[Workshop Bildermanagement] Teil 2: Lightroom anheizen

Teil Zwei meines Workshops zum Bildermanagement. Eine Einleitung gibt’s hier und die Inhaltsübersicht am Ende dieses Posts. Wir haben die Ordner für deine Bilder bereits angelegt, jetzt packen wir sie voll!

workshopbildermanagementWir starten direkt mal Lightroom und fangen von vorne an. Wenn du Photoshop Elements oder ACDsee oder irgendwas von Magix benutzt: da gibt es unter Garantie ähnliche Vorgehensweisen, mit denen ich mich leider nicht beschäftigt habe. Unten sind die Kommentare, schreib bitte gerne ein paar Tipps rein, wenn du hast.

Starte Lightroom und klicke auf „Datei/Neuer Katalog…“ Es geht ein Browserfenster auf, navigiere zu „Fotos/2013/LR-Katalog“ (siehe Teil 1 des Workshops). Jetzt gibst du unten den Dateinamen ein, den dein Katalog haben soll. Du kannst ihn zB „Lightroom_2013“ nennen. Du wirst in Zukunft jedes Jahr einen neuen Katalog erstellen, also beachte das in deinem Dateinamen. Lass dich nicht verwirren, wenn du den Katalognamen in einem meiner Screenshots sehen solltest, ich habe ihn anders benannt, damit ich den Katalog für diesen Workshop nicht mit meinen regulären verwechsele. Okay, klick auf „Speichern“, wenn du fertig bist.

lightroom-4-logoLightroom ist jetzt jungfräulich und wartet hungrig auf deine Fotos – geben wir ihm was leckeres! Unten links findest du den verlockenden Button „Importieren„. Du kannst nicht widerstehen und klickst drauf. Ein neues Fenster erschlägt dich. Wenn es übersichtlich ist, dann klicke auf den Pfeil unten links, damit sich das Bild vergrößert. Links hast du die Quelle für die Fotos, in der Mitte wirst du gleich deine Fotos haben und rechts gibst du die Zielkoordinaten auf deiner Festplatte an.

Importeinstellungen

In der Ordernstruktur links suchst du deine Kamera raus. In meinem Screenshot unten ist es keine Kamera, sondern ein anderer Ordner auf meiner Festplatte. Das geht natürlich auch. Hast du die Quelle angeklickt, zeigt dir Lightroom in der Mitte sofort alle neuen Fotos an, die noch nicht im Katalog sind. Da dies dein erster Import ist, bekommen alle Fotos in der Quelle ein Häkchen. Und wichtig (hab das schon oft genug falsch gemacht): Darüber steht, was mit den Fotos gemacht werden soll. Im Screenshot ist oben „Versch.“ weiß hervor gehoben. Das ist eine wahnsinnig kreative Abkürzung für „Verschieben„. Bedeutet, dass die Fotos von deiner Kamera gelöscht, auf die Festplatte gezogen und zum Katalog hinzugefügt werden. Je nachdem wie du mit den Bildern umgehen willst, kannst du da auch was anderes angeben.

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Okay, rechts oben steht standardmässig das da:

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Klick einmal drauf und ein Dropdown-Menü geht auf. Hier sollst du jetzt den Ort raussuchen, an den die Fotos verschoben werden sollen. Du klickst dich da verbissen durch und wählst den Ordner, den ich auch oben schon beschrieben habe. Bei mir liegt der auf Laufwerk D, das sieht also hinterher so aus:
Statt „Blog – Bildermanagement“ sollte bei dir einfach nur „Fotos“ stehen.

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Okay, kommen wir nun zum spannenden Teil: den verwirrenden Optionen unterhalb dieser Zielangabe. Lightroom zeigt dir Vorschauen der Bilder an, ganz oben kannst du auswählen, welche Qualität die haben sollen. Darunter kannst du angeben, ob mögliche Duplikate ignoriert werden sollen. Das ist der Fall, wenn Lightroom der Meinung ist, das Foto, das er findet, gibt es schon auf der Festplatte. Ich vertraue Computern nicht soweit und nehme das Häkchen immer raus. Genau darunter nimmst du auch das Häkchen raus. Du hast dort die Möglichkeit, eine zweite Kopie automatisch in einem weiteren Ordner abzulegen. Eigentlich ziemlich cool, um auf der Stelle ein Backup anzulegen. Aber ich gehe beim Backup anders vor und außerdem sind die Fotos weder aussortiert noch verschlagwortet. Und erst wenn sie das sind, will ich sie für die Ewigkeit sichern.

Automatisch Metadaten zuweisen

So, jetzt wirds interessant und nützlich: „Dateiumbenennung„. Das willst du, das ist toll! Früher habe ich mir da keinen Kopf drum gemacht. Darum hatte ich dann auch tausende „IMGPs“, „DSC“s und was weiß ich alles auf der Platte. Um ein Mindestmaß an Ordnung zu wahren, wäre es doch toll, beim Anklicken eines Bildes zu wissen, was damit los sein könnte. Darum wird folgendes passieren: während Lightroom die Bilder importiert, wird es sie automatisch verschieben UND mit einem sinnvollen Namen versehen. Klasse, wa? Nimmt dir eine Menge Arbeit ab.

