Nixneuesheute

Neueste Meldung: Die Platzhirsche unter den Kameraherstellern bleiben träge, bei den Konkurrenten tut sich ein wenig.

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Brave (oder tierisch gelangweilte) mworkz.net-Leser haben den Hands-on-Bericht zur Nikon D3300 gelesen. Die Kamera des japanischen Herstellers, die als SLR an Einsteiger gerichtet ist. Das Fazit habe ich verschwurbelt, Stefan Holl jedoch hat es in den Kommentaren vermutlich stellvertretend für viele Leser hier zusammengefasst: „Diese Kam[era] interessiert mich nicht die Bohne“.
Gut, für ihn war die Aussage darin begründet, dass er als ambitionierter Fotograf inzwischen mehr will. Ich will der D3300 auch nix abspenstig machen. Aber im Grunde hat Stefan recht: ja, sie ist nicht unbedingt Aufsehen erregend.

Canon EOS 1200D

canon_1200d_slantWenn ich schon die D3300 vorgestellt habe, wollte ich eigentlich auch der prompten Antwort des Erzrivalen eine Chance geben. Für genau dasselbe Marktsegment hat Canon nämlich die 1200D ins Rennen geschickt. Ich habe die Kamera auch in die Hand genommen, ausprobiert und … wieder weggelegt.

Sorry, ich will hier Nikon im Blog keinen Vorzug geben, aber nee – von der 1200D wird es hier wohl keinen Hands-on-Bericht geben. Grund? Zu langweilig!

Ernsthaft – ich hätte den Artikel zur D3300 nehmen, kopieren und die Modellnamen austauschen können – es hätte praktisch alles gepasst. Ein bisschen weniger Megapixel, ein bisschen Canon-typischer. Aber auch kompakt, unspektakulär und ohne jedes Wagnis. Auch hier hat man auf alles verzichtet, was die Zeichen der Zeit zuweilen fordern. Nix Klappmonitor, nix WLAN – schlimmer noch. Man macht bei Canon Werbung für eine „Companion App“. Das ist nicht viel mehr als ein illustriertes Handbuch für die Kamera, das ich mir aufs Smartphone quetsche. Kein Mehrwert darüber hinaus.

AF-S DX NIKKOR 18–300 mm 1:3,5–6,3 G ED VR

Ähnlich gähnend macht Nikon weiter. Erst gestern schubste man eine neue Kompaktkamera, ein neues Modell der spiegellosen 1er-Serie und ein frisches Superzoom auf den Markt. Das neue Nikkor ist eigentlich ein altes, jedoch modernisiert und überarbeitet.

Zugegeben, der fast 17-fache Zoomfaktor ist schon cool und für Einsteiger prima, um alles mögliche mit der Kamera und dem Objektiv machen zu können. Aber was wurde noch dran gemacht? Dann mal aufgemerkt!
Das neue Modell trägt den Namen:
AF-S DX NIKKOR 18–300 mm 1:3,5–6,3 G ED VR
Das vorhergehende trägt die Bezeichnung:
AF-S DX NIKKOR 18–300 mm 1:3,5–5,6G ED VR

nikkor_18-300Na? Was fällt auf? Genau, die Offenblende im Telebereich. Ist nämlich geringer. Das Ding ist also bei 300 Millimetern weniger lichtstark. Hat Nikon gepennt? Schreibfehler? Warum bringt man ein neues Objektiv heraus, das „schlechter“ ist?
Ganz einfach: weil es kleiner ist. Das neue Modell hat einen geringeren Durchmesser (natürlich ändert sich auch das Filtergewinde…), zwei Zentimeter kürzer und knapp 300 Gramm leichter. Dafür hat man einfach kurzerhand drei Linsen weggelassen. Drei asphärische und drei ED-Glaslinsen sind immer noch drin, aber unterm Strich sind es weniger.

Also ich weiß nicht…die Qualitätseinbußen werden zwar gering sein und für Fotografie-Einsteiger praktisch nicht sichtbar (falls es sie überhaupt gibt, ich kanns nicht beurteilen, würde es aber vermuten). Aber trotzdem. Geringere Leistung zugunsten kompakterer Maße? Muss das sein? Was meint ihr?

Sony Alpha 7s

sony-alpha-7s-smallEin wenig frischen Wind bringt Sony noch in den Kameramarkt. Gut, etwas ganz Neues haben sie diese Woche nicht präsentiert, aber die neue Zwischenversion der Alpha-7-Serie ist auch ein klein wenig mutig.

