Nixneuesheute: Sony, Sigma und Leica

Zäh wogt die Fotobranche hin und her und schwabbt langsam auf die photokina 2014 zu. Sparen sich die Firmen Neues für die Messe oder gibt es wirklich #nixneuesheute?

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Ich habs schon im letzten Artikel erwähnt: Die großen Marktführer der Branche zelebrieren innovationslose Langeweile, trauen sich nicht das geringste Risiko und verpulvern das Geld lieber in Kameraupdate, Nummer 1 Million – jetzt aber mit neuem Hersteller-Logo!

Die letzten wirklichen Innovationen kommen von den kleineren Herstellern und vor allem aus dem CSC-Segment. Zu dem Schluss ist auch der Fotograf Alexander Heinrichs gekommen, der vielen verwunderten Fragen mit einem Video begegnet, in dem er erklärt, warum er von Canon zu Sony (A7R) gewechselt ist. Seine Entscheidung hat Hand und Fuß und das ist eigentlich traurig für Canon.

Sony A77 II

Und so ist es auch wieder Sony, die jüngst eine spannende Neuvorstellung heraus gebracht haben. Und das, obwohl es „nur“ ein Kameraupdate ist. Die Alpha 77 II ist eine marginal überarbeitete Nachfolgerin der Alpha 77, die als kleine Schwester der vollformatigen Alpha 99 gilt.

sony_a772Äußerlich gibt es wenig neues – bis auf den auffälligen LCD, der weit nach oben und bis nach vorn geklappt werden kann. Vor allem die Innereien hat Sony neu verlötet und spielt die hauseigenen Trumpfkarten aus: Dank der SLT-Technik sind die Sonys ohnehin schon schnell. Hier hat man weiter getuned und das Autofokussystem verbessert. Der Sportwagen unter den APS-C-Kameras besitzt ganze 79 Autofokusfelder, die auf Wunsch nicht nur bis zum äußersten Rand reichen, sondern von denen auch gleich 15 Stück als Kreuzsensoren ausgelegt sind. Diese erkennen zwei Bewegungsrichtungen gleichzeitig und machen das System schneller und genauer.

Dank dieser Ausstattung fokussiert die neue 77 auf rekordniveau und drischt 12 Bilder pro Sekunde in voller 24-MP-Auflösung durch die Leiterbahnen. Nice. Freu‘ mich schon drauf, das mal anzufühlen.

Sigma dp2 Quattro

sigma-dp2-quattro-01Vor allem Sigma-Fans warten gespannt auf die Kamera und alle anderen sind ebenfalls neugierig. Denn mit den Quattro-Modellen kommt endlich eine Neuauflage der kompakten Kameras von Sigma, denen ein Foveon-Sensor in die Brust gepflanzt wurde.

Wer damit nichts anzufangen weiß: die Architektur des Sensors ist komplett anders als bei allen anderen Digitalkameras. Statt die Pixel auf einer ebenen Fläche anzuordnen, liegen sie in drei Silikonschichten eingebettet übereinander. Jede Schicht ist auf das Erfassen einer der Farben Rot, Grün und Blau ausgerichet. Während andere Sensoren die Farben zusammenrechnen müssen, wird beim Foveon jede zu 100 Prozent erfasst. Außerdem ist ein Tiefpassfilter überflüssig und bei den Kameras der dp-Serie sind die Optiken genau auf die Technik abgestimmt (also sozusagen Kompaktkameras mit Festbrennweite).

Der Lars von Foto[gen]erell fotografiert mit Sigma-Kameras. Werft einen Blick auf seine Bilder und wundert euch darüber, wie lebendig, plastisch und knüppelscharf seine Aufnahmen meist sind.

sigma-dp2-quattro-02Jedenfalls soll die Kamera – wenn alles gut geht – in knapp einem Monat erscheinen. Ich habe bereits mit einem Vorserienmodell gespielt. Das Handling ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, das Design schon geil und die Fotos … meine Fresse … die sind mindestens so scharf wie Scarlett Johannson.
Während sie dir einen Witz erzählt, nachdem sie eine Knoblauchzehe gegessen hat…

Leica T

leica-tNa schau einer an! Neues von einem der traditionsreichsten Unternehmen der Fotobranche überhaupt. Nachdem Leica so einige Sony-Kameras „veredelt“ hat und deren Technik in ein Mäntelchen mit rotem Logo hüllte, bringt das Unternehmen nun eine Eigenentwicklung heraus. Die erste „T“ ist eine spiegellose Systemkamera.

Hauptfeature: das Gehäuse. Und um ehrlich zu sein, das ist schon relativ spektakulär anzusehen. Der Body der neuen Leica wird nämlich aus einem einzigen Alublock gefräst. Das macht sie einzigartig elegant, ziemlich robust und gar nicht so schwer, wie man denkt. Leica hat diesen Vorgang sogar auf Video aufgenommen und präsentiert den Prozess (45 Minuten) in der langweiligsten Werbung aller Zeiten. Coole Idee.

Ich habe das Schätzen schon gestreichelt und bin positiv überrascht. Natürlich ist die Leica mal wieder ein Spezialist und kann nicht alles. Aber zumindest das Bedienkonzept hat mir schonmal gefallen. An der Rückseite findet man einen großen LCD, der Berührungen und auch Gesten erkennt. Menüs kann man sich selbst zusammenstellen und alles läuft flott und elegant.

Bin sehr gespannt darauf, wie die Bilder sein werden.
Um den stark technischen Charakter dieses Artikels etwas aufzulockern, nun noch ein Bild von mir mit deutlich pornographischer Natur:

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Nachdem es in den letzten Wochen also aus Mangel an interessanten Neuvorstellungen wenig zu berichten und keine Hands-ons hier im Blog gab, dürfte es in den kommenden Tagen – wenn mir die Zeit reicht – wieder mehr zu erzählen geben.

Wenn ihr das hier lest, bin ich auch schon wieder unterwegs, aber auf mworkz.net geht es dennoch munter weiter: Gestern gab es ja schon den Monatsrückblick und morgen haue ich euch eine komplette Bilderserie um die Tränensäcke.

Nachdem die #learnphotography-Reihe „Schwarzweiß verstehen“ nun vorüber ist (und gut bei euch ankam – vielen Dank für das Feedback und die Komplimente) – startet dann ab nächsten Sonntag bereits die nächste Artikelreihe. Darin wird es um fortgeschrittene Techniken des Datenmanagements gehen. Oder anders gesagt: Ich stelle euch eine Lösung vor, die wie Zauberei anmutet und keiner braucht. :)

stay tuned.

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2 Gedanken zu “Nixneuesheute: Sony, Sigma und Leica

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