[Workshop Bildermanagement] Teil 6: Bilder extern bearbeiten

Teil Sechs meines Workshops zum Bildermanagement. Eine Einleitung gibt’s hier und die Inhaltsübersicht am Ende dieses Posts. Im vorhergehenden Teil des Workshops hast du deine Bilder innerhalb von Lightroom bearbeitet und die Ergebnisse in dein Projekt und deine Bibliothek integriert. Heute sehen wir, wie man das mit Bildern macht, die man außerhalb von Lightroom bearbeitet hat.

Ein Schritt zurück

Gehen wir nochmal etwas zurück. Unten seht ihr, wo wir diesmal starten:

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Im Screenshot zu sehen ist die Sammlung „Phoenico„. Wir sehen die beiden Fotos gelb hinterlegt, die wir nicht sooo gut fanden und daher nur eine Zwei-Stern-Bewertung haben. Das grün hinterlegte fanden wir superklassetoll und haben es daher bearbeitet. Weil wir damit zufrieden waren, hat es anschließend die Bewertung Drei Sterne sowie die grüne Farbe bekommen. Außerdem fehlen in der Ordnerliste die beiden Ordner „final“ und „online„. Die Smart-Sammlungen 05 und 06 habe ich mal drin gelassen, dann müssen die nachher nicht nochmal neu erstellt werden, denn das würden wir sonst ohnehin tun.

Fein, du klickst jetzt auf die bearbeitete Variante und dann auf das Modul „Entwickeln„. Wir sind jetzt wieder an der Stelle, an der wir das Foto fertig bearbeitet haben.

Vorgabe für externe Bearbeitung

Bevor du Lightroom gleich verlässt, stellst du aber noch ein, wie du das tust. Dazu klickst du im Programmmenü auf Bearbeiten/Voreinstellungen… und landest in den Optionen. Hier klickst du auf den Karteireiter „Externe Bearbeitung„. Im Groben ist das Fenster in zwei Bereiche geteilt: hast du beispielsweise Photoshop installiert, dann taucht das ganz oben auf, alle weiteren Programme zu denen man Bilder direkt exportieren kann (unter anderem Plugins) tauchen darunter auf. Dich interessiert jetzt erstmal der obere Bereich.

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Als Dateiformat (für PS) steht uns TIFF und PSD zur Auswahl. Aus zwei Gründen wählst du hier TIFF. Erstens, weil du keine Ebenen im Bild hast, die erhalten bleiben müssten. Zweitens, weil PSD unflexibler mit Metadaten umgeht, die sehr wohl im Bild enthalten sind. Als Farbraum habe ich sRGB gewählt, da meine Kamera diesen auch benutzt und mein ganzer Workflow inklusive Monitor darauf ausgelegt ist. Auch die Bittiefe ist im Grunde von deinem Ausgangsmaterial abhängig. Als Auflösung wählst du 300 (dpi) für den Fall, dass du die Bilder später mal drucken möchtest und als Komprimierungohne„.

Je nachdem, was Sache ist, legt Lightroom beim Übergabevorgang an ein anderes Programm eine neue Datei an. Diese kann mit dem Foto, an dem du gearbeitet hast, gestapelt werden. Das ist übersichtlicher, aber wenn du es nicht gewohnt bist, dann stapele es erstmal nicht, sonst findest du sie vielleicht nicht so leicht, denkst nicht mehr dran und sie müllen dir eventuell die Platte zu, ohne, dass du es merkst.
Bei diesem Übergabevorgang kann Lightroom die Bilder auch gleich umbenennen, damit du sie im jeweiligen Ordner besser unterscheiden kannst. Wie der Dateiname aussehen soll, kannst du selbst bestimmen. Dir stehen dazu die Optionen zur Verfügung, die ich früher in diesem Kurs schon einmal erläutert habe.
Ist alles eingestellt und festgelegt, klickst du auf OK.

