Zeiss Touit 12 & 32 [Testbilder]

Die heutigen Bilder warteten schon eine ganze Weile darauf, mal verarbeitet zu werden. Nun hatte ich endlich Gelegenheit, sie für euch mal rauszukramen und etwas dazu zu schreiben. 

Bereits im Juni konnte ich an die Zeiss Touit-Objektive Hand anlegen. Von der Kombination des Weitwinkelobjektivs mit einer Fujifilm X-E1 war ich so positiv überrascht, dass ich hier im Blog direkt schon mal einen Artikel darüber schrieb: „think under a drowning sky„.
Die erste Begegnung allerdings hatte ich mit den beiden Optiken in München. Zeiss lud dazu ein, die Neuvorstellungen anzusehen und auszuprobieren. Es handelte sich dabei auch nicht um irgendwelche Produkte, sondern Zeiss‘ eigene Erstlinge auf dem Markt der spiegellosen Systemkameras. (Man arbeitete bisher schon mit Sony zusammen, um eine gemeinsame Optik heraus zu bringen, aber die Touits sind Zeiss‘ eigene Entwicklungen).

Ich konnte die Teile ausprobieren und auch mit Zeiss-Mitarbeitern und -Ingenieuren sprechen. Blickt man zurück auf den Siegeszug der CSC’s könnte man die Frage stellen, warum das Unternehmen solange gewartet hat, sich an dem Markt zu beteiligen. Die Antwort lautete: „Erst jetzt ist die Zeit reif und die Kameras gut genug, um Zeiss-Objektive zu tragen.“ Klingt ganz schön vermessen und arrogant? Steckt aber eine Überlegung dahinter.

Die (bisher) zwei Modelle gibt es nur für Sony NEX- und Fujifilm X-Kameras. Ganz einfach, weil diese beiden Hersteller die größten Chips in ihre Kameras einbauen. Zeiss ist nämlich der Meinung, dass nicht nur die Megapixel-Menge, sondern auch die Größe des Bildsensors für gute Qualität entscheidend ist. (Eine Prämisse, die ich auch ständig und wo ich kann mit zum Besten gebe ^^).
Daher also die Aussage, man baue Optiken erst, wenn die Technik soweit ist. Und Zeiss steht hinter diesem Statement. Denn auf die Frage „Wann wird es die Touits auch für andere Kameras geben?“ kommt die Antwort „Wenn die richtige Technik drin steckt.“

Zeiss Touit 2.8/12

Dieses Objektiv hat mich am meisten beeindruckt. Denn schon mit bloßem Auge sieht man hier eine deutlich gehobene Bildqualität. In München konnte ich es an einer Sony NEX-7 ausprobieren (siehe Fotos unten), später auch an einer Fujifilm X-E1. Mit einer Brennweite von 18 Millimetern entsprechend dem Kleinbildformat bekommt man an den Spiegellosen gleich mal einen ganz neuen Blickwinkel spendiert. Und den so korrekt und natürlich, dass es eine wahre Freude ist.

testfotos_zeiss-touit-12_003_onlineWerft zum Beispiel mal einen Blick auf das Foto links. Das Touit 2.8/12 bringt eine der extremsten Weitwinkelperspektiven auf CSC-Kameras, die man derzeit haben kann.
Wer mit Weitwinkel fotografiert, weiß, dass es dabei zu ganz ordentlichen Verkrümmungen kommen kann, die vor allem an den Bildrändern zu sehen sind. So, und jetzt schaut euch das Foto links an und sucht mal. ^^
Im Ernst: So gerade, wie der Lampenhalter rechts im Foto nach oben strebt, habe ich das überhaupt noch nicht gesehen mit einer solchen Kamera-Objektiv-Kombination. Recht beeindruckend. Dem 12er wird eine Unschärfe im Randbereich nachgesagt, was prinzipiell normal ist und mir an der Fuji auch aufgefallen ist, aber schaut man sich den hölzernen Spiegelrahmen am obersten rechten Rand an, kann von Unschärfe keine Rede sein.

Zeiss Touit 1.8/32

Eine besonders lichtstarke Normalbrennweite (48 Millimeter): das will das 32er Touit sein. Und es gelingt ihm wirklich gut. Auch die Fotos unten sind mit der NEX-7 entstanden, leider aber als JPG-Bilder weil ich Speicherplatz sparen musste und mit Standardeinstellungen, weil ich die Kamera nicht gut kannte. Darüber hinaus sind sie mit Blende f1,8 geschossen, weil ich die Performance bei Offenblende sehen wollte.

Wenn die Fotos also bescheiden aussehen, dann weil die Kamera und ich schuld sind. Im Ernst, man kann fast behaupten, dass das Zeiss an der Kamera fast verschwindet. Es lässt die Kamera so arbeiten, wie man sie benutzt. Fängt natürliches Licht ein, pumpt jedes sichtbare Detail auf den 24-Megapixel-Sensor und fügt ein Bokeh hinzu, wie man es fast von Vollformat-Kameras kennt.
Herrliches Porträt-Objektiv – ich könnte mich darüber ärgern, keine Fotos mit kleinerer Blende gemacht zu haben. Die sauber scharf gestellten Bilder hätten mir den Rest gegeben.

Eins dürfte deutlich geworden sein: Zeiss übt Kompromisslosigkeit. Derzeit haben sie ja ein 1,4/55er-Modell in der Entwicklung, das als Antwort auf die enorm hohen Ansprüche etwa einer Nikon D800 ausgerichtet sein soll. Tatsächlich gibt es derzeit nur eine handvoll Optiken, die der D800 gewachsen sind und Zeiss nahm die Herausforderung an und baut eine extrem lichtstarke Normalbrennweite. Aber ich schweife ab, weil ich so gespannt darauf bin… :)

Auch bei den Touits herrscht Kompromisslosigkeit. Das hat gegenüber Konkurrenten auch Nachteile zur Folge, wenn wir ehrlich sind. Die Konstruktionen haben keinen Bildstabilisator und fokussieren präzise aber zu gemächlich für Videoaufnahmen. Außerdem kosten sie ein paar gute Hunderter mehr als vergleichbare Modelle. Dafür ist die Verarbeitung ausgezeichnet und die Bildqualität praktisch nicht vergleichbar. Denn die bringt Profi-Qualität in die Hände von Fotografen mit spiegellosen Systemkameras.

Mehr…

… Testbilder zu verschiedensten Kameras und Objektiven gibt es hier. Noch ein Hinweis: Die WordPress-Galerieansicht skaliert die Fotos für den Bildschirm, weshalb sie unscharf wirken. Originale anschauen mit Klick auf den entsprechenden Link unten rechts in der Einzelansicht.

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3 Gedanken zu “Zeiss Touit 12 & 32 [Testbilder]

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