[Workshop Bildermanagement] Add.02: Google+ Integration!

Im vorherigen Artikel dieses Addendums zu meinem Workshop Bildermanagement verfasste ich ein paar Gedanken dazu, warum man seinen Foto-Workflow mit Google+ verbinden kann. Heute zeige ich euch in Ergänzung zu diesem Workshop, wie das geht.

Umsortieren

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Die Ausgangssituation ist die Endsituation meines Workshops: Von der Ordnerstruktur her werden alle Fotos eines Jahres in einem Ordner gesammelt, darin finden sich separate Ordner für die Monate, die bearbeiteten Final-Versionen der Bilder in voller Auflösung, ein weiterer Ordner für die reduzierten Online-Versionen und der Lightroom-Ordner mit dem Katalog, der das alles verwaltet.

Worum wir uns jetzt zuerst kümmern möchten, ist die Anbindung an den Cloud-Dienst Google Drive als Online-Backup-Lösung, von wo aus ich meine Bilder dann schnell weiterverwenden kann. Weil ich meinen Workflow möglichst einfach und möglichst automatisiert gestalten möchte, will ich, dass bestimmte Bilder ohne mein Zutun gesichert bzw. hochgeladen werden. Denn wie ich im vorhergehenden Artikel schon schrieb: muss ich das manuell machen, vergesse ich das regelmässig.

Jetzt gerate ich aber mit den Cloud-Diensten in einen Konflikt. Nicht nur Dropbox, auch Google Drive setzt auf die Ein-Ordner-Lösung. Es wird alles hochgeladen und synchronisiert, was in einem bestimmten Ordner liegt. Ich kann also dem Drive-Client-Programm nicht sagen: schnapp dir diesen Ordern da irgendwo auf meinem Rechner und synchronisiere den. Für Dropbox gibt es Workarounds, bei Drive weiß ich das nicht und will das auch gar nicht, denn das verkompliziert wieder alles.

Zuerst einmal lade ich mir den Client für Google Drive herunter und installiere ihn. Wie bereits angedeutet, möchte das Programm anschließend einen Ordner, den es überwachen wird. Während der Installation klicke ich also auf „Erweitere Einrichtung“ und wähle die Festplatte, auf der auch die oben dargestellten Ordner liegen. Den Ordner „Google Drive“ erstellt das Programm automatisch. Dort drin erstelle ich einen Ordner namens „Fotos“ und in diesen wiederum verschiebe ich den oben gezeigten Ordner „2013-online“. Picasa hatte früher Probleme mit verschachtelten Ordnern, da konnte man so organisiert gar nicht vorgehen. Drive konnte das schon immer, aber es war nicht gut mit G+ verbunden. Beide Probleme hat man nun aus dem Weg geräumt.

Lightroom anpassen

Wichtig ist, dass ihr den Ordner „2013-online“ verschoben habt und nicht kopiert, denn sonst würden eure Bilder doppelt Speicherplatz verbrauchen und ihr wüsstet unter Umständen nicht, was denn wo nun aktuell ist. Allerdings müsst ihr nun noch Lightroom und euer Backup-Programm anpassen.

Startet zuerst mal Lightroom und erschreckt euch!

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Die Ordnerliste links im Programm führt zwar noch den Ordner „2013-online“ auf, aber es zeigt ein Fragezeichen. Alle Bilder scheint es auch noch zu geben, aber auch sie haben einen Vermerk „Foto fehlt“. Lightroom hat sich dank seines Katalogs zwar gemerkt, was da sein müsste und was ihr daran so bearbeitet habt, weiß aber auch, dass die eigentlichen Dateien nicht mehr da sind.

Vor Jahren hätten wir den Ordner in Lightroom jetzt gelöscht, ihn neu auf der Festplatte gesucht und hinzugefügt. Das hätte aber unter anderem alle Zuweisungen gekillt; Bilder, die ihr in irgendwelche Sammlungen gesteckt hattet, hättet ihr so zum Beispiel neu sortieren müssen. Darum nutzen wir eine cleverere Methode.