Feindliche Übergabe

Wenn du das Bild nun extern weiterbearbeiten möchtest, klickst du einmal rechts darauf. Anschließend wählst du „Bearbeiten in“ und anschließend auf das Programm deiner Wahl. Das Programm meiner Wahl heißt Adobe Photoshop. Klicke ich darauf, wird PS gestartet und das Bild dort geladen. Es kann sein, dass du gefragt wirst, ob du das Original, eine Kopie oder eine Kopie mit Lightroom-Anpassungen bearbeiten möchtest. In diesem Fall wählst du letzteres, denn sonst wird dir das originale RAW-Bild weitergegeben, ohne all deine Bearbeitungen.
Du spielst jetzt in deinem Bildbearbeitungsprogramm ein bisschen damit herum, bis du zufrieden bist. Beachte auch, dass du diesmal nicht mit Hilfe von Lightroom, sondern selbst das Wasserzeichen platzierst:

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Jetzt kommt schon die Stelle, an der du die final-Version des Bildes erstellst. Klicke also auf Datei/Speichern unter und suche den Ordner Fotos\2013\finals heraus. Hier kannst du jetzt wieder wählen, ob du das Bild als TIFF oder JPG (oder was anderes) speichern willst. Du machst es erstmal genauso wie gestern, speicherst es als JPG und gibst ihm den Namen „Phoenico_final.jpg„. Kleine Erinnerung: Werden es mehrere Bilder einer Serie, dann nennst du die Einzelbilder „Phoenico_final-1“ und so weiter. Nicht nur Photoshop, wahrscheinlich alle anderen Programme werden dich anschließend fragen, in welcher Qualitätsstufe du das Bild speichern möchtest. Da das unsere final-Version wird, wollen wir alles und wählen 100% (respektive 12 in Photoshop).

Rein in die Bibliothek

Wechsle nun zurück nach Lightroom. Du hast inzwischen eine final-Version auf der Festplatte und die möchtest du auch in deinem Bildarchiv haben, damit alles beisammen ist und du es verwalten kannst. Klicke nun also im Programm ganz unten Links auf den Button „Importieren…
An das Fenster, das jetzt aufgeht, erinnerst du dich noch, oder?

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Aber Achtung, im Gegensatz zu unserem allerersten Importieren von einer Kamera aus, machst du hier jetzt ein bisschen was anders. Zuerst einmal: statt deine Kamera auszuwählen, wählst du im linken Bereich einen Ordner auf deiner Festplatte aus. Nämlich den Fotos\2013\finals. Klickst du da drauf, dann werden in der Mitte alle neuen Bilder angezeigt. Das ist in diesem Fall das „Phoenico_final.jpg„, das du eben gespeichert hast. Schau etwas nach oben. Bei deinem allerersten Importvorgang war „Versch.“ angeklickt, diesmal ist aber „Hinzufügen“ ausgewählt. Das bedeutet, dass das Bild an Ort und Stelle bleibt (wo wir es sowieso haben wollen) und es nur zum Katalog hinzugefügt wird. Okay – ab dafür und rein mit dem Bild.

Es passiert fast dasselbe, wie in Teil 5 dieses Workshops. Das neue Bild wird importiert und in der Ansicht „Vorheriger Import“ präsentiert. Gemäß seiner Quelle hat es drei Sterne und eine grüne Färbung. Und gemäß unseres Protokolls änderst du das zu vier Sternen und blauer Farbe. Dann schiebst du es in die Sammlung „Phoenico„. Gleichzeitig ist es übrigens auch in der Smart-Sammlung „05_finals“ aufgetaucht. Und noch mehr: Lightroom hat ebenfalls den Ordner „finals“ in die Liste der Ordner aufgenommen.

Nochmaal!

Online-Version erzeugen

Dein Bild ist in Photoshop noch offen. Nach der final-Version erstellst du jetzt die gewichtsreduzierte online-Version. Wie du das Bild jetzt klein hackst, hängt von deinem verwendeten Programm ab. Folgendes möchtest du ändern: die Größe, die Qualität und die Menge der Metadaten sowie natürlich den Dateinamen. Weil ich eh schonmal drin bin, nutze ich dazu ebenfalls Photoshop.

Da klickst du auf Datei/Für Web speichern… und ein neues Fenster geht auf. Hier sieht man eine originale und eine neuberechnete Version des Bildes gemäß den Einstellungen.

