#nixneuesheute: Olympus, Canon, Pentax, Sigma und mehr

Leider hatte ich keine Zeit, ein neues „Hands on“ vorzubereiten. Aber das heißt nicht, es gäbe #nixneuesheute.

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Denn in den letzten Tagen wurde eine Menge Neues vorgestellt. Während ich in Prag von Olympus eingeladen war, um mir die neue OM-D anzuschauen (hatte drüber gegoogleplusdingst) liefen die Nachrichtendrähte heiß. Denn in Japan findet gerade die CP+ statt – eine der größten Fotomessen Asiens.

Olympus

Wie gesacht, in Prag stellte Olympus das neueste Flaggschiff vor. Eine relativ okay kompakte spiegellose Systemkamera mit wunderschönem Retro-Design. Tangiert irgendwo zwischen verspielt und professionell. Die Veränderungen? Laut den Olympianern handelt es sich praktisch um eine komplett neue Kamera, die lediglich aus Tradition ein „Mark II“ an den Namen des Vorgängers bekommen hat. Die OM-D E-M5 Mark II hat auch einen 16-Megapixel-Chip und diverse Spielereien. Kann inzwischen WLAN und winkt bei Bedarf mit dem klappbaren Monitor. Kräftig aufgebohrt hat Olympus das Stabilisationssystem. Sie haben eine Sensor-Shift-Einheit, die den Sensor in fünf Dimensionen bewegen kann.

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Ausnahmsweise sind die Verbesserungen sogar von Menschen noch spürbar. Durch die Stabilisierung ist die Kamera richtig super für Low-Light-Situationen bei geringer ISO und damit wenig Bildrauschen geeignet. Und man merkt es beim Filmen – selbst aus der Hand sind die Aufnahmen mit dem kleinen Ding relativ ruhig. Außerdem nutzen sie das System für einen Trick, um an hochauflösende Aufnahmen zu kommen. Im „High Res Shot“-Modus wird der Sensor schrittweise um einen halben Pixel verschoben und ein Foto gemacht. Insgesamt acht Stück, die dann zu einem 40-Megapixel-Bild zusammen gesetzt werden.

Was noch? Ein sehr hochauflösender EVF mit 2,3 Mio. Bildpunkten, Verschlusszeiten von bis zu 1/8.000 Sekunde (bzw. 1/16.000s elektronisch) und richtig schickes Video in Full-HD mit brutal hoher Datenrate von bis zu 77 Mbps. Außerdem haben sie natürlich wieder diesen coolen „Modus für Lichtmalerei“ drin: Man kann Langzeitbelichtungen machen, muss auf das Bild aber nicht bis zum Ende der Belichtung warten, sondern kann sich auf dem Monitor immer wieder den Zwischenstand ansehen.

Insgesamt also ein cooles Gesamtpaket. Zur Messe hat Oly außerdem noch eine „unschrottbare“ Tough vorgestellt, einige sehr leckere Optiken sowie eine Antwort auf Sonys QX-Module: OLYMPUS AIR A01.

Canon

Na, über Canon muss ich hier wohl niemandem etwas erzählen, dass noch neu für ihn wäre, oder? Das Unternehmen ist fast geplatzt und hat einige neue Kameras ausgespuckt. Interessanterweise gar nicht so viele Kompaktmodelle, sondern eher Systemkameras. Anscheinend wollen auch die Japaner so langsam keine mehr haben.

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Jedenfalls hört der Big-Bang bei Canon auf den Namen „EOS 5D S“ bzw. „EOS 5D R“ (ohne Tiefpassfilter). Beide sollen ein Tritt in den Arsch von Nikon sein: deren (also auch meine) Nikon D800 (sowie D800E, D810, D810A) soll nun zum alten Eisen gehören, denn die bisher höchste Sensorauflösung von 36,6 MP hat Canon jetzt mit einem 50-Megapixel-Vollformatsensor vom Schlachtfeld gesprengt.

Interessant daran ist, dass unabhängig der üblichen Medien, die das wie eine Offenbarung des Kameragottes abfeiern, eher nüchtern aufgenommen wird. Es scheint tatsächlich, als wären die meisten professionellen Fotografen des Megapixel-Aufrüstungswahns langsam überdrüssig und böse Zungen behaupten, Canon hätte das noch nicht gecheckt oder sieht das als einzige Waffe an. Ich meine, wieviel Pixel soll man auf einen VF-Sensor packen, um den Vorteil des größeren Chips überhaupt noch behalten zu können? Dann sind wir doch schon langsam bei der Pixeldichte eines APS-C-Sensors oder nicht? Das einzig sinnvolle ist eine riesenhafte Auflösung zum drittel Preis (ca. 4.000 Euro) einer Mittelformatkamera (ab ca. 12.000 Euro).

Und man muss sich fragen, ob das so sinnvoll ist für „Jedermann“. Denn bei dieser extrem hohen Auflösung braucht man eigentlich auch extrem hochauflösende Optiken (wie eben solche für MF-Systeme). Und außerdem ein ruhiges Händchen. Ich habe es gemerkt, als ich angefangen habe mit der D800 zu arbeiten: diese Auflösung verzeiht keine Fehler und Miniwackler führen unweigerlich zu einem unscharfen Bild. Bei den neuen Canons ist das noch etwas extremer – der Hersteller (und das wissen manche nicht) musste extra ein neues Spiegel-Schwingsystem entwickeln bzw. das Gehäuse modifizieren, damit die Erschütterungen für den Sensor so niedrig wie möglich gehalten werden.

