[Workshop Bildermanagement] Teil 5: Bilder intern bearbeiten

Teil Vier meines Workshops zum Bildermanagement. Eine Einleitung gibt’s hier und die Inhaltsübersicht am Ende dieses Posts. In diesem Teil des Kurses wirst du sehen, wie du Bilder zum Bearbeiten findest, mit ihnen umgehst und am Ende noch alles beisammen hälst.

Aus dem Vollen schöpfen

Wirf zuerst einmal noch einen Blick auf die Bilder, die uns nun zur Verfügung stehen:

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Erinnere dich an Teil 3 dieses Workshops: Die Ein-Stern-Bewertung steht für Bilder á la „och jo, ganz nett, aber weiß ich jetzt grad nicht, was ich damit soll“. Zwei Sterne bekommen Fotos, die irgendwie ganz schick sind und mit denen man sich mehr vorstellen soll. So, wie bei Frauen respektive Männern ;)
Ebenfall in Teil 3 hast du gelernt, wie du Smart-Sammlungen anlegst. Ich hatte beschrieben, wie wir eine solche für Bilder erstellen, die gelöscht werden sollen und keinen Stern haben. In der Zwischenzeit habe ich eine Smart-Sammlung erstellt, die alle Bilder aufsammelt, mit denen ich mir mehr vorstellen könnte, die ich also bearbeiten möchte. Die Sammlung heißt 03_bearbeiten und sieht deren Inhalt sieht so aus:

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Wie du siehst: das Ein-Stern-Bild mit den Gräsern ist verschwunden. Du hast hier also ein Reservoir an spannenden Bildern vor dir, zu dem du immer wieder zurück kehren kannst und an denen du deine Ideen ausprobieren kannst oder aus denen du sowieso schon immer mal etwas mehr machen wolltest.

Mach es zu deinem Projekt

Du siehst die Fotos vor dir und denkst dir so: hey, eigentlich sind die Farben auf den Flamingo-Fotos ganz spannend, da hätte ich Bock, mehr draus zu machen. Gut! Let’s do this! Aber zuerst passen wir auf, dass nichts durcheinander kommt. Dafür erstellen wir eine weitere Sammlung. Diesmal keine von der cleveren Sorte, sondern eine ganz schlichte, bei der du selbst bestimmen wirst, was hinein kommt.

Klicke also im linken Bereich des Programms auf das Plus hinter dem Wort Sammlungen und dann auf „Sammlungsatz erstellen…“ Als Namen vergibst du „Projekte“ und als Platzierung wählst du „Oberste Ebene“. Jetzt hast du eine Schublade, die Sammlungen aufnimmt. Eine davon erstellst du gleich jetzt. Diesmal kannst du dir schon ein paar Gedanken über den Namen machen. Weil ich extrem unkreativ bin, fällt mir der wissenschaftliche Begriff Phoenicopteridae für Flamingos ein. Glücklicherweise kann ich mit einem letzten Rest Kreativität meine Faulheit überspielen und kürze das Ganze auf Phoenico – das wird der Name der neuen Sammlung. Als Platzierung wählst du diesmal Innerhalb eines Sammlungs-Satzes und daraufhin aus dem Dropdown-Menü die Sammlung Projekte.

Da kommen jetzt die Flamingo-Fotos rein, die du gut findest. Wechsle also zurück in die Sammlung 03_bearbeiten, markiere die Fotos und ziehe sie mit der Maus in die Sammlung Phoenico. Das Ganze sieht jetzt so aus:

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Aber du bist noch nicht am Ende, denn du bist ein Anspruchsvoller Fotograf! Du willst nämlich deine Auswahl noch verfeinern, denn du möchtest wirklich nur die Fotos bearbeiten, die es wirklich wert sind. Also markierst du alle drei Fotos und drückst jetzt einmal die Tab-Taste um die Seitenleisten einzuklappen. Am unteren Bildschirm findest du einen Schalter namens Übersicht, den drückst du (oder alternativ N auf der Tastatur). Du siehst jetzt eine Vergleichsansicht der drei Bilder, die du vorhin markiert hast. Ganz unten rechts ist ein Pfeil, der abwärts zeigt. Klick einmal drauf und ein Menü erscheint.

