GibA: Erwin Olaf

Get inspired by Art (GibA): Heute zeige ich euch Werke, die direkt aus dem Leben stammen. Und dennoch gänzlich fremd zu sein scheinen.

Nach zwei Frauen in den letzten Wochen ist für die GibA-Reihe heute ein Mann an der Reihe. In den Kommentaren unter „lass ma was lernen“ habe ich ein Gespräch mit der lieben Marion geführt, das sich um die Inszenierung von Menschen drehte. Natürlich denke ich gern und nicht wenig darüber nach, denn das interessiert mich an der Fotografie. Es ging unter anderem darum, dass zumeist junge Gesichter als leere … nunja, Leinwände inszeniert werden.

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Ich zog den Vergleich zur Modelfotografie, die auch in der Werbung zu finden ist. Gerade dort sieht man überwiegend keine Emotionen auf den Gesichtern der Menschen. Passend dazu habe ich einen Fotografen gefunden, dem man allein aufgrund seiner Bilder ansieht, dass er genau darüber Bescheid weiß.

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Der dänische Fotograf Erwin Olaf ist seit 25 Jahren einer der Top-Fotografen im Bereich Mode und People. Neben seiner ausgezeichneten beruflichen Arbeit, die sich durch hochstilisierte Motive auszeichnet, verlagerte er sich zunehmend mehr auf kunstvolle Fotografie. Auch hier mischt er dokumentarische Motive mit künstlichen Inszenierungen. Doch ist es sein Stil, der etwas insgesamt außergewöhnliches erschafft. Bilder, die von einem praktisch schon überzeichnet ästhetischen Look geprägt sind und sich über den Betrachter ausbreiten, damit er die darunter liegende Geschichte entdecken soll.

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Was Erwin Olaf „privat“ macht, könnte man am ehesten als „Editorial Shooting“ bezeichnen. Diese Art der Fotografie soll möglichst nah am Leben liegen und Inszenierungen von Menschen oder Mode mit dem Alltag verbinden. Oberflächlich betrachtet sind das die Arbeiten des Fotografen auch. Die Motive selbst aber wirken dann doch zu eigenartig, zu glanzvoll und gleichzeitig abgrundtief, um auf einfache Weise konsumiert werden zu können.

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Einige – nagut, die meisten – seiner Bilder wirken fast schon wie Gemälde und besitzen tatsächlich auch ein ähnliches und ungewöhnliches Bildformat. Wer sich ein wenig auskennt, sieht dabei direkt, dass es mit einer Mittelformatkamera aufgenommen wurde. Genauer gesagt, arbeitet Olaf mit einer Hasselblad. Sie erzeugt einen vor feinen Details strotzenden, dabei aber nicht belastenden Look. Gleichzeitig sind die Farbpaletten der Bilder exzellent abgestimmt und tragen so ebenfalls zum Gemälde-Eindruck bei.

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Zur Serie „Waiting“ von 2014 gibt es neben den Bildern auch ein Video. Schaut es euch gerne mal an und achtet auf die Details. Vermutlich wurde es in Farbe gedreht, aber alles, wirklich jedes Detail und wo jeder Gegenstand steht, sind perfekt auf Schwarzweißaufnahmen abgestimmt. Wenn man das weiß, macht es nochmal mehr Spaß, es zu sehen, wie ich finde.

Schaut euch dringend die Seite von Erwin Olaf an. Die Bilder oben sind alle nur Ausschnitte aus den überaus spannenden Serien. Wer noch mehr entdecken will, durchstöbert „recent past and early years„. Aber vorsicht, dort entdeckt ihr abstruses, erotisches, fetischiertes und seltsames.

Copyright: Alle Bilder von Erwin Olaf, www.erwinolaf.com

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