Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1 [Testbilder]

Ich bin da noch über ein paar Fotos gestoßen, die ich mit Tamrons Premium-Makro geschossen habe und die möchte ich euch nicht vorenthalten. Hier sind sie.

Leser dieses Blogs wissen ja: ich mag Motive, aber ich hab keine Ahnung vom Fotografieren. Das ist ein echtes Problem, wenn man in die Makro-Fotografie vorstoßen möchte, denn es gibt selbst für eingefleischte Fotografen so unglaublich viel Neues zu entdecken. Allerdings fordert dies auch – will man es denn richtig machen – eher fortgeschrittene fotografische Fähigkeiten.

Denn geht man wirklich wirklich nah an die Motive ran, sinkt die Schärfentiefe dramatisch und jede winzige Bewegung reicht, um die Blume, das Insekt oder sonstwas aus dem Fokus geraten zu lassen. Als wäre das noch nicht genug, wird auch das Licht zum Feind. Man braucht viel Licht, um mit kurzen Verschlusszeiten eventuelle Verwacklungsunschärfen zu kompensieren. Hat man zu wenig, bleibt der Verschluss zu lange zu und selbst ein Chirurg holt kein scharfes Bild mehr heraus. Eine Ablage oder gar ein Stativ wird da schon fast zur Pflicht.

Auch ein gutes, lichtstarkes Objektiv kann da nicht schaden. Wie zum Beispiel das Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1. Mit einer maximalen Offenblende von f2,8 gehört es zu dem, was sich Vollformatfotografen wünschen. Auch schön: ein Bildstabilisator ist ebenfalls an Bord. Ich mag verspieltes Design und finde das SP 90 jetzt nicht so wahnsinnig schick, aber hat man die Fotos damit erstmal gesehen, darf es ruhig auch wie eine China-Plastiklinse aussehen (was sie ja dann doch nicht tut).

Frigide Frösche

testfotos-tamron90mm_001-online

Das hier ist schonmal ein schönes Beispiel und zeigt, was man mit dem Tamron alles machen kann. Eigentlich ist der Frosch gar nicht frigide gewesen, denn es war gerade Paarungszeit. Vermutlich war er schockiert, wenn man bedenkt, dass der Durchmesser der Linse fast so groß wie er selbst war und ich auf ungefähr 18 Zentimeter an ihn heran bin.

Man muss sich das vorstellen: ich hatte kein Stativ dabei, ich konnte nicht sicher sein, wann er sich davon macht und ich habe mich langsam immer weiter über den Teich vorgebeugt und in Abständen immer wieder ein Foto geschossen. Weiter ran, Schuss, weiter ran, Schuss, bis ich soweit ran war, wie das Tamron gerade noch scharfstellen konnte. Dazu braucht es ein Objektiv das nicht zu schwer ist, das einen guten Stabi hat und schnell scharfstellt. Wie ihr seht: gelungen.

Was für irrsinnige Aufnahmen möglich sind, sieht man an diesem 100-Prozent-Ausschnitt. Keine Vergrößerung! Man sieht aber auch, wie extrem gering die Schärfentiefe ist.
Was für irrsinnige Aufnahmen möglich sind, sieht man an diesem 100-Prozent-Ausschnitt. Keine Vergrößerung! Man sieht aber auch, wie extrem gering die Schärfentiefe ist.