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Mit diesem Menü kannst du dir Werkzeuge an die untere Leiste pappen. Ich wähle hier nur Anzeigemodi, markieren, Bewertung und Farbmarkierungen aus, das ganze sieht jetzt so aus:

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Als nächstes überlegst du, was ungefähr aus deinem Projekt werden soll. Nimmst du dir vor, nur ein Bild zu bearbeiten? Oder könnten es auch mehrere als Serie werden? Ich gehe erstmal davon aus, dass es eine Serie wird.
Du kannst die Bilder in dieser Ansicht anklicken, sie bekommen einen weißen Rahmen und dann kannst du sie mit den eben gewählten Werkzeugen bewerten. Diesmal nimmst du jedoch keine Sterne, sondern Farben!

Wenn es eine Serie wird, wäre es schon cool, wenn die alle das gleiche Format haben. Oder? Ich bin nicht sicher, also gebe ich dem ersten Hochformatbild die Farbe gelb. Gelb bedeutet genau wie bei der Ampel auch: och, ich bin nicht sicher, ob ich jetzt bremse, ich schiebe die Entscheidung erstmal noch auf.
Das Bild in der Mitte ist fein, du vergleichst es mit dem letzten. Die beiden sind sich sehr ähnlich, also vielleicht doch keine Serie? Außerdem: es ist cool, dass nur einer der Flamingos den Kopf so weit erhoben hat, aber die Tiere drängen sich zu sehr wie ein Klumpen an der rechten Seite. Also auch erstmal gelb. Du siehst unter den Vorschaubildern rechts ein kleines Rechteck mit der Farbe, die du zugewiesen hast.
Jetzt zum dritten Bild: das ist geil. Der angeschnittene Vogelhintern ist irgendwie doof, aber damit kannst du leben oder vielleicht wirst du das Bild später auch retuschieren oder beschneiden. Egal, das muss bearbeitet werden! Du gibst ihm die grüne Farbe!

Jetzt drücke wieder Tab und dann G, um zur normalen Bibliotheksansicht zurück zu kehren. Klicke einmal neben die Bilder (oder Strg+D), so dass sie nicht mehr ausgewählt sind. Du siehst, sie werden in den zugewiesenen Farben hinterlegt. Jetzt aber los, denn du willst endlich die Regler spielen lassen!

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Schalter schubsen

Klicke auf das Bild, das du mit Grün markiert hast und dann ganz oben auf Entwickeln (oder D auf der Tatstatur). Das Foto wird nun im Entwicklungsmodul geladen und du kannst dich komplett daran austoben!
Schiebe ein paar Regler rum, knips einige Schalter rein und stauche ein paar Kurven. Sei stolz, wenn du fertig bist.

Tipps: mit L dimmst du das Licht, das kann bei der Beurteilung von Farben oder der Bildaufteilung helfen. Mit dem Plus hinter dem Wort Schnappschüsse legst du dir … naja Schnappschüsse an. Du machst sozusagen ein Foto von deinem Entwicklungsstatus, den du gut findest, dir dessen aber nicht sicher bist. Leg dir einen Schnappschuss an, ändere was und wenn es dich in eine Sackgasse geführt hat, klicke auf den Schnappschuss und du kehrst zurück.

Fein, ich habe auch ein bisschen rumgespielt, mein Foto sieht jetzt so aus:

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Kehre jetzt zurück in die Bibliotheksansicht. Du kannst jetzt gerne nochmal die Bilder miteinander vergleichen und dir überlegen, ob eines oder alle der anderen Fotos in dem Stil auch cool aussehen würden. Ach halt, du musst gar nicht überlegen, du kannst es dir ansehen!

Entwicklungseinstellungen übertragen

Klicke das bearbeitete Foto einmal an und dann die rechte Maustaste. Gehe runter zu Entwicklungseinstellungen und dann auf Einstellungen kopieren. Ein Fenster geht auf, wo du festlegen kannst, welche der vorgenommenen Änderungen du kopieren willst. Wenn du kein Elefantengedächtnis hast, wähle einfach alle und klicke dann auf Kopieren.
Jetzt klickst du eines der anderen Fotos an, dann wieder rechte Maustaste, dann wieder Entwicklungseinstellungen und dann Einstellungen einfügen. Voilá: das Bild bekommt sofort die gleichen Parameter wie das erste.
Denk daran, du kannst jetzt die Fotos wieder markieren und mit Taste N in der Übersicht vergleichen.

