Hands on: Fujifilm X-E2

Schon wieder eine Fuji? Hab ich zuerst auch gedacht, dann ist mir aufgefallen, dass ich hier auf mworkz.net noch gar nicht so viele vorgestellt habe. Die X-E2 ist das neueste und derzeit fortgeschrittenste Kameramodell der X-Serie. Ob das etwas zu bedeuten hat, erfahrt ihr hier.

Fujifilm war in diesem Jahr sehr fleißig und baute kontinuierlich das Kameraportfolio inklusive Objektive aus. Das mussten sie auch, denn die X-Modelle erfreuen sich sehr großer Beliebtheit. Ich selbst hatte so die X-E1, X-M1, X-A1 und die X-E2 in der Hand. Die E2 ist in diesem Portfolio die Kamera, die einer Weiterentwicklung des Teils mit sich bringt, das die Fuji-Modelle wohl am interessantesten macht: den Bildsensor.

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Eindruck

Äußerlich zeigt die Fujifilm X-E2 wenig Neues im Vergleich zum Vorgänger. Der Fotograf hat eine schicke und handliche Systemkamera in der Hand, die einen unauffälligen Retro-Eindruck vermittelt. Das Design kann einem arbeitenden Fotografen ja eigentlich Wurscht sein, aber ich muss zugeben: in meiner Vorstellung hat der typische, trendige Street-Photographer genau so ein Modell in der Hand.

Dort liegt sie auch ganz gut, obwohl der Griffwulst etwas dünn ist und sich der LCD nicht schwenken lässt. Die Kamera ist kompakt aber nicht ganz so auf kleine Maße getrimmt wie etwa die X-M1. Diese muss daher auf einen Sucher verzichten und bekam dafür den Klapp-LCD spendiert. Die X-E2 hat einen Sucher an Bord und der ist als OLED-Lösung mit 2,3 Millionen Bildpunkten sogar sehr hoch aufgelöst. Andere Hersteller kriegen den noch etwas knackiger und heller hin aber das ist Meckern auf recht hohem Niveau.

Eigenschaften

16 Megapixel vereint der Bildsensor im APS-C-Format auf sich. Das halte ich für eine durchaus gängige und ausreichende Auflösung, mit der man viel anstellen kann. Glücklicherweise fällt die bei den Fuji-Kameras ohnehin weniger ins Gewicht, denn die eigentliche Stärke ist der sehr hohe Dynamikumfang und die Farbqualität. Das macht Fuji anders als andere und dieser Umstand geht auf eine Eigenentwicklung, den sogenannten X-Trans CMOS-Sensor zurück. Der zeichnet sich in erster Line durch eine unregelmäßige Anordnung der Pixel aus. Somit entstehen keine wiederkehrenden Muster, das Bild ähnelt stärker einem analogen Film und ein Tiefpassfilter wird überflüssig – theoretisch kann also die maximale Auflösung des Sensors ausgenutzt werden. Die X-E2 verfügt nun über die zweite Generation dieses X-Trans-Sensors.
Das fühlt sich nicht wesentlich anders an als beim Vorgänger, macht sich bei Fotografen mit Feingefühl und etwas Erfahrung aber durchaus bemerkbar. Ähnlich wie bei Sigmas Foveon-Einheit hat man irgendwie das Gefühl, näher an der Fotografie dran zu sein.

Neu ist ansonsten noch das Autofokussystem. Hier kommt die Lösung zum Einsatz, die schon in der X100S verbaut wurde. Es handelt sich um ein Hybrid-System, das einen schnellen Phasen- und einen sehr genauen Kontrast-Autofokus verbindet. Ebenfalls mit im Gehäuse steckt jetzt ein WLAN-Modul. Kabellos Bilder übertragen ist ganz fein, viel mehr (fernsteuern zB) geht aber leider noch nicht.

Performance

Kurz und knapp: einwandfrei. Der Autofokus ist tatsächlich rasant. Schneller, als bei so mancher betagter SLR, die ich mal in der Hand hatte. Sehr praktisch ist dabei die Peaking Funktion: sie markiert im Sucher bzw. LCD die scharfen und unscharfen Bereiche mit einem Muster. So sieht man sehr genau, wann etwas scharf gestellt ist.

Etwas, das ich an den Fuji X-Kameras sehr mag: Man neigt stark dazu, sich „analog“ zu fühlen. So gibt es beispielsweise oben diesen Einstellring, der neben den üblichen Automatiken auch gleich Verschlusszeiten vorgibt. Ein zweiter Einstellring steuert direkt die Über- und Unterbelichtung einer Aufnahme. Und ebenfalls unterstützt die X-E2 natürlich die Blendenringe an den Objektiven. Auch das ist nicht in der Kameraklasse übrig. Es macht einfach Spaß, ein Motiv anzuvisieren und wenn man feststellt, dass der Himmel total überbelichtet ist, einfach den Blendenring zu drehen. Sofort bekommt man ein ausgewogeneres Bild und sieht das direkt in Echtzeit auf dem LCD. Ganz toll und gerade beim spontanen Fotografieren kann man sich damit eine Menge Bilddetails retten.

Auf die Lichtempfindlichkeit muss man dabei weniger achten. Die Fuji hat zwar leider nur ISO 200 als Minimum, doch dafür ein sehr gutes Rauschverhalten und einen scheinbar hohen Dynamikumfang bis in höhere ISO-Werte.

Fazit

Hach, die Fujifilm X-Modelle. Das sind schon schicke Teile. Sie rangieren irgendwo oberhalb den Einsteiger-Systemkameras und unterhalb absoluten Profimodellen (wenn man die X-Pro1 mal außen vor lässt). Das bedeutet zum einen, dass sie nicht ganz billig sind und zum anderen, dass ihnen Modelle wie die Olympus OM-D EM-1 noch überlegen sind.
Aber das ist auch ganz in Ordnung so, denn die X-Kameras besitzen ein rundes Gesamtkonzept. Einen besonderen Sensor mit hohem Potential, Handlichkeit und ein attraktives Retro-Design (für die, die es überhaupt noch ertragen können). Dazu kommt ein schönes Bedienungskonzept, das den Fotografen viel selbst machen lässt und hochwertige Objektive. Eine schöne Geschichte für den Urlaub oder meiner Meinung nach für die Street Photography, wenn ich weiß, wie ich meine Kamera zu bedienen habe und das volle Potential aus der Umgebung schöpfen will.

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Mehr! Die Bilder oben in Originalauflösung kann man sich hier anschauen. Weitere voll aufgelöste Bilder zu meinen Hands On-Berichten sind hier zu finden. Mehr Hands on-Berichte selbst zu verschiedensten Kameras und Objektiven gibt es hier.

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5 Gedanken zu “Hands on: Fujifilm X-E2

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