Chasing Ice [KW23/2014]

Mich faszinieren die Eislandschaften an den Polen. Ich würde total gern dort mal hin reisen und sie fotografieren. Und vielleicht sollte ich das nicht mehr ewig vor mir herschieben…

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Von einem Bekannten weiß ich, dass zum Beispiel in den USA die Sensibilität für die allgemeine Klimaerwärmung nicht sehr hoch ist. Man versucht dort, das Thema zu vermeiden und die Medien sprechen davon, dass die Erderwärmung „noch nicht bewiesen“ sei.

Es ist jedoch tatsächlich so, dass mit 98 % Zustimmung der wissenschaftliche Konsens vorherrscht, dass die Erderwärmung sehr wohl existiert. Und schlimmer noch: Sie ist nicht mehr rückgängig zu machen. Wir Menschen haben zu lange gewartet, um etwas gegen schmelzendes Eis, kommende Überflutungen, katastrophale Wetterschwankungen und Dürren zu unternehmen. Wir alle hinterlassen unseren Kindern eine Erde, die ihnen das Leben schwerer machen wird als uns. Und sie werden keine Alternative haben.

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Während dies also als Tatsache angesehen wird, streiten amerikanische Lobbyisten und Medienmächte immer noch dagegen. Der NG-Naturfotograf und Geowissenschaftler James Balog hat es sich zur Aufgabe gemacht, Beweise für die Erderwärmung zu finden. Etwas, das jeder sehen und glauben kann. Zusammen mit dem Dokumentarfilmer Jeff Orlowski filmten sie Gletscher in Alaska, der Arktis und Grönland.

chasing-ice_05Über zwei Jahre hinweg haben sie mit selbstgebauten Zeitrafferkameras gefilmt. Dabei sind Bilder entstanden, die noch niemals ein Mensch gesehen hat. Die Pole sind nicht einfach nur ein Sammelbecken für große Eisbrocken – sie sind eine Landschaft, die aus Ebenen, Bergen und Tälern besteht. Und die verändert sich permanent.
Das erste Mal überhaupt konnten Menschen das Kalben eines ganz besonderen Gletschers sehen, des Ilussat-Gletschers in Westgrönland. Es dauerte ganze 75 Minuten lang, was zu einem Rückzug des Gletschers von rund 1,7 km über eine Breite von fast 5 km führte.
Was würdet ihr sagen, wenn nach nichtmal anderthalb Stunden ein Teil der Alpen verschwunden wären und ihr könntet nichts dagegen tun?

chasing-ice_04Der Film lief wohl Ende 2013 in deutschen Kinos, ist an mir aber leider komplett vorbei gegangen. Ich vermute mal, dass man sich gespart hat, dafür die Werbetrommel zu rühren. Inzwischen gibt es ihn auf DVD und BluRay und ist nach Meinung der Kritiker einer der beeindruckendsten und beängstigendsten Dokumentarfilme, die es je gab.

Es gibt den Film auch im Netz und in einem gewissen Videoportal zu finden, dort jedoch mit arabischen Untertiteln. Nur so als Hinweis, aber ich verlinke das hier nicht. Verlinkt habe ich euch oben den englischen Trailer. Es gibt auch einen deutschen, doch statt der gigantisch schönen Bilder mit den Pressezitaten hat man einfach hässliche Blackscreens eingebaut. Wer trotzdem einmal kurz wissen will, worum es geht, klickt hier.

Es gibt auch Ausschnitte aus dem Film im Netz. Zum Beispiel diesen hier. Dort kann man sehen, wie von einem Gletscher ein Berg von der Größe Manhattans bricht. Wer noch mehr über alles rund um den Film wissen möchte, kann sich diesen Vortrag ansehen. Google hat den Regisseur Jeff Orlowski an den Google Campus geholt, damit er von seinen Erfahrungen berichten kann.

Und zum Schluss noch der Titelsong des Films; gesungen von der wunderschönen Scarlett Johansson, begleitet von Joshua Bell:

Chasing Ice (official Trailer) [link] ist das Video der Woche vom 02.06.2014 bis 08.06.2014

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3 Gedanken zu “Chasing Ice [KW23/2014]

    1. Ja schon. Hab mir inzwischen die Doku angeschaut – ist weniger spektakulär als „Unser blauer Planet“ oder sowas. Dafür ist die Aussage deutlicher und weniger verklärt. Auf jeden Fall empfehlenswert.

      Gruß, ml

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