Hands on: gute und böse Fotografen

Neid und Hass unter Fotografen?

Heute ist Mittwoch und heute erscheint in diesem Blog für gewöhnlich ein Hands-on-Artikel. Allerdings war ich die letzten Tage unterwegs – daher ist hier nur wenig passiert und ich hatte auch nicht genug Zeit, mich einer neuen Fotografen-Spielerei zu widmen. Ich durfte mich allerdings den Fotografen selbst widmen. Wegen einem Hands-on-Artikel.

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Vorletzte Woche erschien an dieser Stelle nämlich meine Meinung zum neuen Sigma 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM [S]. Die Antwort des japanischen Herstellers auf das Tamron-Pendant, das ich schon vor einigen Monaten ausprobieren durfte. Das Tamron-Modell erfreut sich extremer Beliebtheit und selbst das Sigma – sehr ähnlich in der Art – wird offenbar heiß erwartet. Das durfte ich auch hier im Blog spüren, denn ein paar Tage nach dem Artikel explodierten auf mworkz.net die Besucherzahlen.

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Exakt eine Woche nach Erscheinen des Sigma-Hands-ons verbuchte die Seite hier Zugriffe, die fünfmal so hoch waren wie sonst. Warum? Weil die ganze Welt auf das neue Supertelezoom zu warten scheint. Und weil ich einer der ersten war, die es ausprobieren durften aber auch weil dies hier der erste Bericht eines Anwenders im ganzen Web gewesen zu sein scheint.

Das sprach sich schnell herum und so leiteten Rumor-Seiten, News-Portale und Fotoforen ihre Besucher hierher um. Die Leute kamen aus der ganzen Welt, meist natürlich aus dem deutschsprachigen Raum, interessanterweise liegt auf Platz zwei jedoch Taiwan. Jedenfalls schaute ich mich mal neugierig um, um zu checken, wie so die Stimmung ist und wie der Bericht aufgenommen wird. Und dabei machte ich eine interessante Entdeckung.

Deutsche Fotografen hassen gerne

2014-online_1183_feathercoat_001Jeder von euch kennt vermutlich das eine oder andere einschlägige deutsche Fotoforum. Davon gibt es mehrere, die sich aber inhaltsmäßig kaum unterscheiden. Ich selbst bin nirgendwo angemeldet und verspüre auch keinen Reiz dazu, da mir die Diskussionskultur solcher Plattformen allzu oft nicht … sagen wir mal … sachlich und freundlich genug ist.

Das scheint sich auch in all den Jahren seit deren Existenz nicht geändert zu haben. Meine Besucher kamen aus mehreren der größten deutschen Foren für Fotografie und verlinkten den Hands-On-Artikel dort. Und diskutierten darüber. Nicht hier – dort. Mit anderen Worten: zuerst einmal unter Ausschluss des Verfassers, mir.

Wer einen Blick auf die Kommentar-Sektion des Sigma-Tests wirft, findet dort genau einen deutschsprachigen Kommentar, der einen nützlichen Beitrag beisteuert. Sonst nichts. In den Foren spielte sich zu der Zeit jedoch all das ab, was man neudenglisch unter dem Wort „haten“ versteht. Dort wurde ich diffamiert, schlecht gemacht, meine Kompetenzen infrage gestellt, alle Bilder als „extrem schlecht“ und „komplett fehlfokussiert“ analysiert. Meine Betrachtung sei ein brav heruntergeschriebener Werbetext, denn man wisse ja, dass Leute aus der Presse bezahlte Marketingschlampen ohne Sinn für jegliche Objektivität seien.

Und überhaupt fragte man sich, warum „solche Leute“ die ersten Modelle zum Test bekommen. Ach ja: eine schnelle Suche bzw. das Klicken auf die entsprechenden Links war selbstverständlich nicht möglich, denn daher ging man auch davon aus, dass ich vom Tamron 150-600mm nie etwas gesehen und selbst High-Class-Optiken wie das Sigma 120-300 nicht einmal aus der Ferne erkennen würde. Den Hands-On-Bericht zu letzterem findet ihr übrigens hier.

