GibA: Noell S. Oszvald

Get inspired by Art (GibA): Die Träume einer Wachenden

Heute habe ich wieder das Vergnügen, euch die besondere Kunst einer sehr begabten Fotografin vorzustellen: Noell S. Oszvald.

Wie aus dem Nichts tauchte die 22jährige Ungarin vor etwa zwei Jahren auf der künstlerischen Bühne der Welt auf. Bereits damals machten die meisten der Bilder im Internet die Runde, die ihr hier seht. Das außergewöhnliche daran: Noell brachte sich das Fotografieren erst etwa ein Jahr zuvor selbst bei.

© Noell S. Oszvald, prejudice
© Noell S. Oszvald, prejudice

Mit einem Blick auf ihre Arbeit und diesem Wissen im Kopf kommt man unweigerlich zum Schluss, dass man es mit einer ungewöhnlich talentierten Künstlerin zu tun hat. Sie wählte die Fotografie, um sich auszudrücken. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit wählte sie ihre Motive, die sie in Form von Selbstporträts umsetzte, entschied sich für eine Bildsprache und entwickelte binnen kürzester Zeit ihren persönlichen Stil.

In ihren surrealen Bildern ist alles das nahezu in Perfektion zu finden, was ich in meinem Kurs „Schwarzweiß verstehen“ erläutert habe. Und damit nicht genug, Oszvald entschied sich ganz bewusst für diese Darstellungsform. Laut ihrer Aussage wählte sie Schwarzweiß, um jegliche Ablenkung vom Motiv durch Farben auszuschalten. Ebenso bewusst verzichtet sie bei jedem Bild auf eine erklärende Beschreibung, da sie dem Betrachter nicht vorschreiben möchte, was er zu sehen hat. Inzwischen findet sich eine überarbeitete Auswahl ihrer Arbeiten in ihrem Flickr-Profil, bei dem selbst die individuellen Bildtitel fehlen.

In dieser konzentrierten Form surreal zu fotografieren ist nicht wahnsinnig schwer, aber man braucht ein großes Verständnis von Komposition und Bildwirkung. Es überrascht kaum, wenn ich offenbare, dass es sich nicht bei jedem von Noells Bildern um reine Fotografien handelt. Es finden sich auch Fotomanipulationen – etwas, das sie sich ebenfalls selbst beigebracht hat – die aber so zurückhaltend und sauber umgesetzt sind, dass sie nicht den Eindruck einer analogen Fotografie zerstören.

© Noell S. Oszvald,  sinking
© Noell S. Oszvald, sinking
© Noell S. Oszvald,  silence
© Noell S. Oszvald, silence
© Noell S. Oszvald,  prisoner of my soul
© Noell S. Oszvald, prisoner of my soul
© Noell S. Oszvald,  dream
© Noell S. Oszvald, dream
© Noell S. Oszvald,  destiny
© Noell S. Oszvald, destiny
© Noell S. Oszvald,  caught
© Noell S. Oszvald, caught
© Noell S. Oszvald,  cage
© Noell S. Oszvald, cage
© Noell S. Oszvald,  thoughts
© Noell S. Oszvald, thoughts

Ich liebe den Stil von Noell Oszvalds Bildern und könnte lange darin versinken – wie geht es euch damit, könnt ihr mit dieser surrealen Fotografie etwas anfangen?

Copyright: Alle Bilder von Noell S. Oszvald, https://www.flickr.com/photos/noellosvald

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5 Gedanken zu “GibA: Noell S. Oszvald

  1. „wie geht es euch damit, könnt ihr mit dieser surrealen Fotografie etwas anfangen?“

    Nicht lange. Dann beginne ich das Hinzugedichtete zu suchen und finden, fange an zu überlegen, warum das „fotografiert und manipuliert werden musste“.
    Wenn man’s auch hätte malen können.
    Ich sehe ja selbst, wie frei man in der Fotografie mit Bildinhalten verfahren kann, ohne das Bild neu malen zu müssen und finde das komischerweise weniger wert, weil es so „einfach“ ist.

    Auch die Argumentation „dem Betrachter nicht vorschreiben möchte, was er zu sehen hat“, hinkt für mich mit einem grossen Klumpfuss. Gegenfrage: Warum enthält sie mir ihre Gedanken vor? Ich kenne noch niemanden, der es schaffte, mir vorzuschreiben, was ich zu sehen habe, umgekehrt auch nicht. Wie identifizieren Galerien denn ihre Werke?

    1. Deine kritische Haltung freut mich, Joju. :)

      „Wenn man’s auch hätte malen können.“ finde ich allerdings problematisch, vielleicht verstehe ich auch nicht, was du damit sagen willst. Aber ich kann mir denken, wie du zu der Behauptung gekommen bist. Immerhin: es ist ja nicht gemalt. Es ist ein Motiv, ein Gedanke zuerst nur, der mithilfe der Fotografie ausgedrückt werden soll. Ich selbst mache Bilder wie eyes under four oder die die Twins-Serie weil ich eine Idee habe, aber nicht malen kann.

      Dass die Arbeit an solchen Bildern „einfach“ ist, kann man meist nicht behaupten, auch wenn es so aussieht. Ich lege viel wert auf sehr einfach wirkende Motive, dennoch stecken in den meisten Bildern 4 bis 8 Stunden Arbeit.

      Beim Argument, dem Betrachter nichts vorschreiben zu wollen, kann ich dir folgen. Das wird schließlich gern als Ausrede genommen, wenn man selbst nichts zu dem Bild zu sagen hat. Meiner Ansicht nach ist es aber in Ordnung, wenn das Bild selbst etwas sagen kann. Lasse ich mich auf ein surreales Bild ein und die Gedanken kreisen, dann kann ich mir vorstellen, welches Gefühl, welcher Gedanke oder welche Erinnerung damit visualisiert werden sollte. Dennoch wünsche ich mir wenigstens einen Anhaltspunkt für meine Interpretation. Darum habe ich oben zu jedem Bild auch den Titel dazu geschrieben. Ich finde das angemessen, damit man nachvollziehen kann, wo der Ausgangspunkt der jeweiligen Arbeit lag. Sicher ist das auch für jede Galerie eine willkommene Hilfe.

      Gruß, ml

  2. Naja, 4…8 Stunden ist – abgesehen von „mehr, als ich bisher mit einem einzelnen Bild verbrachte“ – dennoch nicht so schrecklich viel, gemessen an der Zeit, die manche Maler an ihren Werken sassen. Wieso denn aber „gemessen“? Man kann die beiden Ausdrucksweisen ja ohnehin nicht mit gleichen Augen betrachten.

    Für mich ist Fotografie rein technisch gesehen, eine schnelle Sache: in einem kurzen Augenblick ist die ganze Situation fertig, danach beginnt die Interpretation. Beim Malen wächst diese Interpretation dauernd mit und es besteht keine Chance, den Augenblick festzuhalten, also weicht der Künstler auf das aus, was mit Malen geht, bzw. ohne das Malen gar nicht möglich ist – ich muss beim Fotografieren das Endergebnis nicht sehen können, um auf jeden Fall eines zu bekommen, Malende müssen aber bereits mit einer Idee anfangen.

    Einige der Bilder fand ich sehr toll, würde ich auch gern eine Zeitlang davor sitzen bleiben. Ich hatte nur bei keinem der Bilder das Gefühl, dazu eingeladen zu sein. Und natürlich, kritisieren ist einfach, einfacher als selbst eine eigen Bildsprache zu finden, die wenigstens mir sagt, dass im Bild vorhanden ist, was mich dazu bewegte es zu machen.

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