Wir bleiben jedoch bei unserer Meinung: nur das eine Bild ist das wahre Bild. Also machst du wieder einen Rechtsklick auf das Foto, gehst zu den Entwicklungseinstellungen und wählst diesmal ganz oben Zurücksetzen aus. Das Foto kehrt damit in seinen Ursprungszustand zurück.

Lochen und Ablegen

Jetzt haben wir drei Fotos in unserem Projekt Phoenico und sind schon so weit, dass wir sagen können: yeah, das eine isses, das will ich jetzt finalisieren!
Erinnere dich an meine Erklärungen zu den Bewertungen. Bearbeitete Fotos bekommen drei Sterne. Also klick das Bild an und drücke die 3 auf der Tastatur. Die Farbmarkierungen kannst du gerne beibehalten; wirst du in zwanzig Jahren mal wieder in die Sammlung hinein schauen, siehst du so auf den ersten Blick, welches der ganzen Fotos es bis zum Ende geschafft hat und was dabei durchs Raster gefallen ist.

Weißt du noch, wie man Smart-Sammlungen anlegt? Ja? Guuut, denn du erstellst jetzt wieder eine neue! Diesmal legst du eine Smart-Sammlung an, deren Kriterium ist, dass dort nur Fotos auftauchen, die drei Sterne haben. Diese nennst du 04_bearbeitet. Klickst du jetzt auf diese Sammlung wartet schon dein fertig bearbeitetes Bild dort auf dich. Oder auch mehrere. Oder auch keins. Aber mindestens eins wäre gut, um mit dem Workshop weiterzumachen…

Wenn du deine perfekten, überragenden, einmaligen und grandiosen (fertig bearbeiteten) Bilder für die Ewigkeit archivieren und auch im Internet zeigen willst, ist das RAW-Format, in dem sie sich jetzt befinden vielleicht nicht das Beste.
Hinweis: ich schieße fast ausschließlich in RAW, das führt zu den folgenden Bearbeitungsschritten. Wenn du in JPG fotografierst, musst du die folgenden Schritte ein kleines bisschen anpassen. Nicht viel.

JPG muss her! Klick dein Bild an und mache dann einen Rechtsklick. Fahre mit der Maus runter zu Exportieren und dann wieder nach oben zu Exportieren… Es öffnet sich das Exportmodul von Lightroom. Zur Erklärung: hier kannst du Fotos auf die Festplatte speichern, ins Internet pusten oder an Export-Module ausgeben und vorher festlegen, was mit dem Bild gemacht werden soll. Es gibt verschiedene Bereiche, die eingestellt werden wollen. Speicherort, Umbenennung, … alle sind ausgeklappt. Klapp erstmal alle ein, denn wir wollen an dieser Stelle noch was vorbereiten und uns von dem Rest nicht stören lassen.

Wasserzeichen

Du erinnerst dich: wir haben bereits in den Metadaten des Bildes Angaben zum Urheberrecht hinterlassen. Allerdings kann oder will nicht jeder da nachlesen und die sind ja auf den ersten Blick auch gar nicht sichtbar. Du möchtest aber deinen künstlerischen Po-Abdruck auf dem Foto hinterlassen und ein Wasserzeichen einbauen. Lightroom kann das! Automatisch! Geil?

Klappe also den Bereich Wasserzeichen aus und setze das Häkchen rein. Das Dropdown-Menü aktiviert sich und aus diesem wählst du Wasserzeichen bearbeiten.

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Du siehst jetzt folgendes Fenster vor dir, den Wasserzeichen-Editor:

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Fantastische Sache! Ein Wasserzeichen kannst aus einfachem Text oder einer Grafik bestehen. Standardmässig wird ein Textelement unten links angezeigt. Du kannst nun her gehen und Schriftart, -größe, -farbe usw. bearbeiten. Ich möchte es etwas individueller und habe eine PNG-Grafik vorbereitet, die ich als Wasserzeichen in meine Bilder einbinde. Darum wähle ich ganz oben rechts den Wasserzeichenstil Grafik aus. Sofort öffnet sich ein Dateimanager, über den ich meine Grafik ausgrabe.