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Trennungsverhalten

Vermutlich aus einem Diffamierungszwang heraus fand man relativ schnell meinen beruflichen Hintergrund heraus (mache ich hier auch kein Geheimnis draus) und nutzte dies dazu, dem Hasssüppchen noch etwas Presseunfreiheit und bezahlte Subjektivität unterzumischen. Es dürfte damit allerdings auch relativ klar sein, dass ich nicht einfach nur irgendwann mal ein Objektiv in die Hände bekomme, sondern regelmäßig Kameras, Objektive und ab und zu auch mal anderes unter die Lupe nehme. Ich weiß also zumindest schonmal, wie herum man das Zeug hält. :)

mworkz.net ist allerdings ein eigenständiges, privates Projekt. Ich betreibe das hier aus Jux, Dollerei und meiner Liebe zur Fotografie. Ich habe die große Freude, über Neuerscheinungen hier berichten zu dürfen, wofür ich auch sehr dankbar bin. Denn so kann ich meine Gedanken an euch weitergeben. mworkz.net wird von niemandem bevorzugt, ich mache nirgendwo Werbung dafür und kassiere nicht einen einzigen Cent von irgendwem.

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Und so sind die Inhalte hier auch andere als anderswo. Ich trenne Beruf und Privatleben auch hier im Blog. Das ist wichtig, scheint aber nicht jeder zu verstehen. Während ich beruflich mit einem professionellen Blick an die Dinge heran gehe, mir Sachen genau anschaue, hinterfrage und auf ein Gerüst aus gesammelten Daten stelle, gehe ich hier im Blog anders vor. Ich bin sicher, das man das auch spüren kann, aber hier möchte ich eben meiner Leidenschaft Ausdruck verleihen. Ich möchte in meiner Neugier und Faszination die Perspektive eines begeisterten Kindes einnehmen, das etwas entdeckt, aber auch schon Erfahrung mit anderem hat.

Blindwütig

2014-online_0608_duelDass ich ein wenig Erfahrung habe, kann man mit drei oder vier Klicks problemlos feststellen. Dass ich wenig Erfahrung mit Tele-Brennweiten habe – wie mir weit weniger nett umschrieben vorgeworfen wurde – stimmt absolut. Das gebe ich nicht nur gern zu, das habe ich selbst hier schon öfters geschrieben, damit die Leute Bescheid wissen, aus welcher Perspektive ich berichte. Auch ein Klick auf mein Portfolio hätte gereicht, um mein Spezialgebiet zu erkennen. Und ach ja stimmt: Nett zu fragen hätte auch weitergeholfen. :)

Aber das geht offenbar nicht. Stattdessen muss unterstellt, verleumdet und gedisst werden. Einer schrieb „Aber schön zu lesen ist der Sigma-Bericht schon“. Und prompt kam der Gegenschuss: „Wenn ich lesen will, nehme ich mir ein Buch.“

2014-online_0102_easy-balance_001_onlineKann ich absolut verstehen. Denn wenn derjenige gelesen hätte, hätte er festgestellt, mit welcher Erfahrung, mit welchem fotografischen Genre und welcher Anwenderperspektive ich daher komme. Er hätte gelesen, dass ich absichtlich keinen direkten Vergleich des Tamron mit dem Sigma herangezogen habe, weil ich den nicht für gerechtfertigt halte. Hätte außerdem festgestellt, dass die Fotos in einem begrenzten Zeitraum und ohne Stativ entstanden sind, ich kein klassischer Telefotograf bin und eher mit Menschen abgefahrene Porträts mache, bei denen man nach Meinung einiger eh keine Ahnung haben muss. Außerdem hätte er erfahren können, dass ich die Optiken, über die ich schreibe in einem Labor teste und per Software analysiere, ich hier im Blog aber keine Ergebnisse veröffentlichen kann und möchte.

Nicht ohne Zufall heißen die Artikel hier übrigens „Hands on“ statt „Testbericht“.

hands-on_sony70-200_013_onlineAll die Kritik an meiner Person und meinen Fähigkeiten ist mir egal. Ganz ehrlich, scheiß drauf. Denn es ist mehr als offensichtlich, dass die Kritik ohne Hintergrundwissen oder auch nur die mindeste Nachfrage geäußert wurde. Mich ärgern nur die Mechanismen der Verleumdung, Pauschalisierung und Besserwisserei.

