Emperor’s Speech

Ich bin ja niemand, der sich dauerhaft nur mit einer Sache beschäftigen kann. Ich schreibe, filme und fotografiere. Aber ich probiere auch gern Neues aus, mache Digital Art und erschaffe gern ungewöhnliches. Etwas in der Art präsentiere ich euch heute.

Es beginnt mit einer der besten Sachen in meiner (und vielleicht auch eurer) Jugend: Lego. Ich war ein großer Lego-Fan und auch damals schon fleißig kreativ. Die Originalmodelle lebten bei mir nur kurze Zeit, sehr viel schneller nahm ich sie wieder auseinander und benutzte die Teile, um ganz eigene Modelle zu bauen.
Vor ein bis zwei Jahren hatte ich Bock, dies mit meiner Leidenschaft, der Fotografie zu verbinden. Wie sich herausstellte, ist es eine durchaus weit verbreitete Angelegenheit, Lego zu fotografieren, um eigene Kunst zu erschaffen. Auf Flickr etwa gibt es einen sehr talentierten Künstler namens Avanaut, der Lego und auch anderes Spielzeug erstaunlich atmosphärisch in Szene setzt.

Das wollte ich auch, hatte aber ein Problem: Ich hatte natürlich nie genug Bausteine in den richtigen Farben zu Hand um zu bauen, was ich brauchte. Lego selbst schafft Abhilfe mit dem Lego Digital Designer (LDD). Das ist ein leicht zu bedienendes Programm, mit dem man Modelle virtuell und in 3D erschaffen kann. Egal, welche und wieviele Steine man braucht und egal, in welchen Farben.
Das war für mich die Lösung, denn die fertigen Modelle kann man ja vom Bildschirm abfotografieren und weiter verarbeiten. So entstehen Szenen und Bilder, die man (fast) nach ganz eigenen Wünschen gestalten kann. Wie das geht, seht ihr hier:

Das Modell bauen

Emperor's Speech [makingOf 1]

Mit dem LDD ist es natürlich kein Problem, Massenszenen zu erschaffen – im realen Leben ist es unverhältnismäßig teurer, all diese kleinen Figuren zu besorgen. Darum wählte ich auch eine solche Szene für das Digital Art-Bild aus. Als Setting hatte ich mir das Star Wars-Universum heraus gesucht. Im Bild oben sieht man den Modellaufbau. Ich wollte einen Hangar, wie er auf dem Todesstern zu finden sein könnte und Darth Vader, der eine Ansprache an die Mannschaft hält. Im Screenshot ist die gesamte Location bereits fertig gebaut; Steine sind im LDD generell erstmal rot, bis man sie einfärbt.

Emperor's Speech [makingOf 2]

Auf diesem Bild habe ich das Set bereits eingefärbt. Der Laufsteg mit Darth Vader ist separat gebaut und hat keine Verbindung zum restlichen Set. Das musste ich so machen, um ihn getreu der Perspektive, die ich geplant hatte, einbauen zu können.

Emperor's Speech [makingOf 3]

Hier habe ich das Set so fotografiert, wie ich es haben wollte. Wie man sieht, scheint Vader auf seinem Steg höher zu stehen als die Storm Trooper unten. Dass zwischen beiden eine Lücke ist, sieht man aufgrund der Perspektive nicht mehr.
Was auch auffällt sind die Probleme, die der LDD schafft: Bis auf die perspektivischen Linien hat das Bild keine Tiefe und keine Atmosphäre. Das Programm kann weder Licht simulieren noch Schärfentiefe berücksichtigen – alles wirkt irgendwie flach.
Das ist der Punkt, an dem es mit Photoshop weiter geht.

Emperor's Speech [makingOf 4]

Begonnen habe ich mit der Beleuchtung und dem Kraftfeld, das den Hangar vom Weltraum trennt. Das Kraftfeld habe ich mit Farbflächen und ein paar PS-Filtern gebaut, es besteht aus insgesamt vier Ebenen. Die gelben Linien im oberen Bereich habe ich anschließend mit Licht gefüllt und es kommt ein diffuses, weißes Strahlen von außerhalb des Bildes. Ganz neu sind die blauen und roten Lichter an den Wänden und am Boden. Dort, wo sie zu sehen sind, war vorher gar nichts.

Emperor's Speech [makingOf 5]

Weitere Effekte: Dem Boden habe ich etwas Glanz verschafft, wie es auch in den Filmen oft zu sehen ist. Dazu habe ich zum Beispiel die Soldaten einfach kopiert, gespiegelt und transparent in den Boden eingefügt. Auch die gelbe Licht-Linie oben spiegelt sich nun.
Außerdem habe ich Vorder- und Hintergrund voneinander getrennt, indem ich Vader und seinem Laufsteg eine Unschärfe verpasst habe.

Emperor's Speech [makingOf 6]

Und noch ein paar Effekte! An den Wänden kommt nun Rauch aus den grauen Rohren und auch die roten Lampen am Boden scheinen nun zu dampfen. Leider besitzen die Helme im LDD keine Texturen, ich musste also die schwarze Färbung der Augengläser von Hand einzeichnen.

Emperor's Speech [makingOf 7]

Später ging das Ganze noch durch Lightroom, um die gesamte Beleuchtung etwas zu verfeinern. Im Bild oben sieht man einen Vorher-Nachher-Vergleich: links das fertige Bild mit allen Effekten und etwas Film-Grain. Rechts daneben der Screenshot, wie er direkt aus dem Digital Designer kam.

Emperor's Speech

Und hier das fertige Digital Art. Für mich war es so etwas wie eine Fingerübung, um zu schauen „was so geht“. Witzigerweise fand es eine französische Lego-Design-Seite interessant genug, um es auf deren Webseite zu präsentieren.

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4 Gedanken zu “Emperor’s Speech

    1. Hallo!

      Was!? Kritik?? Nein, das geht gaar nicht!
      War’n Scherz :) Kritik ist immer willkommen, denn wenn man immer nur gelobt wird, weiß man gar nicht, was für einen Mist man fabriziert. Du könntest vielleicht recht haben; Rauch hat an den roten Lampen ja eigentlich wenig zu suchen, ich habe da eher an Magnesiumfackeln und so etwas gedacht. Rauch ist aber eine knifflige Angelegenheit, den glaubwürdig hinzubekommen. Ich nehm’s als Warnung für zukünftige Projekte, danke! :)

      Gruß, ml

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