R.U.R. 2012

RUR 2012

Wir kennen die menschlich vertrauten Gesichter fremdartiger Maschinen aus Filmen. Es gibt sie mittlerweile auch in der wirklichen Welt. Doch zumeist respektvoll abgegrenzt von tatsächlich menschlichem Aussehen.

Ich finde die Frage spannend, etwas so vertrautes wie eine menschliche Gestalt abstrahiert zu sehen (jeder Leser dieses Blogs wird bereits auf dieses Konzept gestoßen sein). Auf eine Art und Weise, die mitunter verstörend wirken kann. Weil sie uns so nah zu sein scheint, aber dennoch so fern ist. Und sich dann zu fragen: wo verläuft die Grenze?

Ein Bild wie das obige würde jeder Künstler mit etwas Verstand am Computer machen. Da ich glücklicherweise meinen Verstand nur sehr sparsam einsetze und wenig Ahnung von 3D-Modelling habe, nahm ich ein Foto und veränderte es so, dass es letztlich weitgehend künstlich aussah.

Um eventuelle Fragen vorwegzunehmen: Ja, es war brutal schwere Arbeit. Das Gesicht und der Oberkörper sind nicht neu geformt, sondern basiert auf nackt fotografierter Haut. Man muss das richtig beleuchten, damit man es so entfärben und weich zeichnen kann. Da dann kaum etwas von der Oberfläche übrig bleibt, muss alles neu gezeichnet werden. Das ist mir auch wahrlich nicht perfekt gelungen, doch jede Spiegelung, Reflexion und jeder Schatten ist handgezeichnet. Damit der Oberkörper etwa nach poliertem Kunststoff aussieht, der auch noch matt ist, waren acht Ebenen übereinander nötig. Auch die Lichtbrechungen im Gesicht – auf Wangen und Nase beispielsweise – sind handgezeichnet.

R.U.R. 2012 ist eine meiner aufwändigsten Arbeiten, aber ich mag es. Eine ganze Zeit lang brachte es mir genau die Fragen näher, die ich damit stellen wollte. Während den drei Tagen, die ich daran gearbeitet habe, stellte ich mir viele Fragen, wie man eine solche Maschine entwerfen würde. Und welche Tabus man brechen würde.
Wie real dürfen die Augen aussehen? Jedes der Augen ist ganz neu aus insgesamt sieben Schichten aufgebaut und interessanterweise – so filigran unendlich, so unnatürlich kalt ich sie auch gemacht habe – am Ende wirken sie menschenähnlich. Genauso ist die gesamte Figur Schicht für Schicht in 90 Bildebenen gewachsen.

Mehr! Fotografie und Digial Art.

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2 Gedanken zu “R.U.R. 2012

    1. Hey Rafael!
      Ich würde fast behaupten, dass Asimovs Gesetze permanente Aktualität besitzen. Auch sie schwingen immer mit, wenn man an künstliche Menschen denkt. „The Arsenal of Freedom“ hatte ich fast vergessen. Schwer anzunehmen, dass die Reise irgendwann in diese Richtung geht, wenn nicht Moral und Ethik über die fortschreitende Entwicklung gestellt werden. Aber wie wir wissen, muss man immer erst auf die Nase fallen, bevor man daraus lernt..

      Gruß, ml

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