Da werden unbewiesene Behauptungen aufgestellt und als Fakten verkauft. Da wird das persönliche Vorurteil mit gefährlichem Halbwissen abgesichert, es werden induktiv Zusammenhänge hergestellt und die Arbeit eines Fremden herabgewürdigt und als Beweis angeführt. Und garniert wird das ganze mit unverhohlenem Neid, weil „der“ das Teil vor „mir“ hatte. Und das schlimmste: all die Scheiße, die da jemand zusammen suppt, schluckt gleich der nächste mit weit aufgerissenem Maul und macht mit. Sorry.

Begeistert

Wenn ihr auf meine Empfehlung oben in die Kommentare des 150-600er-Hands ons geklickt habt, seht ihr auch eine Menge englischsprachiger Kommentare, in denen Leute nach meinen Erfahrungen, meiner Meinung(!) und vergleichenden Betrachtungen gefragt haben.

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Sehr gern gebe ich weitere Infos so weit ich kann, denn alles kann man in einem Artikel nicht abdecken. Ich freue mich auch über konstruktive Kritik oder Erfahrungen von anderen, die hinzugefügt werden, denn das bereichert das Leseerlebnis eines dritten. Insofern habe ich auch völlig unbearbeitete RAW-Aufnahmen bereitgestellt, damit sich jeder interessierte selbst ein Bild machen kann.

Diese RAW-Bilder, die alle nötigen Informationen enthalten und völlig unabhängig von meinem Text untersucht werden können, finden in den deutschen Foren fast keine Erwähnung. Auf den englischen Seiten aber schon. Dort zeigt man sich dankbar und sogar begeistert. Überhaupt wird die Vorfreude auf das neue Sigma viel offener ausgelebt und man ist happy, erste Bilder sehen zu dürfen und die Meinung von jemandem zu hören, der bereits damit gearbeitet hat.

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Hier und da gab es auch ein wenig Kritik, die interessanterweise aber immer verständnisvoll relativiert wurde. Etwa „nagut, aber er hat ja auch nicht viel Erfahrung mit Teleoptiken“ oder „Respekt – dafür, dass du die Bilder mit der schweren Optik freihand aufgenommen hast, sind sie richtig gut geworden. Das bestärkt mich in meiner Hoffnung auf einen guten Bildstabilisator.“

Sowas liest man gern. Und noch lieber beantwortet man Fragen, weil ein Punkt nur angerissen wurde oder weil man einschätzen möchte, mit welcher Erfahrung ich auf die Dinge blicke.

Geteilter Meinung

2014-online_0034_to-forget_001_onlineIch habe einige englische, mehrere spanische, ein paar russische, deutsche und noch andere Seiten überflogen, auf denen mein Artikel Gesprächsthema war. Man wartet auf das Sigma 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM [S] voller Sehnsucht und wirft neugierig einen Blick auf jedes Bild, das damit geschossen wurde.

Aber man reagiert unterschiedlich auf die, die diese Bilder gemacht haben. Und traurigerweise – wirklich – sind die deutschen Quellen mit schamlosem Neid und herabwürdigendem Verhalten durchsetzt.

Das macht mich traurig, denn die Fotografie ist nichts, was man allein tun kann. Außer dem Menschen hinter der Kamera, braucht es die Technik selbst und das lebendige davor. Die Fotografie soll Spaß machen, am besten gemeinsam und je mehr zusammen kommen, desto mehr profitieren voneinander. Darum schreibe ich in diesem Blog. Darum gebe ich Tipps, Erklärungen, so ne Art Kurse und Workshops. Und darum lerne ich permanent. Von jedem von euch.

Wie schön wären die Bilder, wenn sich einige da draußen auch darauf einlassen würden?

