt auf eine wesentlich höhere Auflösung – tatsächlich wird aber nicht stur summiert, sondern durch die größere Verteilung grüner Pixel kommt ein abweichendes Ergebnis zustande.

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Ganz oben links ist eine verkleinerte Version des 16-Megapixel-Bilds zu sehen, rechts daneben eine verkleinerte Version des 40-Megapixel-Bilds. Man sieht in der Größe nur einen geringen Unterschied, auf jeden Fall wirkt das rechte etwas schärfer. Darunter ist ein 100-Prozent-Ausschnitt aus dem 40 Megapixel-Bild. Hier könnt ihr einen Blick auf das Original werfen – Achtung: rund 26 Megabyte groß!

Nachteil bei der Geschichte: Die Kamera muss absolut ruhig stehen. Also auf einem einbetonierten Stativ ohne jeden Lungenwind in der Nähe. Olympus baut nach eigener Aussage aber bereits an einer Verbesserung, die das Verfahren aus der Hand ermöglichen soll.

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Ein JPG in diesem Modus hat am Ende die Maße 7.296 x 5.472 Pixel – also vor allem in der Breite (wegen 4:3) ein Hauch mehr als ein Bild aus der Nikon D800 und wiegt nette 19 Megabyte. Ein im High-Res-Modus aufgenommenes RAW kommt sogar auf satte 100 Megabyte.

Live Composite

Die Olympus hat eine weitere Besonderheit: Sie ermöglicht Langzeitbelichtungen, bei denen man zwischendurch „den Stand der Dinge“ kontrollieren kann. Bei anderen Kameras klappt während einer Langzeitaufnahme der Spiegel hoch oder der Sucher wird ausgeblendet. Ist die Show vorüber, beendet man die Aufnahme und schaut sich das Ergebnis an.

Bei der Olympus läuft das anders. Sie macht als erstes ein schwarzes Bild, das als Verrechnungsgrundlage genommen wird. In einem definierbaren Intervall macht sie dann stets neue Bilder mit den festgelegten Belichtungseinstellungen und rechnet nur die hellen Bereiche in das schwarze Bild hinein. So sieht man zB in 5-Sekunden-Schritten, wie eine Langzeitbelichtung entsteht und kann einfach abbrechen, wenn es genug ist.

Besonders praktisch ist das beim Lightpainting. Dazu war die Künstlergruppe ZOLAQ aus Hamburg vor Ort. Zwei junge und talentierte Menschen, die keine Angst vor Kälte haben und stundenlang in einem feuchten und düsteren Keller (bzw. draußen) bei Minusgraden ausgeharrt haben.

Low-Light-Shooting

Für ein Modelshooting bei wenig Licht hat Olympus Patrick Ludolph von neunzehn72.de und sein Team einfliegen lassen. Bei ihm konnte man lichtstarke (und wirklich sehr gute) Optiken ausprobieren und mit wenig Licht stimmungsvolle Aufnahmen machen.

Das Setting hatte einen Steampunk-Touch, was sich bei den Maschinen im Werk natürlich anbot. Ausgeleuchtet wurde mit Dauerlicht von dedolight. Und ich muss schon sagen, die Olympus legte eine klasse Performance hin. Der Autofokus saß permanent felsenfest und fand auch in der Düsternis Kontraste und sogar Gesichter. Ehrlich gesagt, fand der Autofokus manchmal Gesichter, wo gar keine waren.

Gerade die Bilder an der Treppe waren eine gewisse Herausforderung. Als Key-Light gab es ein dedo direkt ins Gesicht des Models, ansonsten waren da nur die Öllampen. Danke an dieser Stelle nochmal an die Models, deren Namen ich leider nicht weiß, die aber trotz der Kälte super mitgemacht haben.

Filmen

Der überraschend gute Bildstabilisator hat noch einen weiteren Vorteil. Er ist nämlich so gut, dass er fast ein Steadicam-System ersetzen kann und ruhiges Filmen aus der Hand ermöglicht. Um das auszuprobieren, war ein Filmteam aus Finnland angereist: KAUAS.

Sie drehten einen Kurzfilm und wir Teilnehmer wurden als Kameramänner in ein paar der Action-Szenen mit einbezogen. Freiwillige bekamen also die Olympus in die Hand gedrückt und filmten einige Schlüsselszenen, die am Schluss in den fertigen Film hinein geschnitten wurden.

Die Mark II liefert dabei erstaunlich gute Bilder, das muss ich neidvoll zugeben. Der klappbare LCD reagiert extrem flüssig und hat man das richtige Objektiv angesetzt, ist der Autofokus rasend schnell. Er behält dabei aber dennoch etwa den Schauspieler im Fokus, auch wenn zwischen ihm und der Kamera in größer Nähe ein Hindernis vorbei fährt. Viele Leute vor Ort wollten wissen, warum die neue Olympus kein 4k aufzeichnet. Interessiert mich aber weniger – den Look finde ich toll und wer Ressourcen bei der Verarbeitung braucht, den wird freuen, dass die Videos mit fetten 77 Mbit pro Sekunde aufgezeichnet werden.

Ich selbst habe auch gefilmt – bei der Verfolgungszene im engen Tunnel mit dem Gegenlicht musste ich hinter den Leuten herrennen. Hat einen Riesenspaß gemacht. Nochmal Respekt an das Team von KAUAS, die haben sich da eine Menge Arbeit vorgenommen und bereits abends die Szenen fertig geschnitten, die tagsüber gedreht wurden. Auf Youtube und Vimeo lassen sich noch weitere Videos vom Event finden. Viele davon haben nochmal leicht andere Szenen, so dass man sieht, was jeweils neu und unterschiedlich gedreht wurde.

Fazit

Die neue OM-D E-M5 Mark II liefert ein verdammt attraktives Gesamtpaket in einem kompakten Gehäuse ab. Das Ding macht insgesamt einfach Spaß, das muss ich sogar als DSLR-Fanatiker zugeben.

Der High-Resolution-Modus ist momentan noch eher Spielerei und eine Option, den Stabilisator sinnvoll zu nutzen. Wirklich spaßig wird das ganze, wenn es aus der Hand funktioniert. Immerhin macht er bereits bei Filmaufnahmen eine ziemlich gute Figur und selten hat sich das Aufnehmen mit Kino-Feeling so einfach angefühlt.

Auch wenn die neue Oly keine astronomischen ISO-Zahlen aufbieten kann, wie etwa die Nikon D4s, so ist sie doch ein Low-Light-Monster, mit dem man äußerst stimmungsvolle Bilder machen kann.

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Mehr!

  • Das eigentliche Hands on zur Olympus OM-D E-M5 Mark II findet ihr hier.
  • Weitere voll aufgelöste Bilder zu meinen Hands On-Berichten sind hier zu finden.
  • Mehr Hands on-Berichte selbst zu verschiedensten Kameras und Objektiven gibt es hier.
  • Ausgewählte Arbeiten im mworkz.portfolio
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2 Gedanken zu “Olympus OM-D E-M5 Mark II – Action Factory

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