Weil ich eine Grafik ausgewählt habe, graut Lightroom gleich mal alle Textoptionen aus. Ist okay. Im Bereich Wasserzeicheneffekte kann ich aber sagen, wie die Deckkraft sein soll oder wie groß die Grafik in Relation zum Gesamtbild sein soll. Ich klicke da ein bisschen rum, bis es mir gefällt. Im Abschnitt Versatz stelle ich ein, wie weit die Grafik vom Bildrand entfernt sein soll. Das beste kommt aber zum Schluss: der Anker. Hier kann man schrecklich einfach einstellen, in welche Bildecke die Signatur soll, indem man einfach einen Punkt anklickt. Ich wähle unten links, weil es bei dem Flamingo-Bild dort am wenigsten stört. Bist du fertig, dann klickst du ganz oben links auf das Dropdown-Menü und wählst Aktuelle Einstellungen als neue Vorgabe speichern. Als Namen vergibst du zum Beispiel signatur_2013 und klickst auf Erstellen und dann auf Fertig.

Tip: Meine Signaturen sind immer am unteren Bildrand. Passend zum Motiv sollen sie aber rechts oder links auftauchen. Je nachdem, wo sie am wenigsten stört. Du willst dich später aber nicht mehr um die Einstellungen kümmern, also erstelle einfach mehrere Wasserzeichen-Vorlagen. Je nach Einstellung nennst du sie dann signatur_2013_unten-links oder signatur_2013_unten-rechts.

Exportieren

Wir sind wieder im Exportmodul und arbeiten uns da durch und erstellen die finale Version unseres Bildes. Ganz oben im Bereich „Speicherort für Export“ setzen wir das Dropdown-Menü auf „Spezieller Ordner“ und wählen darunter den Ordner Fotos\2013\finals. Das Häkchen bei „Unterordner…“ setzen wir nicht, aber wir setzen es bei „Diesem Katalog hinzufügen„. Jetzt zum Bereich Dateibenennung. Du hast ein fertiges Foto, auf das du stolz bist und es braucht einen Namen. Den wird es jetzt bekommen, damit es nicht als 2013-01-26_10-51-42 sein Dasein fristen muss. Also klick das Häkchen rein bei „Umbenennen in„. Du kannst dir über das Dropdown-Menü verschiedene Optionen aussuchen, du kannst dir deinen Dateinamen aber auch im Baukastensystem zusammenstellen, wie in Teil 2 dieses Workshops beschrieben.
Hast du nur ein Foto, das du exportieren möchtest, dann wähle „Benutzerdefinierter Name“. Hast du mehrere, dann wähle „Benutzerdefinierter Name – Sequenz„. Nun kannst du darunter was eingeben. Bei nur einem Foto gibst du ein „Phoenico_final„. Hast du mehrere, die zur selben Serie gehören, schreibe rein „Phoenico_final„. Ich weiß, da fehlt was, das kommt jetzt. Dahinter steht nämlich Anfangsnummer. Lightroom wird alle gewählten Bilder exportieren und am Ende des Dateinamens durchnummerieren. Hast du schon Fotos dieser Serie exportiert, fängst du diesmal mit einer höheren Zahl an. Ansonsten startest du mit 1.

Okay, das haben wir. Den nächsten Bereich „Video“ können wir überspringen. (Ja genau, Lightroom kann auch Videos entwickeln und bearbeiten!). Interessanter wirds nun wieder bei den „Dateieinstellungen„. Hier musst du dich entscheiden. DNG ist ein RAW-Format, das brauche ich hierfür nicht, genauso wie Original in diesem Falle ein RAW-Format wäre. PSD brauche ich auch nicht, also entscheide ich zwischen TIFF und JPEG. Meine „final„-Dateien sollen hohe Qualität haben, das wäre dann TIFF. Aber möglicherweise will ich sie auch auf Geräten anzeigen, die kein TIFF können oder als High-Res-Version ins Netz hochladen. Da wäre dann JPEG besser. Ich wähle JPEG und eine Qualität von 100. Das ist das beste, was man aus dem JPEG rausholen kann. TIFF brauche ich doch nicht, denn ich hab ja noch ein 100-Prozent-verlustfreies RAW auf der Platte. Wichtig ist eventuell noch, den Farbraum zu bestimmen. Wähle hier einfach den, den auch deine Kamera benutzt bzw. den das Bild verwendet, sonst kann es zu Farbunterschieden kommen.