 

P.S. Alle Bilder in diesem Artikel wurden übrigens mit Brennweiten ab 200 Millimetern und ohne Stativ aufgenommen. Sie könnten wissenschaftliche Genauigkeit vermissen lassen und stattdessen eventuell Spuren von emotionalen Bildinhalten enthalten. Ich bitte dies zu entschuldigen. :)

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24 Gedanken zu “Hands on: gute und böse Fotografen

  1. Ich verstehe derartiges Verhalten immer nicht so ganz. Warum müssen manche Leute immer gleich nieder machen, was ihnen nicht gefällt. Wenn mir im Theater ein Stück nicht gefällt, stehe ich nicht am Ende auf, buhe die Schauspieler aus oder und rufe, es war scheiße. Ich halte mich beim Applaus zurück.
    Lass dich von solcher Polemik nicht runter ziehen. Für jeden der einen derartigen Post geschrieben hat, gibt es 30 Leute, denen der Artikel gefällt, die aber eben nicht darüber geschrieben haben.

    1. Michael!

      Wie bitte, du trittst die Arbeit der Leute nicht mit Füßen, nur weil sie nicht ganz deinen Geschmack treffen? Nicht mal unter Menschen, wo Anstand und Achtung als Tugenden hochgehalten werden sollten? Verquere Welt…

      Ohne Spaß: vielen Dank für deine Einschätzung und deinen Kommentar. Er zeigt einen höflichen und angebrachten Weg auf, wie man Kritik auch äußern kann. Und er erinnert an eine Tatsache, die (auch ich) gerne mal übersehe. Schweigende Anerkennung.

      Gruß, ml

  2. Mein sehr geschätzter Herr Lubrich,
    bei den Techniksachen bin ich außen vor, wie Sie wissen. Doch ich komme nicht umhin, mein Bedauern über den zwischenmenschlichen Umgangston auszudrücken. Nun hat Sie diese unsägliche Borniertheit und der blanke Hammelneid, den wir Deutschen so gerne anheimfallen, getroffen. Bitte, nehmen Sie sich dessen nicht an. Es wird allerorten herumgeblökt und herausgepöbelt, was nur geht. Hinterfragen, recherchieren oder gar gönnenkönnen, es scheint in diesem Medium verpönt zu seyn. Halten Sie sich an den wohlwollenden, interessierten und weitblickenden Kommentaren fest und lassen Sie sich nicht in’s Bockshorn jagen. Das wünscht Ihnen und auch ganz eigennützig uns Lesern und Guggern, Ihre Frau Knobloch, Photopralinen goutierend.
    PS: Ihre heutiges Artikelbild macht mich schnappathmend… so bonfortionös!

    1. Meine liebe Frau Knobloch!

      Ihre Worte erwärmen mein Herz auf besondere Weise. Nicht allein derer tröstenden, sondern auch die zustimmenden. Die darauf verweisenden, worauf es mir ankam, verpackt in schöne Wendungen wie „unsägliche Borniertheit“ und „blanken Hammelneid“. Worte, die nicht verloren gehen sollten ob ihrer seltenen Nutzung. Tragischerweise sind die Inhalte dieser Worte – wie gesehen – häufiger anzutreffen.

      Und auch daher mein Dank für das Stärken des Rückens der sich unaufhaltbar im Kreis der Gesellschaft dreht. Einen solchen und nicht nur das liebe ich es, zu gönnen. Denn das muss man – wie Sie so schön schrieben – können und dürfen.

      Es wird mir ein unstillbares Vergnügen sein, Ihnen weitere Photopralinen feinedler Natur kredenzen zu dürfen. Gemeinsam erfreut ist doch ohnehin so viel erfüllender als gemeinsam erzürnt.

      Verbindlichst, M. Lubrich

      1. Mein lieber Herr Lubrich,
        gernst lese ich Ihre Replik und bedanke mich erfreut für Ihre Wohleinschätzung. Sich erfreuen ist allemal gesünder, als hadern und geifern. Bitternis macht sich gallwärts breit und verdirbt den Geschmack im Ganzen. Augentreue Grüße, immer die Ihre.

