Workflow: Online-Backup und Tracking eurer Bilder, Teil 3

Nach der Einführung im ersten Teil habe ich euch letzte Woche die ersten Werkzeuge zum Umsetzen des Workflows vorgestellt. Heute geht weiter und nochmal richtig zur Sache. #learnphotography

artikelbild_online-backup-und-tracking

Es geht direkt weiter – heute schmieren wir die Zahnräder, die das ganze System in Bewegung setzen und die Dinge miteinander verknüpfen.

IFTTT.com

photoAnd thats where the magic happens. IFTTT steht für “If this than that”, also “wenn dies, dann das”. Über diesen Dienst kann man Internet-Services miteinander verbinden, die sich dann gegenseitig zu Aktionen anstoßen. Beispiel: falls irgendein Brüllkopf meinen Namen twittert, kann ich den Tweet in eine Excel-Tabelle eintragen und mir eine SMS schicken lassen. (Den User dann verbal zur Sau machen muss man aber selbst). Oder ich schreibe einen WordPress-Artikel, der dann automatisch auch auf facebook, twitter und tumblr gepostet wird. Einmal schreiben, dreimal posten. Also das Prinzip ist klar, oder?

Jedenfalls wird ifttt.com uns einiges an Arbeit abnehmen und ist auch dafür zuständig, dass das Spreadsheet, das ich euch letzte Woche gezeigt habe, automatisch gefüllt wird.

  • erstellt euch einen Account und meldet euch an
  • geht oben rechts auf “Channels” und “Google Drive
  • klickt drauf und aktiviert diesen Channel – ihr verbindet damit “Google Drive” und “ifttt.com” so dass beide sich gegenseitig beeinflussen können
  • wiederholt das mit Dropbox

Jetzt könntet ihr euch ein neues “Rezept” erstellen, das dafür sorgt, was ich oben beschrieben habe. Oder ihr bedient euch einfach bei dem Rezept, das ich für euch vorbereitet habe:

IFTTT Recipe: 2014-online, Fotos in die Dropbox und Eintrag in Spreadsheet connects dropbox to google-drive
Mit diesem Rezept werden alle Bilder, die ihr in die Dropbox speichert und die hochgeladen wurden, automatisch in das Spreadsheet eingetragen, das wir vorbereitet haben. Und zwar genau passend formatiert. Optional habe ich noch ein weiteres Rezept für euch:  IFTTT Recipe: 2014-online, Fotos in der Dropbox nach Google Drive kopieren connects dropbox to google-drive
Mit diesem Rezept werden alle Fotos, die in die Dropbox hochgeladen werden (Backup 2) anschließend automatisch zu Google Drive rüber kopiert (Backup 3). Habt ihr auch den Drive-Client installiert und lasst das mit dem Rechner synchronisieren, dann wird der ganze Schmodder auch gleich noch zurück auf euren Rechner geladen (Backup 4).

Die Fotos nochmal auf dem Rechner zu haben, ist eigentlich unnötig. Aber ich nutze das Rezept, weil ich mit den Dateien auf Google Drive diese schneller per Google+ oder Mail verteilen kann. Ich muss dann nichts nochmal hochladen, sondern kanns einfach aus Drive auswählen. Das spart Zeit.

Dateibenennung:

Wenn ich nicht aufpasse, können mir beim Entwickeln eines Fotos Metadaten verloren gehen. Oder – ihr kennt das vielleicht – Windows ändert mal fröhlich das Erstelldatum einer Datei auf heute, obwohl das Foto vor zwei Jahren aufgenommen wurde. Kann alles passieren. Damit ich aber stets und ständig weiß, wann, wie und warum überhaupt mein Bild ist, lasse ich jedes von ihnen in einen chronologischen Stream (pro Jahr) laufen und vergebe einen relativ komplexen Namen.

Wie meine Bilderordner aufgebaut sind, konnte man bereits im “[Workshop Bildermanagement] Teil 1: Ordentliche Ordner” nachvollziehen. Daraus geht hervor, dass ich da unter anderem einen Ordner namens “2014-online” habe. Dort landen alle “fertigen” Fotos eines ganzen Jahres in der Reihenfolge, in der ich sie fertig stelle.

Problem dabei: Die meisten Betriebssysteme sortieren die Bilder dort nach Namen. Das ist aber nicht unbedingt die chronologische Reihenfolge. Ich kann auch nach der Spalte “Datum” sortieren, aber das springt oft wieder zurück oder es sind Daten von 2012 im Ordner von 2014 weil ich ein altes Foto genommen habe, um es frisch rauszubringen. Das 2012er-Foto wird dann immer ganz oben stehen, obwohl es erst Ende 2014 erstellt wurde. Um das zu umgehen, könnte ich nach Änderungsdatum sortieren, doch die Spalte wird nicht in jedem Betriebssystem (ich denke da an mobile) beachtet und das Änderungsdatum wechselt, sobald ich ein Bild kopiere. Ich brauche also eine idiotensichere Methode, mit der die Reihenfolge meiner Bilder immer gleich bleibt – egal auf welchem System.