Macht einen Rechtsklick in Lightroom auf den Ordner „2013-online“. Dort wählt ihr „Fehlenden Ordner suchen…“ und klickt euch nun durch zu dem verschobenen Ordner, der sich nun innerhalb des „Google Drive“-Ordners befindet. Klick auf „ok“ und voilá: alles ist wieder gut. Lightroom findet alles, was zusammen gehört und hat eine unangenehme Verschiebe-Aktion problemlos mitgemacht.

Backup-Programm anpassen

Ich schrieb hier bereits, dass ich für mein Daten-Backup auf eine andere Festplatte Acronis nutze. Diesem Programm haben wir jetzt einen Ordner geraubt, der ab sofort nicht mehr gesichert wird, weil es ihn nicht mehr finden kann. Wir killen damit auch einen kleinen Teil unserer bisherigen Super-Organisation, bei der wir alles schön an einem Ort hatten. Das macht das Ganze jetzt zwar etwas hässlicher, aber wir ihr gesehen habt: Lightroom ist das schnurzegal und kommt damit prima klar und auch Acronis juckt es kaum, wenn wir es ihm einmal gesagt haben.

Was ist also zu tun? Acronis muss gestartet werden und der zuständige Backup-Auftrag muss geändert werden. Unter „Aktionen“ findet sich dazu der Befehl „Backup-Einstellungen bearbeiten“.

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Man gelangt nun in die Ordner-Ansicht des Backups. Haken sind überall vor den Ordnern, die gesichert werden sollen. Wir sehen, dass „2013-online“ in der Liste bereits fehlt. Den suchen wir uns jetzt an seinem neuen Ort und haken ihn ein.

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Im Screenshot seht ihr, dass ich dort bereits „online“-Ordner weiterer Jahre liegen habe. Alle habe ich mit einem Haken versehen. Acronis wird nun also diese Ordner in mein wöchentliches Backup einbeziehen und holt sich weiterhin die restlichen Bilder und Ordner des Foto-Jahres vom bisherigen Platz.

Umgewöhnung?

Zum Ende meines Workshops Bildermanagement zeigte ich, dass ich von meinen bearbeiteten Fotos jeweils eine Final- und eine Online-Version erstellte und die in verschiedene Ordner speicherte. Der Ordner für die Online-Versionen ist nun natürlich woanders, das vorteilhafte daran ist aber, dass alle Bilder, die ihr da rein speichert, automatisch sofort hochgeladen werden. Kein Herumklicken mehr, kein Vergessen des Synchronisierens mehr, kein manueller Upload mehr nötig.

Folgendes muss man jetzt verstehen…

Früher gab es für deine Fotos bei Google den Dienst Picasa. Der wurde umgewandelt, das ist jetzt die Fotos-Sektion in deinem Google+-Profil. Dort landen zum Beispiel (wenn ihr es eingestellt habt) automatisch alle Bilder und Videos, die ihr per Smartphone aufgenommen habt. Dort werden aber nicht automatisch alle Bilder hochgeschaufelt, die wir gerade dafür eingerichtet haben. Die landen bei Google Drive, dem Cloud-Speicher, der euch (momentan) 5GB Platz kostenlos bereitstellt.

Zum einen: nichts, was ich zu Google hochschiebe ist standardmässig für andere sichtbar (andere Dienste machen es genau umgekehrt). Zweitens gefällt mir die Trennung zwischen Drive und G+ sehr gut, denn so kann ich genau sortieren und kontrollieren, was für Bilder jemand sieht, der gelangweilt durch mein Profil stöbert. Außerdem sind nicht alle Fotos im Ordner „2013-online“ auch gleich für die Öffentlichkeit gedacht. Dabei sind auch Bilder, mit denen ich anderes vorhabe und die nicht an G+ serviert werden sollen oder da gar nicht reinpassen.