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Als Dateiformat wählst du – na klar – JPG. Direkt darunter wählst du als Qualitätsstufe irgendwas in der Mitte, also zB „Hoch„. Ab Mittel und darunter fängt es an, wirklich hässlich auszusehen. Ist der Haken bei Progressiv gesetzt, wird das Bild später im Internet (gefühlt) schneller geladen, weil es in verschiedenen Qualitätsstufen aufgebaut wird (von Klötzchen bis hin zu Pixeln). Das Häkchen bei „in sRGB konvertieren“ muss eigentlich nicht gesetzt sein, denn das Foto ist eh schon sRGB. Ich lasse es trotzdem drin, denn sonst vergesse ich es ein andermal wieder und wundere mich, warum alle Farben falsch sind. Wichtiger ist der Bereich Metadaten. Wie in Lightroom auch kannst du hier nämlich angeben, was von den Metadaten nach dem Export noch übrig bleiben soll. Wie in Lightroom auch, wähle ich hier „Copyright“ und sonst nichts.
Nun wird noch die Größe geändert – auf 2.000 Pixel. Auch hier setze ich wieder die längste Kante auf diesen Wert, denn – wir erinnern uns – ich speichere die Fotos online in Picasa und Bilder, deren längste Kante unter 2.048 Pixel liegt, kosten keinen Speicherplatz. Als Qualität (der Neuberechnung der Bildmaße) wähle ich Biliniear. Und nicht etwa „Bikubisch schärfer“ weil ich nicht möchte, dass das Bild beim Verkleinern nachgeschärft wird.
Das wars, ein Klick auf „Speichern…“ fordert euch zum Schluss auf, einen Namen zu vergeben. Ihr nennt euer Werk diesmal „Phoenico_online.jpg“ und speichert es in den Ordner Fotos\2013\online.

Hol dir das Bild

Selbe Geschichte wie eben bei der final-Version. Du wechselst zurück nach Lightroom, klickst auf Importieren und navigierst zum Ordner Fotos\2013\online. Hol dir das Foto dort aber Vorsicht: achte darauf, dass auch diesmal oben die Option „Hinzufügen“ gewählt ist.

Et Voilá: auch dieses Bild landet nun in eurer Bibliothek! Wir haben bei diesem Exportvorgang gerade nahezu alle Metadaten gelöscht, darum besitzt das Foto diesmal auch keine Kennzeichnung wie die final-Version. Das holen wir aber umgehend nach und vergeben dem Ding fünf Sterne und die lila Farbe. Außerdem schieben wir es in die Sammlung „Phoenico“ und entdecken, dass in der Lightroom-Ordnerliste nun noch der Ordner „online“ hinzugekommen ist. Außerdem ist die online-Version bereits in der Smart-Sammlung 06_online enthalten.

Nochmaaaal!

Nein, nicht wirklich. Aber spielen wir in Gedanken nochmal den nächsten Schritt durch. Statt dem Phoenico-Projekt hast du dich einem anderen gewidmet, hast ein anderes Bild extern bearbeitet und im letzten Schritt als online-Version abgespeichert. Es befindet sich also im Ordner Fotos\2013\online.

Als nächstes käme der Importieren-Schritt in Lightroom. Den kannst du dir aber abkürzen. Klicke also stattdessen auf den Ordner „online“ in deiner Ordnerliste, klicke rechts drauf und wähle „Ordner synchronisieren…“ Lightroom durchsucht jetzt den Ordner und schaut, ob was dazu gekommen ist.

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Tatsächlich, ein neues Foto. Ist ja klar, schließlich ist ja unser neues Bild mittlerweile darin. Du klickst also auf Synchronisieren und schwupps landet das neue Bild in deiner Bibliothek. Dort kannst du es jetzt bewerten, einfärben und in das passende Projekt verschieben.

Vergiss auch nicht, dass du deinen final– und online-Versionen über die Metadaten einen Titel gibst. Danach musst du noch einen Rechtsklick auf die Bilder machen und Metadaten/Metadaten in Datei speichern anklicken.

Es geht auch komplexer

Wer hier im Blog mitliest, weiß, dass ich oft genug nicht einfach nur Fotos ein bisschen aufpeppe. Stattdessen erschaffe ich unter anderem auch Digital Arts und so weiter. Für die brauche ich beispielsweise extra Texturen oder Bilder von Rohren oder so etwas. Manchmal schicke ich die Zwischenversionen auch mehrmals zwischen Lightroom und Photoshop hin und her, um die Ausleuchtung eines Fotos zu ändern. Für diese aufwändigen Projekte schicke ich erstmal ein Bild zur externen Bearbeitung an Photoshop, speichere dieses aber gleich als PSD-Datei in einen völlig anderen Ordner auf meiner Festplatte. Dann baue ich daran herum. Um Zwischenversionen durch LR laufen zu lassen, verwende ich einen separaten Lightroom-Katalog, damit die temporären Arbeitsbilder nicht meinen regulären Katalog verstopfen. (Ich könnte das aber auch im selben Katalog machen, denn wenn sie keine Stern-Bewertung bekommen, lassen sie sich kinderleicht wieder löschen).

