(Bild-)Ansichten der sozialen Netzwerke, Teil 1

Ich will ehrlich sein: Ich bin kein Tippsel-Junkie, der sich täglich Stunden in sozialen Netzwerken herum treibt. Und ich will noch ehrlicher sein: Wenn ich pro Woche eine Stunde in den Netzwerken herum schwirre, in denen ich angemeldet bin, dann ist das schon viel (WordPress mal außen vor gelassen).

Das große Aber: Möchte man seine Fotos unter die Leute bringen, möchte, dass sie gesehen werden und Feedback oder Kritik bekommen, dann muss man sie in ein soziales Netzwerk packen. Ist einfach so.
Aber so wirklich begeisterungswürdig ist das oftmals nicht. Welchen Eindruck habe ich (von ein paar wenigen) in letzter Zeit gewonnen:

WordPress

Die Darstellung von Bildern im Fließtest ist tadellos. Verkleinerte Fotos zentriert, links oder rechts ausgerichtet – da gibts nicht viel zu meckern. Hat man ein einzelnes Bild gepostet, sieht es ordentlich aus. Klickt man es an, wird es direkt in einer neuen Browseransicht als einzelne Datei geöffnet.
Das ist nicht gerade schön, man verliert unter Umständen den Faden aber dafür wird das Foto kaum überarbeitet und mit einem einzelnen Klick sieht man es in Originalgröße und unverfälscht.

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Kommen wir zu meinem speziellen Sorgenkind: den Galerieansichten. Da muss ich immer wieder seufzen, denn es ist tragisch. Es gibt mehrere Galeriedarstellungen, mir gefällt die „Tiled Mosaic“ sehr gut, die auch im Bild oben zu sehen ist. Klickt man eines der Bilder an, öffnet sich eine Karussell-Darstellung.

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So weit, so schlecht. Immerhin ist der Hintergrund dunkel, das ist schonmal ein Pluspunkt. Durch die großen Pfeile an den Seiten sehe ich, dass es noch mehr zu entdecken gibt. Auch gut. Warum der gigantische Kommentarkasten unten sein muss und damit sowohl Hoch- als auch Querformatbildern den Platz nimmt, keine Ahnung. Am schlimmsten aber finde ich, dass das WordPress-Plugin die Bilder weichzeichnet. Durch das Skalieren sind alle Fotos leicht unscharf und das stößt mir immer wieder sauer auf.
Welcher Betrachter macht sich schon die Mühe und klickt unten auf „Bild in Originalgröße anschauen“? Statt dessen drischt er auf die Esc-Taste um die Ansicht zu schließen und denkt sich: was für ein Amateur, kann nicht mal scharfe Aufnahmen machen.
Sehr, sehr ärgerlich.

Facebook

Über die Darstellung von einzelnen Bildern im Stream der Seite schweigen wir mal lieber… Oder vielleicht auch doch nicht. Facebook versucht natürlich, den Geschmack der Zeit zu treffen und kleistert alles mit Bildern zu. Sovielen, dass die eigenen Fotos kaum noch Beachtung finden.
Noch schlimmer ist vermutlich, dass ein Facebook-Post eine Lebenszeit von unter zwei Stunden hat. Bekommt man also wenig likes oder der Post wird nicht geteilt, dann verschwindet das eigene Bilder nach wenigen Minuten im Nirvana und es hat nie existiert.

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Immerhin hat Facebook nachgebessert und die Einzelansicht stark verbessert. Fotos bekommen sehr viel Platz und werden vom Platz her gut dargestellt, wenn sie groß genug sind. Aber wieviele Bilder auf Facebook sind schon groß genug?
Das führt direkt zum weiteren Kritikpunkt: Hat man seine Bilder nicht mit „hoher Auflösung“ hochgeladen (und viele Fotografen wollen das auch nicht), dann sieht die Darstellung mehr als bescheiden aus. Facebook rechnet praktisch jede Ansicht gnadenlos runter, wodurch die Farbdynamik einbricht und es zu Pixelartefakten kommt.
Etwas schade ist auch, dass sich der Kommentarbalken rechts so stark abhebt. Ein mittleres Grau als Hintergrund zum Beispiel wäre noch eine Nummer feiner. Immerhin werden die Bilder zumindest in der PC-Ansicht kaum verfälscht. Was scharf ist, bleibt eigentlich auch scharf. (Facebook auf Mobilgeräten ist da eine andere Hausnummer und leider der meist genutzte Zugang zum Netzwerk weltweit)

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Flickr

Flickr hat ja vor einer Weile das Design umgestellt und ich finde, man hat einen enormen Schritt nach vorn gemacht. Die Darstellung des Fotostreams ist in Bezug auf die Präsentation der Fotos kaum zu übertreffen:

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Die Einzeldarstellung eines Fotos ist auch okay. Wieder schwarz hinterlegt, aber leider auch mit dem – in meinen Augen – sehr ablenkenden krassen Schwarzweiß-Kontrast. Immerhin ist die Darstellung sehr groß und scharf:

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Klickt man das Foto in der Einzelansicht nochmal an, dass wird es sogar noch einzelner angezeigt. Mehr Foto darstellen geht eigentlich kaum, lediglich das Flickr-Logo ist noch von der Seite zu sehen. Top!