Bei dem Ding handelt es sich um den Nachfolger des bisherigen Marktsprengers. Die Alpha 7 war die erste Spiegellose, die einen Vollformatsensor in Fotografenhände legte und dabei extrem Kompakt blieb. Auflösung: 24 Megapixel. Als Zuckerli obendrauf gab es eine 7R-Version ohne Tiefpassfilter und mit aggressiven 36 Megapixel Auflösung. Da kann man gespannt sein, was die 7s aus dem Hut zaubert…

12 Megapixel.

Jup, genau. Sony hat für das neueste Modell die Auflösung der Standard-7 halbiert. Netter Zug, Sony. Aber es geht noch weiter. Neben einigen anderen Spielereien ist man besonders stolz auf das Rauschverhalten und die Lichtempfindlichkeit. Diese lässt sich jetzt nämlich in schwindelerregende Höhen von ISO 409.600 pushen. Irrsinn? Kommt euch aber bekannt vor? Genau, denn das habe ich auch schon im Hands-on-Artikel zum Sportmonster Nikon D4s geschrieben. Die kann das nämlich auch.

Sony hat sich also den Sensor geschnappt, ein bisschen dran rumgespielt, noch größere Pixel drauf geschweist und … Ja, bei den Japanern ist man etwas weniger zimperlich und entblößt mal eben Nikon. Denn was man munkelte, bestätigen sie indirekt. Allein von der Architektur und der brachialen Leistung der D4s her wäre es kein großes Problem, sie auch in 4k filmen zu lassen. Kann sie aber nicht.
Aber die Sony A7s filmt in 4k. Als erste spiegellose Systemkamera mit Vollformatsensor. Ein dezenter Handschuhwurf in Nikons Gesicht und mal wieder ein gewagter Vorstoß von Sony.

Ich mag CSCs noch immer nicht sonderlich, aber ich hoffe, Sony hat mit dem Ding Erfolg. Die großen Platzhirsche bleiben schon viel zu lang auf ihren Absatzzahlen sitzen, bringen langweilige Produkte raus und sperren sich gegen ein wenig Bewegung auf dem Markt.

There’s a thought in the river

Damit das hier nicht zum trostlosen Technikverfasulierungsartikel verkommt, gibt es hier noch einen Schnappschuss, den ich vor zwei Wochen oder so gemacht habe, als ich mal allein mit mir war:

theres-a-thought-in-the-river_001_online

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9 Gedanken zu “Nixneuesheute

  1. Dass die Canon EOS 1200D langweilig scheint, war mir auch schon bei FotoHits aufgefallen. Ich finde eh, dass diese Einsteigerreihe von Canon nicht wirklich empfehlenwert ist, nicht, dass ich Anfängern vom Kauf abraten möchte, aber z.B. die 600D ist inzwischen sehr oft sehr günstig zu haben…
    Und dass Nikon dem Objektiv Lichtstärke nimmt, ist ein echt schwacher Schritt…

    1. Hey Ulli!

      Ach, du bist der, der die FotoHits liest! :D
      Naja, ich kenne schon Leute, für die die 1200D das Richtige wäre. Aber im Rahmen des Produktportfolios und des Marktsegments erscheint sie so schrecklich überflüssig. Und mich nervt die offensichtliche Trägheit, die daran zu erkennen ist.

      Die fehlende Blende beim Nikkor fand ich auch ein starkes Stück. Noch mehr beunruhigt mich, dass es die entsprechende Käuferschicht nicht juckt. Aber ich denke auch, dass gerade Einsteigern das auffallen könnte, weil sie sorgsam vergleichen, und sich dann Fragen stellen werden.

      Gruß, ml

      P.S. Erstmal fettes Danke für all deine Likes – wenn ich das richtig sehe, dann hast du mir einen neuen -meiste-Likes-an-einem-Tag-Rekord beschert xD

      1. Hi Mario,

        hatte vor kurzem einen Stapel alter FotoHits-Magazine bekommen, also ca 40 Hefte von 2007 bis 2013. Und weil mir das gefällt kaufe ich mir das jetzt tatsächlich regelmäßig, tolles Heft, dass Ihr macht!

        Zu den „likes“: Gern geschehen, wollte eigtl nur die neusten Beiträge ansehen, aber hatte Zeit und kam dann von einem zum anderen. Dein Blog ist wirklich eine Schatzkiste!

        Gruß ulli

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