twins III

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Ich verrate euch dazu etwas, das ihr eurem geschulten Auge an die Seite stellen könnt: Fotomanipulationen in einem Stil wie diesem sind extrem schwer. Digitale Kunstbilder, die so radikal sind, bedienen sich meist eines dunklen, kontrastreichen Motivs. Warum? Weil man besser tricksen kann.

Die Fotos für die twins-Serie sind mit der 36-Megapixel D800 entstanden, also wahnwitzig hochauflösend. Das bedeutet, man braucht viele Ressourcen, um diese Bilder zu bearbeiten und hat auch eine enorme Detailfülle, was zur Last werden kann. Hinzu kommt, dass die Modelposen stark untypisch inszeniert sind. Das kann man kaum so fotografieren, wenn man nicht vorher weiß, was man will.

Das schwierigste aber ist der helle Stil – denn man kann alles sehen. Auf dunklen Bildern kann man schlampig arbeiten und Missgeschicke oder Faulheit mit einem tiefen Schatten kaschieren. Ein Bild wie twins lässt das aber nicht zu – hier kann man alles sehen, jede Kleinigkeit. Und es muss auch noch realistisch aussehen. Vertraut, darf nicht abnorm erscheinen.

Mögen die Bilder der Serie auch noch so simpel aussehen – jedes hat rund vier bis sieben Stunden Zeit verschlungen, denn sie sind fotorealistisch gearbeitet. Haut ist nicht überall gleich glatt und wie fällt der Schatten an einer Stelle, an der kein Arm, sondern ein Oberkörper ist? Und welche Formen bilden Knochen, die es gar nicht gibt?

Wenn ihr „twins“ länger als ein paar Sekunden angeschaut habt, dann hat es sich gelohnt.

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8 Gedanken zu “twins III

  1. Paar Sekunden? Herr Lubrich, Sie scherzen. Mit Photovergrößerung auf Hautkontakt gehen, die Augen wandern lassen, ich kann ihn riechen, möchte ihn berühren. Nicht einer Missgeburt, sondern einem Götzen gleicht er in seiner einzigartigen Schönheit. Bei Ihnen unternimmt man whrlich Kopfkinoreisen einer ganz besonderen Art. Wie immer ein herzliches Danke dafür. Mit Feingrüßen, Ihre Frau Knobloch.

    1. Meine liebe Frau Knobloch!

      Ich bedaure die späte Rückantwort, möchte mir diese Zeilen aber nicht nehmen lassen. Allein schon um für Ihre anregenden Eindrücke zu danken.

      Es befriedigt mich, zu hören, welche sinnlichen Gelüste das Bild auslöst, wenn man sich auf es einlässt. Und es beruhigt mich, festzustellen, dass jemand den Mut und Willen besitzt, die vermeintliche Stigmatisierung von Abnormität beiseite zu wischen und sich ganz auf „das, was da ist“ einzulassen.

      Meinen verbindlichsten Dank.

      1. Lieber Herr Lubrich, es gibt nichts zu bedauern. Allein die Tatsache, daß Sie Ihre Kunst so freien Herzen und Geistes mit uns teilen, ist für uns Besucher Labsal genug. Uns steht keine Erwartung der Beschönwortung zusätzlich zu. Nichtdestotrotz freue ich mich über Ihre Antwort, aber halt ohne Sie dazu zu verpflichten. Laden Sie mich einfach zur Ausstellungseröffnung ein, wenn Ihre Famosbilder endlich den Platz einnehmen, den sie verdienen. Mit herzlichsten Grüßen, Ihre Frau Knobloch.

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