Die Bildgröße willst du im nächsten Bereich nicht ändern, die soll maximal bleiben. Darum brauchst du auch keine zusätzliche Ausgabeschärfe darunter. Bei Metadaten lässt du  „Alle“ ausgewählt und nimmst auch das Häkchen bei den Positionsdaten raus. So, Wasserzeichen sollte angehakt sein, hier wählst du eine deiner Vorlagen aus dem Dropdown-Menü. Und am Schluss wählst du „Keine Aktion“ für „Nach Export„. Fertig? Fertig! Klicke auf „Exportieren“.

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Binnen kürzester Zeit ist jetzt einiges passiert und das sehen wir im Screenshot unten:

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Das Foto wurde mitsamt den Einstellungen exportiert und in ein JPG gebacken. Es hat einen neuen Namen und ein Wasserzeichen. Das Fenster Katalog zeigt jetzt der Übersicht halber eine neue Ansicht: „Durch vorherigen Export hinzugefügt„. Das dient deiner Kontrolle und wird später wieder verschwinden. Das Fenster „Ordner“ darunter hat einen Eintrag hinzu bekommen, den Ordner „finals„, denn in dem liegt das Foto jetzt.

Weiter. Das Foto hat eine Eigenschaft von seiner Quelle übernommen: die grüne Markierung. Die ändere ich jetzt zu blau und ziehe das Bild in die Sammlung „Phoenico“. Und schließlich habe ich dem Foto noch einen vierten Stern als Bewertung gegeben und noch eine weitere Smart-Sammlung erstellt: 05_finals. Die Bedingung dieser Sammlung ist, dass sie nur Fotos aufnimmt, die genau vier Sterne haben. In dieser Sammlung werden im Laufe der Zeit all deine finalen Werke auftauchen und du hast die chronologische Reihenfolge, Metadaten und überhaupt alles schön im Überblick.

Exportieren, die zweite!

Neeeeiiin, wir sind noch nicht fertig! ;)
Du hast jetzt ein hochwertiges finales Bild, das du für große Darstellungen oder den Druck verwenden kannst. Für das Teilen im Internet ist es weniger geeignet. In diesem Beispiel hier stammt das Foto aus einer Nikon D800 mit 36-Megapixel-Sensor und bringt selbst im platzsparenden JPG-Format noch satte 22 Megabyte auf die Waage. Bissl zu dick, sorry.

Kehre also nun nochmal zu deinem bearbeiteten Bild zurück. Das ist das mit der Drei-Sterne-Bewertung und der grünen Farbe. Nimm genau das und nicht aus Versehen die bereits exportiere Datei! Klicke Rechts drauf und dann erneut auf „Exportieren„. Hier änderst du ein bisschen was.

Im ersten Bereich wählst du einen neuen Ordner aus, diesmal Fotos\2013\online. Dann änderst du den Namen zu „Phoenico_online„. Bei den Dateieinstellungen verringerst du die Qualität. Am besten irgendwas zwischen 50 und 80. Jetzt kommst du zur Bildgröße, hier setzt du das Häkchen vor „In Bildschirm einpassen„. Im Dropdown-Menü wählst du „Lange Kante“ und setzt den Wert auf 2.000 Pixel und dann das Häkchen bei „Nicht vergrößern„. Das bedeutet, dass Lightroom nicht das Bild aufblasen wird, falls es vorher kleiner war. Aber warum 2.000 Pixel?

Hinweis: Meine Bilder fürs Netz müssen nicht die volle Auflösung haben. Erstens möchte ich nicht unbedingt, dass die hochauflösenden Originale im Netz umher schwirren, zweitens verringert die Größe auch die Dateigröße. Und drittens: Ich lade meine Bilder als Backup auf Picasa hoch. Insider wissen, dass Google für Fotos keinen Speicherplatz berechnet, wenn die längste Kante kleiner als 2.048 Pixel ist. That’s it! Ich kann zu Backup-Zwecken zehntausende Fotos zu Picasa hochladen und verbrauche keinen Speicherplatz!

Es geht weiter: Du kannst unter „Ausgabeschärfe“ einstellen, ob das Bild beim Verkleinern nachgeschärft werden soll. In vielen Fällen sieht es dann brillianter aus. Ich mache das aber meistens nicht, um den Look zu bewahren, den ich dafür wollte. Jetzt aber etwas wichtiges: Metadaten. In diesem Bereich kann man festlegen, ob und welche Metadaten aus dem Bild gelöscht werden sollen.

