Hands on: Huawei Ascend P7

Huawei Ascend P7: Noch nie von dieser Kamera gehört? Ist ja auch keine…

hands-on_huawei-ascend-p7_teaser

Ich schrieb es schon in meinem Nachbericht zur photokina 2014: die richtig überraschenden Kameraneuvorstellungen blieben größtenteils aus. Und in den Wochen nach der großen Messe trocknet die Berichterstattung über die neuen Modelle zudem ein wenig aus. Denn die tausenden von Geräten müssen erst wieder verbucht, verschickt und verteilt werden. Darum gab es an dieser Stelle in letzter Zeit auch nichts Neues.

Bis heute. Und dann ist es noch nichtmal eine Kamera.

Auch wenn die digitalen Kameras mein Fachgebiet sind, werfe ich auch gerne mal einen Blick auf Smartphones, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ist ja für ziemlich viele Leute fast das gleiche. In der Vergangenheit waren das etwa das Nokia Lumia 1020 und das Sony Xperia Z1. Da ich aber für solche Geräte im Allgemeinen kein so großer Spezialist bin, beschränke ich meine Betrachtungen eher auf den fotografischen Aspekt und was so dran hängt.

Eindruck

Der äußere Eindruck des chinesischen Smartphones ist überraschend hochwertig. Gut, ist ja auch der Versuch Huaweis, ein High-End-Gerät zu platzieren. Entsprechend herrschen solide Materialien vor: Glas und Aluminium. Das ganze Teil ist äußerst schlank und hat ein wirklich angenehmes Format. Wer es kennt: das P7 ist praktisch genauso groß wie das Galaxy S3. Nur, dass es nicht so handschmeichlerisch rund ist, sondern sich mit stärker geometrischen Formen und härteren Kanten am iPhone orientiert. In der schwarzen Version wirkt es insgesamt sehr elegant und unauffällig, das mag ich. Einziges Manko: Die Rückseite glänzt in feinstem Klavierlack. Man sieht also jeden Fingerabdruck und es kann schnell grabbelig aussehen.

Bild: cdn.itproportal.com
Bild: cdn.itproportal.com

Angenehm finde ich auch die Platzierung der (rückwärtigen) Kamera. Beim Galaxy S3 (ich erwähne das, weil ich selbst lange eins hatte) ist sie oben mittig. Da kommt man immer wieder mal mit dem Finger davor. Beim Ascend ist sie oben rechts platziert – ebenfalls ähnlich wie beim iPhone. Das ist durchaus cleverer, denn zusammen mit dem eher lang gezogenen Gehäuse kommt man viel seltener mit dem Finger davor und das Fotografieren im Hochformat ist irgendwie bequemer.

Eigenschaften

Die technischen Eigenschaften spare ich mir an der Stelle. Harte Benchmarks und Performance-Tests bekommt man hier eh nicht – dazu kann man sich ausreichend im Netz informieren.

Foto-relavant ist vielleicht das 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, was einen guten Eindruck macht. Es wirkt zwar sehr bunt und kontrastreich, aber die Wiedergabe ist auch in dunklen Aufnahmesituationen schön flüssig.

Als rückwärtige Kamera ist eine Einheit mit 13 Megapixel integriert. Das ist durchaus am oberen Ende der Durchschnittsskala. Über dem Durchschnitt liegt sogar deutlich die Frontkamera, denn die löst mit 8 Megapixel auf. Das gibt es – soweit ich weiß – sonst nirgendwo derzeit.

Schlanke Metalltasten gibt es nur auf der rechten Seite des Geräts. Die Lautstärkewippe kann dabei für die Kamera als Auslösetaste dienen. Sehr schick das, denn das macht das Fotografieren im Querformat erheblich einfacher und kommt an die Arbeit mit einer digitalen Kamera heran.

Performance

hands-on_huawei-ascend-p7_prod-imageDie Geschwindigkeit beim Fotografieren ist gar nicht schlecht. Im Auslieferungszustand ist als Bildgröße 10 Megapixel eingestellt. Die werden im 16:9-Format aufgenommen und passen genau in den Bildschirm des Huawei. Auslösen und Verarbeitung der Aufnahmen erfolgt rasant und praktisch ohne große Verzögerung.