Blühende Blumen

Mit einem Makro-Objektiv zu arbeiten – vor allem am Vollformat – ist wie gesagt nicht einfach. Die große Offenblende verleitet dazu, sie auch zu benutzen. Was jedoch umgehend die ständige out-of-focus-Gefahr erhöht. Und ehrlich gesagt: nicht immer sieht es gut aus. Eine Blüte, bei der nur ein winzig schmaler Streifen scharf ist, hat am Ende keine Bildwirkung. Um die Extreme des Tamron auszureizen, braucht es schon die richtigen Motive. Wie zum Beispiel die Fliege aus einem der Bilder oben:

testbilder_tamron90mm_fliege
Hier seht ihr mal einen 100-Prozent-Ausschnitt des Bilds. Eine Fliege, so scharf wie es unter diesen Umständen geht, festgehalten. In einem Moment, in dem sowohl die Pflanze sich entscheiden kann, wild rumzuschwingen wie auch die Fliege mal eben die Schnauze voll haben kann, sich fotografieren zu lassen. Auch wenn es ein Glückstreffer ist – es braucht ein gutes Objektiv, um so einen zu landen.

Kackende Kakteen

Die Kaktus-Fotos habe ich in einem Tropenhaus aufgenommen und auch hier zeigt sich, welche Vorteile eine lichtstarke Optik gewähren kann. Denn im Gewächshaus ist es eher zwielicht und es gibt viele Schatten. Man braucht aber jedes Photon für die Fotos, denn die ISO hochzuschrauben, macht sich bei der extremen Unschärfe der Hintergründe sofort hässlich bemerkbar.

Wie eingangs schon erwähnt: ich kann eigentlich gar nicht fotografieren. Darum habe ich auch all diese Fotos ohne Stativ gemacht. Aber auch hier hat mich das Tamron gut aufgefangen, es sind ja auch ein paar wenige scharfe Aufnahmen dabei.
(Dazu mal wieder ein Hinweis: die Fotos der Galerien oben sehen alle ein wenig unscharf aus, weil WordPress sie skaliert. Wer die Originale sehen möchte, kann unter jedem Foto auf „Bild in Originalgröße anschauen“ klicken.)

Mehr…

… Testbilder zu verschiedensten Kameras und Objektiven gibt es hier.

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7 Gedanken zu “Tamron SP 90mm F/2.8 Di VC USD MACRO 1:1 [Testbilder]

  1. Du konntest nicht zufällig auch die ältere Variante des Tamrons testen? ^^
    Wie du weisst, hab ich ja so meien Problemchen mit meinem Tamron. Werde es wohl früher oder später austauschen, Frage ist nur – für einen mehr oder weniger noch geringen Aufpreis die neue Variante oder die altbekannte und auch bewährte ältere ^^

    1. Leiiiiiiider nicht, nein :-/
      Ich gehe aber schwer davon aus, dass die optische Qualität praktisch gleich sein wird. Soweit ich mich erinnere, wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell nichts grundlegendes geändert. Lediglich moderneres Design, ein wenig kompakter das Ganze und … der Bildstabi.

      Von dem würde ich wohl auch die Entscheidung abhängig machen. Hättest du gern einen Stabilisator, dann die 70 Euro drauflegen. Brauchst du ihn nicht, weil du in tricky Situationen mit Stativ und Fernauslöser vorgesorgt hast, dann nimmst die Vorgängerversion. Qualitative Unterschiede dürfte es nicht zu befürchten geben.

      Gruß, ml

      1. Hmm, haste vermutlich Recht. Das Modernere Design sagt mir nicht zu, ist also kein Kaufgrund. Da ich aber grundsätzlich Makros ohne Stativ mache ( ausser irgendwelche Stilleben aufm Küchentisch ^^ ) würde die neuere Version eventuell Sinn machen. Papa hat die neue Version für meine Mutter bestellt, ich werde es mal ausprobieren und berichten. ( ich hasse es, objektive zu testen… Ich hab da kein Talent für )

      2. Na, das klingt doch nach der perfekten Gelegenheit. Das Testen muss ja für dich nicht in wissenschaftlichen Versuchsaufbauten ausarten.
        Rausgehen, ins Gras werfen und Fotos schießen: hast du Spaß dabei und die Fotos taugen was/nur wenig Ausschuss, dann passt es. Den Stabi kannst ja versuchsweise abschalten und/oder bei wenig Licht fotografieren.

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