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Google+

Im Gegensatz zu Facebook macht Googles Netzwerk einiges besser, wenn auch nicht alles perfekt ist. Positiv ist auf den ersten Blick, dass Fotos im Stream deutlich heraus stechen. Das gesamte Design ist recht zurück haltend und räumt den Inhalten Priorität ein. Ganz ohne bunte Minibildchen kommt auch G+ nicht aus, beschränkt sich dabei aber auf die Avatare der Nutzer, die insofern nützlich sind, als dass man über sie noch mehr interessante Inhalte finden kann.
Weil die Darstellung von Fotos so prominent gemacht ist, passen auch nicht allzu viele auf einmal in eine Streamdarstellung. Man muss scrollen….

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Die Einzelbild-Darstellung ist ein Mischmasch aus Facebook und Flickr. Das Bild wird knackscharf und sehr groß präsentiert. Deutlicher Pluspunkt. Unten wieder Pfeile, die mir andeuten, dass da noch mehr ist und ein Symbol, das ich mit etwas Fantasie als eine Galerie assozieren kann. Doof: Auch hier Schwarzweiß-Kontrast-Design mit Kommentarleiste rechts. Ebenfalls leicht verbesserungswürdig: die Werkzeugleiste oben. Macht die doch ausklappbar, Google, und zeigt nur den Share-Button, mehr braucht man meist doch nicht.

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Aaaber es geht noch besser! Auch bei G+ gibt es eine Super-Einzel-Alleinansicht, wenn man bei einem Bild in die obere rechte Ecke klickt. Habe ich bei Flickr eben geschrieben, mehr darzustellen ginge kaum? Google zeigt, wie es doch geht. Das ist fast noch attraktiver als die WordPress-Einzelansicht, da man hier einen schwarzen Hintergrund hat.

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Mehr…

… gibt es in der Fortsetzung dieses Artikels. Verzeiht mir, dass ich den Beitrag hier trenne, aber wir wissen ja: zuviel Text wird im Internet nicht gelesen. Und ich habe noch ein paar Netzwerke, auf die ich eingehen möchte. So etwa deviantart, fotocommunity, pinterest und tumblr sowie 500px. Wenn ihr noch eines kennt, das ich mir mal ansehen sollte, dann schreibt das bitte in die Kommentare.

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6 Gedanken zu “(Bild-)Ansichten der sozialen Netzwerke, Teil 1

  1. Die Begeisterung über die Facebook-Fotoqualität kann ich nicht teilen. Ich veröffentliche selten etwas über 800x600px und da kommt bei Facebook nur unterdurchschnittliche Qualität raus. Besonders an starken Kontrastkanten und in dunklen Bereichen werden Komprimierungsartefakte sichtbar. Mag sein, dass das bei größeren Auflösungen anders ist, aber wer lädt schon hochauflösende Bilder bei Facebook hoch.

    1. Hallo noise!

      Nagut, Begeisterung insofern, als dass es früher noch um Welten besch….eidener war. ^^ Aber du hast völlig recht, klickt man auf „Hohe Auflösung“ sieht es gut aus, alles drunter bleibt unterdurchschnittlich. Mir ist das selbst kaum aufgefallen, da ich Fotos kaum noch manuell, sondern per IFTTT.com poste.
      Danke für den Hinweis!

      Gruß, ml

      1. Hm, Facebook wird sich da an einer ganz bestimmten Auflösung orientieren…
        Meine Bilder haben an der kürzesten Seite 2.000px. Lädt man das plus „hohe Auflösung“ hoch, dann sieht das so aus:

        Liegt die Auflösung drunter oder man lädt es nicht in hoher Auflösung hoch, dann scheint Facebook das Bild „kaputt“ zu rechnen und nimmt als maximale Größe das da:

        Gerade im oberen Bereich sieht man ein paar Artefakte.

        Dein Beispielbild ist aber auch ein schwieriger Fall für Komprimierungsalgorithmen ;)
        Trotzdem ist das Ergebnis eindeutig und darum empfehle ich auch immer wieder Google+ eher für Fotografen.

        Danke für die Beispiele und Gruß,
        ml

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