  3. Ich muss dir leider recht geben. War gerade im Urlaub mit einer Reisegruppe unterwegs. Drei Spiegelreflexkameras, meine und zwei andere (deutsche). Solche Sprüche, wie auf diesem Urlaub bekam ich noch nie zu hören… Als ich mal Tipps reden wollte „ich solle nicht so eingebildet sein“, oder als ich den Tipp gab, den Blitz auszuschalten, wenn man durch das Fenster des Busses fotografieren will „so was von besserwisserisch“. Und das beste war: wenn man sich gewagt hat, sich daneben zu stellen, um eine Sehenswürdigkeit zu fotografieren: „musst du mir alles nachmachen? ich habe das zuerst gesehen.“.

    Zum Glück weiss ich, dass es auch anders geht. Zu Hause bin ich nämlich in einem Klub Mitglied, wo es diesen Neid gar nicht gibt. Dafür hilft man sich gegenseitig, zeigt auch Fotos mit neuen Objektiven her, übt konstruktive Kritik und kann die Objektive von anderen mal ausleihen und probieren. Und von den „besseren“ Mitgliedern, werden Workshops für die „unerfahrenen“ Mitglieder organisiert. Kostenlos. Neid habe ich da noch nie erlebt. Wenn „Neid“, dann eher im Stil von „oh, dieses Foto hätte ich gerne selber gemacht.“.

    1. Liebe Sarah,

      herzlichen Dank für deine ergänzenden Worte. Auch wenn sie ein dickeres Ausrufezeichen hinter meinen Artikel setzen als mir lieb ist.

      Die von dir beschriebene Arroganz ist erstickend, ich vermute sogar eine Prise testosterongeschwängerte Abneigung und die dreiste Dummheit bei der zuerst gesehenen Sehenswürdigkeit verschlägt einem fast die Sprache.

      Dies unterstreicht meine oben erwähnte Traurigkeit und deine weiteren Worte verweisen auf das, was mir mit dem ganzen hier am Herzen liegt: das gemeinsame Erleben und Entdecken. Die Neugierde und das Teilen von Erlebnissen. Gerade dein letzter Absatz zeigt doch, wieviel mehr entstehen kann, wenn man Einzelnes zusammen gibt. Das ist ein Naturgesetz und es ist erschreckend, wie kindisch standhaft man sich gegen diese Erkenntnis wehren kann.

      Der Fotoclub fehlt mir leider noch, aber ich hätte auch große Lust, dies irgendwann einmal nachzuholen.

      Vielen Dank und Gruß, ml

      1. Ach, in diesem Fall war es wohl eher nicht testosterongesteuert, sondern eher ein einseitiger Zickenkrieg. In den Beispielen handelte es sich nämlich um eine Frau. Und da sie einige meiner Fotos vorab auf FB schon gesehen hatte, vermute ich mal, dass es Neid war. Vor allem, weil ich von den Mitreisenden auch sehr oft auf die Fotos angesprochen wurde (dabei konnte ich früher sowas gar nicht, das habe ich nur den Tipps von den anderen Klubmitgliedern zu verdanken…)

        Bezüglich Neid: Ich bin auch oft eifersüchtig, wenn ich deine Hands-On Berichte lesen. Denn gerne hätte man halt diese Produkte mal selber in der Hand. Aber das ist ja nur natürlich. Eifersüchtig sein, und es dem anderen trotzdem gönnen darf man ja ;)

      2. Na, Zickenkrieg ist nun auch keine angenehmere Alternative zu Hammelneid, da stimme ich dir zu. Aber es relativiert die Dinge und bestätigst, was JoJu schrieb: „es menschelt eben überall.“

        Ich merke das auch oft, wenn ich mit Kameras oder Objektiven unterwegs bin. Viele (mit eigener Kamera um den Hals baumelnd) gucken peinlich berührt weg und laufen schneller. Aber ab und zu spricht mich dann doch jemand an und fragt neugierig – das macht mir Spaß, denn da steckt wahre Begeisterung dahinter.

        Aach Sarah! Eifersucht wollte ich in dir nicht wecken, aber ich stimme dir zu: klar ist man neidisch und das ist auch völlig okay, solange es nicht boshaft ist. Auch für mich, der so schrecklich viele Geräte in den Händen hielt, gibt es immer noch ein paar Dinge, die ich schrecklich gern mal ausprobieren würde.