Wenn ich mit meinem Projekt dann soweit bin, erstelle ich davon aber auch eine final– und eine online-Version und die kommt dann wieder in den regulären Lightroom-Katalog.

Farben, Sterne und Sammlungen

Lasst mich nochmal etwas erläutern. Nämlich, warum wir das alles so kompliziert und gestaffelt gemacht haben. Es sieht doch so aus: Zu Beginn habt ihr eine Menge Bilder mit komplizierten Dateinamen im Ordner „2013-01„. Aber habt ihr etwas gemerkt? Ihr musstet im Verlaufe dieses Workshops nicht ein einziges mal da rein und eine Datei raussuchen! Ihr musstet auch nicht zwischen verschiedenen Ordnern wechseln, da was kopieren und woanders wieder einfügen. Alles bleibt, wie es ist und ihr erledigt die ganze Verwaltung in einer einzigen Oberfläche; egal, ob die Bilder jetzt in „2013-01„, in „finals“ oder in „online“ liegen. Mehr noch: dank der Sammlungen – ob smart oder nicht – könnt ihr zwischen Projekten, zu bearbeitenden Bildern und den fertigen mit nur einem Klick wechseln, ohne euch durch Ordner hangeln zu müssen.

Worauf ich gar nicht eingegangen bin: ihr könnt die Fotos sogar ins Netz zu Flickr oder Facebook blasen, ohne das Programm verlassen zu müssen und auf der Festplatte zu wühlen. Dank der Farbmarkierungen seht ihr immer den chronologischen Ablauf eurer Arbeit zusammengefasst und auf einen Blick, obwohl die einzelnen Bilder an ganz verschiedenen Orten liegen. Dank der Stern-Bewertungen müsst ihr nicht erst nach dem Dateinamen gucken, um zu sehen, um welche Version es sich handelt.

Die Stichwörter nicht vergessen! Ein Jahr ist rum und wenn ihr so begeisterte Fotografen wie ich seid, dann habt ihr jetzt ungefähr 12.000 Fotos in diesem Katalog. Ihr wollt nochmal dieses eine Foto raussuchen? Das ihr von dieser Kaktusblüte gemacht habt, als ihr im botanischen Garten in dieser einen Stadt da gewesen wart? Aber ihr habt keine Ahnung mehr, wann das war, wie dieser Ort hieß und so weiter? Kein Problem: Klickt im mittleren Feld der Bibliotheksansicht auf das Wort „Text“ und schreibt in das Suchfeld: „Pflanze, Kaktus, botanischer Garten„. Und binnen Sekunden(!) findet Lightroom alle Fotos, die ihr im botanischen Garten in Leipzig von der Blüte eines Kaktus gemacht habt. Habt ihr auch eine Farbe eingegeben, dann bekommt ihr sogar beispielsweise nur die weißen Blüten angezeigt. Und ihr könnt mit einem Klick auf das Bild erfahren, mit welcher Kamera und Objektiv, bei welchen Einstellungen und zu welcher Uhrzeit das Foto gemacht wurde. Ach, dank GPS-Verortung könntet ihr sogar direkt losgehen und euch an genau denselben Platz stellen wie damals.

Na, wie ist das?

Wir sind fast am Ende! Und zwar völlig! Wenn du die Artikelserie tapfer durchgehalten hast, dann kennst du jetzt mein Bildermanagement und weißt, wie du alles, was du so machst unter einen Hut bringen und dabei eine Menge Zeit sparen kannst. Ich habe viel Zeit gebraucht, all das herauszufinden.
Etwas kommt aber noch. Im nächsten Teil dieses Workshops werde ich euch noch erklären, wie ich Backups von meinen Bildern anfertige, damit ich sicherstellen kann, dass ihnen kein Unglück zustößt und sie verloren gehen.


[Workshop Bildermanagement] Übersicht:

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