Dass das Teil eigentlich auch 13 Megapixel-Bilder macht (im 4:3-Format) habe ich Spezi erst etwas später mitbekommen, weswegen hier im Artikel beide Größen vertreten sind. Interessant auch: Nutzt man die maximale Auflösung, dann braucht das Ascend einen Hauch länger zum Reagieren. Das Aufnehmen und Abspeichern der großen Fotos wird spürbar von einem Miniruckler begleitet. Auf die Fotos hat das zum Glück keine Auswirkungen, die sind scharf. Auch wenn es keine Bildstabilisation zu geben scheint.

Ich muss ebenfalls dazu sagen: Beim Erstellen der Fotos habe ich mir keine große Mühe mit Einstellungen gegeben. Alles, was ihr hier im Artikel seht, kommt direkt aus dem Gerät. Ich habe die Standardeinstellungen gewählt und einfach abgedrückt. Für mich ist ein Smartphone eine ausschließliche Schnappschuß-Kamera und genau so habe ich sie auch benutzt. Zielen, Abdrücken, weitergehen. Das Ascend ist übrigens schön flott einsatzbereit: Bildschirm an, das Kamerasymbol nach oben ziehen und Auslösen. Dauert gefühlt weniger als eine Sekunde.

Gemessen daran ist praktisch kein Bild unscharf. Auch an der grundsätzlichen Qualität gibt es kaum zu meckern. Lediglich die Farben und Kontraste sind mir zu lasch. Die meisten Bilder sind einen winzigen Hauch überbelichtet, der Weißabgleich ist zu kühl und braucht auch im normalen Betrieb ein wenig zu lang zum Anpassen. Völlig unbehandelt und vor allem in 100-Prozent-Ansicht sieht man den Fotos dann naturgemäß den „Digital-Charakter“ an. Ein gefühlter Bildeindruck, der irgendwie elektronisch aussieht und den echte Digitalkameras und vor allem Systemkameras inzwischen längst abgelegt haben.

Dafür reagiert das Teil relativ intelligent und macht so zum Beispiel automatisch ein HDR-Bild, wenn es feststellt, dass die Kontraste zwischen Hell und Dunkel im Motiv zu stark sind. Ein normal belichtetes Foto wird auch abgespeichert – kann ja sein, dass der Fotograf wusste, was er da tat und das so wollte.

Etwas dämlich scheint mir der Beauty-Modus zu sein. Der wird automatisch aktiviert, wenn Auslösen-durch-Lächeln gewählt wurde. In diesem Modus werden die Haut geglättet, der Mund roter gefärbt und die Augen vergrößert. Ja, richtig gelesen. Vermutlich ein dezenter Hinweis auf die Schönheitsideale der Chinesen, kann aber vor allem bei männlichen Models zu … naja, dämlichen Resultaten führen.

Fazit

Schickschickschick. Vor allem das Design des Huawei Ascend P7. Das Teil ist sinnvoll gestaltet und wirkt sehr hochwertig. Für rund 300 Euro Marktpreis (16GB-Variante) bekommt man einiges geboten und kann nicht viel falsch machen, solange man kein absolutes High-End-Gerät will.

Für den schnellen und alltäglichen Fotoeinsatz ist das Gerät fraglos geeignet. Allerdings reagiert es manchmal einen Hauch zu langsam (Meckern auf hohem Niveau) und einige Spielereien sowie (die oben nicht erwähnte) Custom-Oberfläche des Betriebssystems sind gewöhnungsbedürftiger.

Mehr!

  • Die Bilder oben in Originalauflösung kann man sich hier anschauen.
  • Weitere voll aufgelöste Bilder zu meinen Hands On-Berichten sind hier zu finden.
  • Mehr Hands on-Berichte selbst zu verschiedensten Kameras und Objektiven gibt es hier.
  • Ausgewählte Arbeiten im mworkz.portfolio
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5 Gedanken zu “Hands on: Huawei Ascend P7

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