        Freut mich jedenfalls, dass du es mir gönnst und halte dich nicht mit Fragen zurück, falls dich mal was bestimmtes interessiert.

        Gruß, ml

  4. Traurig, so etwas zu lesen. Eine Freundin aus den USA hat mal in einem Gespräch gesagt „dass ihr Deutschen immer so viel meckern müsst“. Bis sie diesen Satz sagte, war es mir nicht mal aufgefallen, etwas Negatives geäußert zu haben. Negatives wird immer viel schneller geäussert, als positive Dinge…

    Leider ist der Neid wohl bei vielen Leuten auch grösser als die Freude, solche Infos vorweg zu erhalten – egal wie seriös und professionell sie dargestellt werden. Oft lese ich lieber bodenständige Tests von Leuten, die einfach frei Schnauze erzählen, wie sie etwas erleben, als dass ich mich mit Details zuballern lasse, dass dieses oder jene Objektiv im Vergleich zu XYZ einen um 0,002% erhöhten Anteil an wasauchimmer hat und deswegen der Preisunterschied von 1800 Euro im Bereich der Profifotografie als gerechtfertigt erscheint und man ja nur Top Fotograf ist, wenn man solche Differenzen zu schätzen weiss und sich nicht mit Billigkram abgibt.

    Ich hab mal gedacht, es geht bei der ganzen Sache um Fotos. Dass sie toll aussehen, faszinieren und den Blick nicht abwenden lassen. Das hat mein iPhone (muss ich gestehen) bei vielen Momenten eher geschafft, als meine hochwertige Kamera. Dies ist aber auch schon der Tatsache geschuldet, dass ich das Fon stets dabei habe – die Kamera leider nicht.

    Gut, dass du dich von solchen Stimmen nicht runter ziehen lässt. Wäre nämlich schade, wenn wir hier weniger Beiträge lesen würden, nur weil irgendwelche (im Internet mutige) Idioten der Meinung sind, dass eben die deine nicht zählen würde.

    1. Herr Casi!

      Dein Kommentar freut mich ganz besonders, denn ich weiß deine Meinung zu schätzen und kenne genau den nicht-alltäglichen Aufwand, den du betrieben hast. Danke. :)

      Dass Deutsche im Ausland als Meckerer stigmatisiert sind, ist leider tatsächlich durchaus bekannt und erschreckend zugleich. Vor allem, wenn man es bei sich selbst entdeckt. Vermutlich ist niemand davor gefeit. Ich bin mir dessen sehr bewusst und ertappe mich deutlich bei jedem Meckerer, aber deshalb bleiben sie nicht aus.

      Der Neid scheint ein gefräßiges Tier zu sein, von dem die Menschen besessen sind. Hat man es ausgesperrt, kann man ganz andere Ziele erreichen, wie Sarah in ihrem Kommentar oben so schön beschreibt. Was man entdecken kann, beschreibst du ebenfalls sehr schön – vielen Dank für deine Zusammenfassung. Auch wenn ich erschüttert bin, dass 0,002% mehr wasauchimmer dich nicht kratzen. :D
      Aber damit benennst du genau das, was in meinen Sigma-Artikel eingebettet war: eine hautnahe Betrachtung ohne prüfsiegelverzierte Genauigkeit, dem bewussten Aussperren nackter technischer Daten (die man überall nachlesen kann) und dem Beschreiben von Eindrücken, die man woanders nicht auf diese Art bekommt. Beispielsweise sind viele unerfahrene Fotografen überrascht, was für eine Belastung so ein „schweres“ Objektiv bei der Arbeit sein kann und welche Einschränkungen es bringt.

      Dir muss ich das als Besitzer eines Smartphones, einer SLR und einer CSC am wenigsten erklären.

