GibA: Anita Anti

Get inspired by Art (GibA): Und wieder eine talentierte Fotografin, die meine Augen mit Lieblingsmotiven verwöhnt. Und das möchte ich euren nicht vorenthalten.

Heute präsentiere ich euch die Arbeiten der ukrainischen Fotografin Anita Anti. Ich bin mehr oder weniger zufällig drüber gestolpert, aber ihre Bilder passen hervorragend derzeit in den Blog.

Ich habe es damals schon im Artikel zu Kirsty Mitchell geschrieben: ich liebe diese träumerischen und fantasievollen Modelfotos. In dieselbe Kerbe schlagen auch die bühnenhafte Arbeit von JeeYoung Lee und die herrlichen Mittelformatgemälde von Oleg Oprisco. Anita Antis Bilder ähneln irgendwo allen genannten. Und dennoch hat sie einen eigenen Stil für sich gefunden.

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Wie ich damals schon in „Finde deinen Stil“ schrieb, bildet sich ein persönlicher Stil erst mit der Zeit heraus. Das kann man auch an Antis Arbeit sehen, wenn man sich zum Beispiel ihr deviantart-Profil ansieht. So stellt man auch fest, dass sie inzwischen ein quadratisches Bildformat für sich gefunden hat.

Das ist interessant, denn es vermittelt mehrere Bildqualitäten. Erstens erinnert es an alte Groß- und Mittelformatabzüge, zweitens können die Bilder fast immer in maximaler Größe gezeigt werden. Zum Beispiel im Internet, wenn die Darstellung im Quadrat erfolgt, entstehen keine Verluste und man sieht immer das ganze Motiv. Aber auch an der Wand nimmt das quadratische Format viel Raum ein und wirkt noch einmal viel präsenter.

Darüber hinaus beeinflusst das Format die Bildgestaltung. An den Fotos der Fotografin sieht man, dass Models meistens zentriert oder in der Nähe der Mitte platziert werden. Das lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters ohne Umwege in die Mitte – weder das Seitenverhältnis noch die Hintergrundgestaltung lenken davon ab.

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Aber warum passt Anita Anti derzeit so gut auf mworkz.net?

Trotz des Mittelformat-Verhältnisses nutzt sie eine Kleinbildkamera. Nämlich mit der Nikon D600 sogar das (inzwischen veraltete) Einstiegsmodell ins Vollformat. Und dazu setzt sie für die meisten Kompositionen ein besonders lichtstarkes aber wenig aufwendig geschliffenes Objektiv ein. Das sieht man auf vielen Bildern sogar ohne es zu wissen, denn solche extrem lichtstarken Optiken neigen dazu, den Bokeh-Bereich kreisförmig zu verzerren (swirly bokeh) und haben eine deutliche Vignettierung.

Ich bin mir nicht zu einhundert Prozent sicher, aber es könnte das Helios 44M sein – eine Optik mit Blende f2 und 58 Millimetern, die bis 1991 überaus massenhaft in Osteuropa produziert wurde und die man auf Ebay schon ab 30 Euro bekommt. Damit passt es wunderbar in die aktuellen Themen dieses Blogs, denn …

… gerade gestern erst habe ich ein Hands-on zum neuen Lomography Petzval-Objektiv geschrieben, das bei Blende f2,2 einen ähnlichen Bildeffekt aufweist und auch im Artikel „50 Millimeter – Deine beste Wahl“ gehe ich darauf ein und schwärme daran herum.

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Natürlich macht nicht nur der Optik-Look Anita Antis Bilder aus. Wie bei Oleg Oprisco ist es auch eine pro Foto sehr gut abgestimmte Farbpalette, die für den homogenen und gefälligen Charakter sorgt. Sehr feine und kunstvolle Aufnahmen also.

Wer mag, kann einen Blick auf Antis Youtube-Channel werfen, dort gibt es Behind-the-Scenes-Material zu sehen und es gibt sogar ein Album online, auf dem Making-Of-Material versammelt ist.

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Copyright: Alle Bilder von Anita Anti, 500px.com/Anti

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5 Gedanken zu “GibA: Anita Anti

  1. ich fotogrfiere momentan hauptsächlich mit einem pentacon, das ich geschenkt bekommen hab und einem adapter. das hat eine sehr ähnliche zeichnung wie das helios. allerdings kann man durch den (linsenlosen) adapter nicht auf unendlich fokussieren und ist dadurch sehr auf details in der nähe eingeschränkt und die blendeneinstellung funktioniert interessanterweise offenbar nicht, obwohl das manuell am objektiv möglich ist. dadurch kann ich aber halt nur einen sehr kleinen teil dessen ausschöpfen was möglich wäre. und seit ich weiß, wieviel spaß ich dran habe, reizt mich das petzval eben wieder noch viel mehr.

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