Und darum benenne ich meine Bilder so:
2014-online_0001_hands-on_nikon-df_001.jpg

  • 2014-online”: sagt mir, dass es sich bei dem Bild um die verkleinerte Version eines Fotos handelt, das im Jahr 2014 erstellt (aber nicht zwingend aufgenommen) wurde.
  • 0001”: sagt mir, dass es das erste Bild dieses Jahres ist. Es handelt sich um eine fortlaufende Nummer, die das ganze Jahr hindurch genutzt werden wird und bis zu 9.999 Fotos erfasst.
  • hands-on”: sagt mir, dass ich dieses Foto für einen Hands-On-Artikel hier im Blog erstellt habe.
  • nikon-df”: ist der Name der Hardware.
  • 001”: sagt mir, dass es sich um eine Serie handelt und zu den Bildern der Nikon Df mehr als nur ein Bild gehört. Bei meinetwegen 26 Fotos hilft mir diese Zahl, ein bestimmtes davon zu identifizieren.

Es handelt sich also um 5 Bestandteile, die jeweils mit einem Underscore (“_”) abgetrennt sind. Besteht ein Bestandteil aus mehreren Begriffen, dann trenne ich die mit einem Minus (“-”). Damit kommt praktisch jedes Betriebssystem zurecht.

Solch komplizierte Dateinamen lassen sich einfacher vergeben, wenn das automatisch geschieht. Es gibt sogar viele Programme, die das können. Da ich Adobe Lightroom für meine Verwaltung nutze, ist es verdammt prima, dass man damit extrem komplexe Dateinamen zusammen bauen kann. So auch den, den ich brauche. Das geschieht mit dem “Dateivorlagen Editor”:

lightroom-dateivorlagen-editor
Im unteren Bereich des Fensters sind Bausteine auswählbar, aus denen man einen Dateinamen zusammen basteln kann. Ich will da auf keine Details eingehen, aber die Möglichkeiten sind verdammt zahlreich. Man wählt sich was aus, drückt auf “Einfügen” und der Baustein landet in dem weißen Fenster oben. Dort kann ich auch direkt reinschreiben. Im Screenshot seht ihr genau den String, der für meinen Workflow und das Tutorial hier nötig ist. Über das Dropdown oben könnt ihr eure Einstellung speichern.

Wer jetzt zu faul ist, um das selbst zu machen, der lädt sich meine Vorlage runter und kopiert sie an diese Stelle:

C:\Users\###\AppData\Roaming\Adobe\Lightroom\Filename Templates\filename_export_003_online.lrtemplate

Anschließend habt ihr in Lightroom im Export-Fenster die Vorlage zur Auswahl:

lightroom-exportfenster

Oben habt ihr gesehen, dass “Benutzerdefinierter Text” im String steht. Das ändert sich ja bei jedem Exportvorgang. Was dort jeweils stehen soll, tragt ihr im Feld “Benutzerdefinierter Text” des Export-Fensters ein – es wird dann automatisch an der richtigen Stelle eingefügt.

Wichtig: Hier ist die erste Hürde, die nicht automatisch genommen werden kann. Lightroom weiß nicht, wieviele Bilder ihr dieses Jahr schon erstellt habt, also mit was die vierstellige Laufnummer beginnen muss. Ihr müsst also nachschauen oder wissen, was die letzte Zahl war und die darauf folgende im Feld “Anfangsnummer” eintragen.
Solltet ihr mehr als ein Foto auf einmal exportieren, ist das kein Problem – das fängt meine Vorlage mit der Variable “Bildnummer” ab und vergibt daher eindeutige Namen. Diese Zahl wird aber bei jedem Exportvorgang wieder mit “001” anfangen.

Im Export-Fenster müsst ihr noch den Ordner angeben, in dem das oder die Fotos landen sollen. Dazu wählt ihr “x:\Dropbox\Public\fotos\2014-online”.

Fazit

Wow, damit habt ihr die zwei anspruchsvollsten Hürden im Einrichten des Workflows gemeistert. Wenn ihr das einmal gemacht habt, wird es in Zukunft sowieso einfacher. Ich hoffe auch, dass euch meine Vorlagen nützen, denn diese nehmen euch schon beim Einrichten einen Haufen Arbeit ab.

Noch eine Anmerkung zu Lightroom: Auch dieses Programm ist keine Pflicht für den Workflow. Viele benutzen ja auch was anderes; einige dieser Alternativen können Dateien ebenfalls automatisch benennen. Es ist nicht einmal zwingend Pflicht, die ganzen Bilder durchzunummerieren; das könnt ihr halten, wie ihr wollt. Ist nur ein Bonus-Tipp, der euch noch mehr Kontrolle verschafft und eine Klippe umschifft, die euch bei Anwendung dieses Workflows eventuell in den Weg kommt. Dazu mehr in der nächsten Woche.

Im letzten Teil dieser Artikelreihe verschaffe ich euch nochmal einen Überblick über das, was ihr angerichtet habt und beleuchte die Vor- und Nachteile. Davon abgesehen: naja….eigentlich funktioniert jetzt bereits alles, Glückwunsch! :D

Mehr!

  • Alle Artikel zu diesem Thema findet ihr hier.
  • Weitere, ausführliche Artikel rund um das Thema „Fotografie lernen“ findet ihr hier.
  • Schnelle Tipps und Hinweise habe ich hier zusammmengetragen.
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