      Danke für deine ermutigenden Worte,
      ml

  5. In Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid.
    (von Arthur Schopenhauer)
    Ich sag mal, Du hast es geschafft du bist der größte.
    Ich war auch mal einige Zeit in der fotocommunity, dort Lobt man nur um gelobt zu werden. Auf die Dauer echt anstrengend, aber es gibt dort auch echt Nette Leute. Genau wie hier. Ich freu mich schon auf Deinen nächsten Hands on.
    Tom

    1. Hallo Tom!

      Ich bin versucht, mir deinen Kommentar auszudrucken und an die Wand zu nageln – hervorragend in wenigen Worten zusammengefasst! Vielen Dank dafür! :)

      Den Spruch kenne ich natürlich, nur leider hatte ich ihn nicht zur rechten Zeit im Kopf. Interessanter Fun-Fact: Ich habe kürzlich ein Gespräch mit dem Pressevertreter von Sigma Deutschland geführt. Auch er erwähnte in dem Zusammenhang die fotocommunity und nutzte fast exakt deine Worte: „dort Lobt man nur um gelobt zu werden“

      Vielen Dank ganz besonders für deine Relativierung und die Ermutigung.

      Gruß,
      Mario

  6. Neid scheint in unserer Gesellschaft – insbesondere auf Fotoforen – , wie Du es so schön geschrieben hast, tatsächlich ein weitverbreitetes Phänomen zu sein. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen und Dich aufmuntern, Dich nicht davon herunterziehen zu lassen. Schließlich MÜSSEN neiderfütte Menschen Deine Posts ja nicht lesen, andere möchten es aber!

    In diesem Sinne: Sei bedankt für Deine sehr informativen Hands-On!
    Gruß
    Meli

    1. Meli!

      Danke dir für deine lieben Worte! Du hast völlig recht – ich schreibe meine Artikel nicht, weil ich mich produzieren oder angeben will, sondern etwas Neues und wenn möglich Gefühle vermitteln will. Selbst Wissen und Erfahrung gebe ich freimütig weiter – das ist an zahlreichen Tutorials, Kursen und Hintergrundartikeln hier im Blog nachzuprüfen.

      Wer das nicht zu schätzen weiß und mir die Möglichkeit dazu nicht gönnt, okay. Hat er umsonst. Aber allen anderen nützt es vielleicht etwas. Vielen dank an dich, mich daran zu erinnern.

      Gruß, ml

  7. Dear ML,

    I read through the sloppy translation of this article but I guess I got your point, after all.

    Other people responded here very wisely and with lots of finesse. Let me only say that you should not be discouraged by whatever hatred, dislike or frustration that you come accross in reply to your valuable input. I, for one, appreciate the efforts you took to share your experiences with the others regardless of some minor drawbacks that everybody is entitled to. Keep up with a good job and don’t let yourself be prone to this kind of personal attacks that you commonly see on various forums nowadays.

    thanks once again
    Greg

    1. Greg!

      Your comment is a huge compliment for me – because you read this awfully translated article and nevertheless want to share your thoughts and your position with me. Thank you! :)

      It means a lot for me, that I could help you with some informations and input, so you could get something to work with.

      Others also confirmed the behaviour on different forums you mentioned. Seems to be another form of dealing with each other as I know it. But if I know that, it’s okay – I can handle with it and learned something. :)

      No chance – I keep on writing my thoughts on new stuff. I love it, to try out, to discover new things and to share my thoughts with people who don’t get the chance but are curious and appreciate it.

      thank you Greg,
      ml

  8. Bisher hab ich noch nicht viele Foren gefunden, in denen es eher mal ums Ergebnis als um die Technik dafür geht. Dabei wäre hier noch viel zu lernen. Aber wenn man die großen Shredder vor Augen hat, die gute Hands On Artikel zerreißen, wagt man ja nicht, seine Emotionen auch noch zum Draufhauen anzubieten.

    Ich hatte das Objektiv bestellt und erst danach Deinen toll geschriebenen Artikel über Sigma Rumors gefunden. Ich war glücklich über die Bestätigung, kenne bisher Brennweiten über 300mm nicht in eigenen Händen und freue mich auf die Linse schon sehr. Also, jedenfalls die Teile von mir, die nicht „Wirbelsäule“ genannt werden :/

    Die einzige Häme, die mir in den Sinn kam, war, „wenn der nette Typ da schon solche Bilder mit einem Canon Sensor hinbekommt, wie sieht das dann wohl mit ein paar MP und Blenden mehr Dynamik aus?“ Und freue mich natürlich auch darauf.