Von Google Drive nach Google+

Ihr habt jetzt zwei Wege, um die Fotos direkt aus eurem Online-Backup heraus zu posten. Uploads und so weiter sind nicht mehr nötig – alle Fotos sind schon da.

Ruft Google+ auf und klickt auf das „Fotos“-Symbol im Posting-Fenster. Das ganze Fenster fährt in die Mitte, rollt sich auf und sieht dann so aus:

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Hier klickt ihr auf „Meine Google+ Fotos“. Erinnert euch, das sind nicht die, die automatisch gesichert werden, aber ihr findet sie so trotzdem. Denn im folgenden Fenster findet ihr ein Tab namens „Google Drive“ und dort könnt ihr euren kompletten Cloud-Ordner durchsuchen.

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Ihr klickt euch also zum Beispiel bis zu „2013-online“ durch und findet so alle Bilder, die ihr da drin habt. Ihr müsst hier nicht einmal scrollen und stöbern, denn oben gibt es ein Suchfenster. Habt ihr eure Bilder etwa so benannt wie ich (zB „winter-skies_001_online.jpg“), dann gebt ihr dort oben einfach „winter“ ein und er findet alle passenden Fotos. Die braucht man nun nur noch anklicken und sie werden gepostet.

Was noch passiert: sie werden zu Google+ rüber kopiert und landen dort in einem Ordner namens „Fotos von Posts“. Hier können wir ansetzen, um noch etwas professioneller zu arbeiten.

Auf Google+ habe ich verschiedene Alben:

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Damit nicht alles wahllos dort rumfliegt und ein Besucher auch etwas zu entdecken hat, sortiere ich die Fotos, die ich zeigen möchte, von Google Drive aus in die Alben bei G+ ein. Ich gehe also in die Fotos- und dann die Alben-Sektion in meinem Profil und öffne zum Beispiel das Album „black & white“:

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Oben rechts findet sich ein Button „Fotos hinzufügen“ der dasselbe Fenster aufruft, wie vom Posting-Fenster aus. Entsprechend habe ich auch hier ein Tab namens „Google Drive“ und kann meine Winter-Skies-Bilder dort finden.
Diese müssen nun angehakt werden und mit einem Klick auf „Fertig“ werden sie von Google Drive nach Google+ rüber kopiert.

Wenn ich die Bilder nun aus dem Album heraus teile statt sie direkt zu posten, habe ich den Vorteil, dass Besucher auf „weiter“ klicken wenn sie ein Bild anschauen und dann direkt alle anderen Bilder des Albums sehen und so eventuell dazu verleitet werden, etwas länger zu bleiben.

Übrigens: Ich muss die Winter-Skies-Bilder nicht mehrmals hochladen oder hinzufügen. Ich kann sie auswählen und zusätzlich in das Album „Landschaften“ kopieren. Dann sind sie auch dort korrekt einsortiert und verbrauchen keinen doppelten Speicherplatz. Danke Google!

Alles automatisch

Ihr seht also: Nachdem ihr euer bearbeitetes Bild in den Online-Ordner gespeichert habt, braucht ihr euch Backup- und Upload-mässig um nichts mehr zu kümmern. Die Fotos werden von Lightroom verwaltet, von Acronis gesichert, von Google Drive gesichert und hochgeladen und nur Sekunden nach dem Speichern könnt ihr sie in Google+ teilen, einer Community zeigen oder sie auch auf dem Smartphone verschicken, denn mittels Google+ oder Google Drive-App habt ihr sie dort auch bereits, ohne, dass ihr irgendwas umher kopieren musstet.

Alles einfach?

Im vorhergehenden Artikel wollte ich ja schon wissen, was ihr von dieser Erweiterung des Foto-Workflows haltet. Was ist jetzt nach dem Lesen dieses Artikels? Ist das für euch eine Möglichkeit, seht ihr Potential oder „muss das echt nicht sein“? Schreibt es in die Kommentare, ich freue mich drüber.


[Workshop Bildermanagement] Übersicht:

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