Wie wir wissen, können viele Webseiten die Metadaten aus Bildern herauslesen und darstellen. Auf Flickr zB erspart das Arbeit, weil die Fotos dann gleich verschlagwortet werden. Aber sie werden auch gleich auf einer Karte platziert und es tauchen unter Umständen Schlagwörter auf, die nicht gerade jeder sehen soll (Markus nackt mit einem Kätzchen vor der Hüfte). Aber die Copyright-Angaben sollen bitteschön drin bleiben! Also wählst du aus dem Dropdown-Menü die Option „Nur Copyright“ aus. Das Wasserzeichen lässt du natürlich drin und auch bei der Nachbearbeitung änderst du nichts. Zum Schluss: Exportieren!

Erneut zieht Lightroom seine Magie durch und backt das Ding zu einem verkleinerten JPG zusammen. Wenn du mit der Maus darüber fährst, wird dir der neue Dateiname angezeigt. Du kannst auch die Metadaten anzeigen lassen und siehst, dass die Stichwörter und Angaben zur Kamera alle weg sind. Und: das Bild ist jetzt nur noch rund 800 Kilobyte (!) groß und befindet sich bereits im richtigen Ordner.

Auch hier wird noch nachgearbeitet für eine übersichtliche Sortierung: Klicke es an und gibt dem Bild die Farbe Lila sowie eine Fünf-Sterne-Bewertung und verschiebe es in die Sammlung „Phoenico„. Jetzt erstellst du dir noch die Smart-Sammlung „06_online“ und gibst ihr die Bedingung, nur Bilder aufzunehmen, die genau fünf Sterne besitzen.
Hinweis: Das Erstellen der Smart-Sammlung ist nicht unbedingt nötig. Es werden alle Bilder aufgenommen, die du verkleinert hast. Die befinden sich aber ganz genauso auch in dem Ordner „online„, der inzwischen in deiner Ordnerliste hinzugekommen ist.

Namenstag

Wirf einen Blick zurück und klicke dich in die Sammlung „Phoenico„, die müsste jetzt so aussehen:

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Hier sehen wir den Fortschritt unserer Arbeit gestaffelt nach Bewertungsstufen und Farben. Wir sehen, wo wir angefangen haben, womit wir arbeiten wollten und was wir am Ende geschaffen haben. Achte jetzt mal auf den rechten Teil im Screenshot oben. Da sind die Metadaten des lila Bilds, der online-Version zu sehen. Für diese und die final-Version tragen wir dort noch etwas ein: nämlich Phoenico als Titel.

Nun musst du noch das Ergebnis eines Kompromisses ausbügeln, den du eben eingegangen bist. Erinnere dich, du hast die Anzahl der Metadaten für die online-Version auf ein Minimum begrenzt, nämlich auf das Copyright. Alles andere wurde gelöscht, zum Beispiel auch das Aufnahmedatum. Ist auch nicht weiter schlimm für das Bild. Aber für unser Bildermanagement wäre es gut, das zu erhalten, weil dann die automatische Sortierung nach Datum weiterhin zuverlässig funktioniert. Nachdem du also den Titel des Fotos eingegeben hast, schaust du in der final-Version nach dem Aufnahmedatum (weil dort nichts weggelassen wurde, ist es bei dieser Bildversion noch enthalten).
Im Metadaten-Abschnitt „IPTC“ steht die Zeile „Erstellt am“ und drin ein Eintrag, der so aussieht: 2013-02-09T12:59:15. Für gewöhnlich musst du nur den Tag wissen. Dann klickst du auf die online-Version und trägst im gleichen Feld „9.2.13“ ein. Nach einem Druck auf Enter passt LR automatisch das Format an und wandelt deine Eingabe zu „2013-02-09„.

Vergiss nicht, anschließend all deine Änderungen der Metadaten in die Datei zu schreiben.

Tja, das wars! Du hast jetzt einen durchexerzierten Produktionsverlauf eines Fotos. Und du hast am Ende ein Bild erstellt, das mit allen Schikanen ausgestattet ist, um im Netz geteilt zu werden. Glückwunsch!
Aaaber hier ist noch nicht Schluss mit meinem Workshop! Es kann ja sein, dass du das Foto nicht in Lightroom, sondern extern finalisieren möchtest. Trotzdem soll es gut in deinem Archiv aufgehoben und später leicht zu finden sein. Wie du das machst, erfährst du im nächsten Teil des Kurses.


[Workshop Bildermanagement] Übersicht:

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