    Ich möchte auch keine Lanze für das Hobby Forenhaß brechen, aber auch im Englischsprachigen Forenwesen gibt es eigenartige Menschen, die von „my blablah lens on my whateverkon camera mounted on my RRT tripod with my manfritzo Head made my day“. Und alles, was nicht my ist, muss man auch hinterfragen, denn wenn’s gut wäre, wär’s doch zweifelsfrei schon meins.

    My goodness. Ich find das strapaziös zu lesen. Oder doch lieber „issues“, wohin das Auge liest? Es menschelt halt überall, ist aber auch gut zu erleben, dass nicht allen Ländern als Scheiss-Schrott bezeichnet werden muss, was mal anders als erwartet funtioniert

    1. JoJu!

      Vielen Dank für deine netten Worte! Du bestätigst, was andere auch schon schrieben: dass es hin und wieder mal mehr um das Ergebnis als die Technik gehen sollte. Dieses Fokus (und das Erleben) möchte ich auch in meinen Artikeln wiedergeben. Technische Details kann man sich von überall woanders holen.

      Deine Häme zum Canon-Sensor wäre berechtigt, ich glaub, ich schrieb es auch im Artikel: die gute alte 5D Mark II ist mit dem Gerät fast schon überfordert. Es war leider nicht möglich, aber hätte ich ein 150-600er passend zu meiner Nikon D800 gehabt, dann hätte ich auch ein Stativ mitgeschleppt sowie ein Fläschchen Morphium, um mich wieder zu beruhigen. Ich bin sicher, das es einem die Tränen in die Augen treiben kann; die D800 bildet für mich nahezu die Definition von Dynamikumfang und ich habe auch bis ISO 3.200 null bedenken. Diese Mischung mit dem Sigma ist ultra-verlockend.

      Nochmal danke für dein Fazit – das könnte ich nicht besser ausdrücken: es menschelt überall, ob mit oder ohne „Manfritzo Head“. Haha, großartig.

      Gruß, ml

  9. Moin Mario,

    als Blogger muss man heute hart im nehmen sein, sonst nagen Meinungen einzelner schnell am Ego und der SInnhaftigkeit des eigenen tuns. Daher gibt´s von mir keine Streicheleinheiten. ich hätte mir sogar diesen Artikel verkniffen; er würdigt diese Forenprollerei, mehr als ihr gebührt.

    Viel wichtiger: Ich bin über Dein Sigma Hand´s on auf Deinem Portfolio gelandet und habe einige richtig interessante Fotos und Anregungen für mein moodboard gefunden.

    Insofern hat der Sinn & Zweck eines Blogs zumindest bei mir in´s Schwarze getroffen:
    Hast jetzt einen follower mehr….
    Grüße aus HH!
    Olli

  10. Ja was soll ich sagen?
    Ein größeres Lob als das was du von den vielen Menschen bekommen hast kannst du doch gar nicht bekommen! ;-) Und mal so ganz nebenbei gesagt würde ich mich auch über all die vielen Stunden die diese Menschen, die vielleicht dahein nichts zu sagen haben, hier anony abgeladen haben erfreuen, nimmt es ihnen doch die Gelegenheit schlecht Bilder anzufertigen mit Equipment was sie sich nicht leisten oder bedienen können.
    Nur weiter so den Neid muss man sich erarbeiten denn Mitleid bekommt man geschenkt.
    Grüße aus Sieburg Bernd

    1. Hallo Bernhard!

      Hab vielen Dank für deine Anmerkungen! :)
      Die Perspektive, die du auf das Lob hast, musste ich erst einnehmen, denn sie war mir nicht bewusst. Aber ist vermutlich ein Stückchen Wahrheit dran.

      Dass man sich Neid erarbeiten muss, während man Mitleid geschenkt bekommt, trifft wohl unzweifelhaft zu. Insofern werde ich es als Begleiterscheinung der Tatsache sehen, dass ich irgendetwas richtig mache.

      Dank und Gruß,
      ml

  11. neider gibt es auf der ganzen welt aber über die deutschen wird am liebsten getuschelt!!! warum glaubt ihr das wir den neid gebachtet haben ich kenne keinen neid und auch meine klicke nicht .g.werner

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