Einige fragen sich, warum Canon das denn nun wirklich machen musste und nicht langsam mal wieder anfängt, wirklich innovativ zu sein und neue Wege zu gehen. Statt den nächsten Panzer aufs Feld zu rollen, etwas zu bringen, das Panzer unnötig macht.

Immerhin hat man mit der EOS M3 auch ein neues spiegelloses Modell vorgestellt und hat mit der 750D und der 760D noch schnell zwei Einsteiger-SLRs hinterhergeschmissen, die nun auch endlich moderne Konnektivität mitbringen.

Nikon

3460754104Also schön, gleich die fette Konkurrenz hinterher. Was gibts neues bei Nikon?

Nikon hat sich richtig ausgekotzt über der CP+ und das übliche Programm abgefeuert. Drei Bridge-Kameras und vier Kompakte hat man auf den Markt geprügelt. Darunter niedlich kleine Modelle, Outdoor-taugliche, gewöhnliche Super-Ultra-Zoom-Modelle und sogar was Kompaktes mit klappbarem Monitor.

Größte Headline dürfte die Nikon D810A sein. Das Unternehmen hat sich die hochauflösendste Kamera geschnappt, den Sensor auseinander geruppt und den IR-Sperrfilter modifiziert. Der lässt nun auch rotes Licht in einer bestimmten Wellenlänge durch und man kann so bessere Weltraumnebelnachtaufnahmen machen. Das „A“ im Namen steht also für „Astrofotografie“.

Achso: bereits im Vorfeld wurde die D5500 als Einsteigermodell vorgestellt. Hab sie bereits in der Hand gehabt: niedlich kompakt und äußerst leicht, ansonsten nicht viel überragendes. Aber das war nur mein erster schneller Eindruck.

Sigma

Auch Sigma hat in die Vollen gegriffen und jede Menge Spielsachen vorgestellt.

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So wird zum Beispiel die dp-Kameraserie vervollständigt und bekommt sogar noch einen überraschenden Zuwachs. Die dp3 Quattro bringt in Ergänzung zu den anderen Brennweiten jetzt eine 50-Millimeter-Optik mit, die etwa 75 Millimetern entspricht. Dank eines speziell konstruierten Vorsatz-Konverters kann man das auf 90 Millimeter hochtunen. Relativ unvorhergesehen erweitert das Unternehmen die Modellreihe auch in den unteren Brennweitenbereich hinein. Die dp0 Quattro ist die Weitwinkelalternative und legt dir 14 Millimeter bzw. 21 Millimeter-Kleinbildentsprechung in die Hand.

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siggi2Allen, die tiefer ins (optische) Glas schauen, verpasst Sigma ein kleines Lächeln. Man hat unter anderem die abgespeckte Variante des Ultra-Telezooms angekündigt, das „150-600mm F5-6,3 DG OS HSM [C]“. Gegenüber der Sports-Variante ist es nicht ganz so hochgezüchtet und wird damit erschwinglicher. Wer von den Ich-will-den-größten-und-besten-Fotografen noch nicht die 2.000 Euro für die [S]-Variante hingelatzt hat, damit er der erste ist, kommt mit der [C]-Variante etwas günstiger weg.

Und was feines hat Sigma noch im Weitwinkelbereich parat: Das „24mm F1,4 DG HSM“ ist ein lichtstarkes Weitwinkel der Art-Serie. Erwartungsgemäß heißt das tadellose Bildqualität in einem kompromisslos schweren Gehäuse für jede Menge Foto-Spaß- Freu ich mich drauf.

Pentax

Muahahaha, Pentax! Yeah! Das jahrelange stille Leiden wird in diesem Jahr endlich ein Ende finden: Pentax baut seine erste Vollformatkamera!

Leider weiß man darüber noch nicht so viel, aber die Gerüchteküche brodelt. Angeblich will man ebenfalls einen 36-Megapixel-Vollformatsensor einsetzen. Da Pentax wie auch Olympus allerdings eine Sensor-Shift-Technologie hat, könnten sie denselben Trick einbauen wie ihn die M5 Mark II hat und so Fotos weit jenseits der 100-Megapixel-Grenze machen. Das wird spannend und noch in diesem Jahr werden wir mehr wissen.

KS2_3_colorsImmerhin hat das Unternehmen sehr konkret schonmal einige Vollformatoptiken angekündigt sowie eine verbesserte K-S1. Die K-S2 schmeißt ein paar von den verspielten LEDs über Bord. Die Kamera ist technisch auf dem aktuellsten Stand der Zeit, ist vergleichbar mit der Konkurrenz und bietet obendrauf noch ein wetterfestes Gehäuse – das Markenzeichen von Pentax.

Mehr

Ach, es gibt eigentlich noch einiges mehr. Fujifilm zum Beispiel hat die Roadmap für Objektive aktualisiert. Da gibt es schöne neue Sachen, unter anderem auch ein Modell, das einer Kleinbildbrennweite von 150 bis 600 Millimetern entspricht. Samsung bringt mit der NX500 eine neue kompakte Systemkamera, der man ein paar Innereien des Königstigers NX1 eingepflanzt hat. Das macht sie derzeit zu einer der günstigsten Optionen, um hochwertige Videos in 4K aufzuzeichnen.

Habt ihr die News ebenfalls verfolgt? Was gab es sonst noch so und was ist es, worauf ihr so wartet?

Mehr!

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