Okay, setz das Häkchen vor „Dateien umbenennen„. Du machst das mit einer Vorlage, weil du schlau bist, also klick auf das Dropdown-Menü und ganz unten auf „Bearbeiten...“. Gut. Jetzt das grandiose an Programmen wie Lightroom: sie können Daten, die in den Bildern bereits gespeichert sind, benutzen und daraus einen Dateinamen erstellen. Rein theoretisch kannst du dir mit diesem Fenster die verrücktesten Kombinationen zusammen bauen. Was du machen musst, ist, aus den Dropdown-Menüs einen Parameter auswählen und dann dahinter auf „Hinzufügen“ klicken. Dann landet die Variable im Fenster oben. Du kannst sie miteinander kombinieren wie du willst.

Ich mache es so: Der Dateiname meiner Fotos besteht aus dem vollständigen Aufnahmedatum. Ich habe im ersten Teil schonmal erklärt, dass es die Konstante ist, die sich an einem Bild niemals ändert. Ich setze also Variablen des Aufnahmedatums ein. Damit das Ganze noch menschenlesbar bleibt, füge ich von Hand Striche dazwischen ein.  Du kannst das genauso machen, musst das aber leider selbst zusammen klicken, weil LR kein Copy&Paste aus diesem Fenster heraus zulässt, sorry. Die Zeitvariablen, die du brauchst, findest du im Abschnitt „Weitere“ dieses Fensters.

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Wenn du diese Vorgabe verwendest, passiert folgendes.
Aus IMGP6897.dng wird 2013-02-11_21-51-05.dng.
Man sieht also beim Dateinamen gleich, dass das Foto 2013 aufgenommen wurde, im Februar, am elften um genau zu sein. Und um noch genauer zu sein: um 21:51 Uhr und 5 Sekunden. Das mit den Sekunden könntest du für übertrieben halten, aber es hat sich bewährt. Denn was, wenn du eine Serienaufnahme hast? Ich mache selten High-Speed-Aufnahmen, aber mehrere Bilder pro Minute – so kann ich sie auseinander halten.

Vergiss nicht, dass du noch viel weiter herum spielen kannst: ans Ende dieser Kombination (oder dazwischen) kannst du noch eigenes Zeug hängen. Etwa „Kirchturm“, „Sandy“ oder eine automatisch fortlaufende Nummerierung. Okay, wenn du soweit bist, klickst du unten auf „Fertig„.

Du warst jetzt im Abschnitt „Dateiumbenennung„, jetzt kommt „Während des Importvorgangs anwenden“ und da machst du etwas ähnliches. Dass deine Fotos dir gehören, soll nämlich auch in jedem Bild drin stehen. Das Dropdown „Entwicklungseinstellungen“ ignorierst du, aber bei „Metadaten“ klickst du auf „Neu…„. Dich begrüßt jetzt ein weiteres Fenster mit vielen Möglichkeiten. Du hast es jetzt erstmal nur auf den Abschnitt „IPTC-Copyright“ und „IPTC-Ersteller“ abgesehen, die weiter unten zu finden sind.

Dort trägst du ein, was du im Screenshot unten siehst. Wichtig ist die Auswahl „Urheberrechtlich geschützt“ wenn du dein Recht auf deine Fotos bewahren und es nicht als zB Stock-Fotografie anbieten willst. Noch weiter unten hast du sogar die Möglichkeit, deine kompletten Kontaktdaten anzugeben. Aber Achtung: bedenke, dass heutzutage viele Internetseiten diese Informationen auslesen und darstellen können. Ich selbst gebe lediglich die Emailadresse an. Entscheide selbst und noch etwas: ich bin kein Rechtsexperte, wenn du genau wissen willst, was da rein kommt, dann lies dich bitte schlau dazu.
Hast du dort alles eingetragen, dann ignoriere erstmal den Rest, das machen wir später. Wichtig ist noch, dass du der Vorgabe ganz oben einen Namen gibst. Am Schluss klickst du auf „Erstellen

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Wir haben uns jetzt für die Zukunft schon wieder eine Menge Arbeit erspart, denn diese Infos kommen von nun an immer automatisch in deine Bilder hinein. Denke aber daran, das regelmässig zu aktualisieren.

Die Bilder importieren

Du warst jetzt im Abschnitt „Während des Importvorgangs anwenden„. Darunter kommt noch ein Abschnitt namens „Ziel„. Hier sollte eigentlich schon alles richtig eingetragen sein, weil wir das oben schon mit Klick auf das Laufwerk gemacht haben. Aber: Lightroom stellt dir hier eine Falle: Obwohl das Häkchen vor „In Unterordner“ fehlt, wird er trotzdem neue Unterordner anlegen, weil im Dropdown-Menü darunter standardmäßig „nach Datum“ ausgewählt ist. Das bedeutet, dass LR im Ordner „2013“ noch weitere erstellen wird, die sich am Aufnahmedatum der Fotos orientieren. Also zum Beispiel einen Ordner pro Tag. Wie das aussehen wird, zeigt dir LR netterweise darunter schonmal an. Ich möchte das nicht, ich möchte nur den Monatsordner. Aber das zur Erklärung, falls du davon Gebrauch machen willst. Ist ja eigentlich auch ne praktische Funktion. Weil ich das nicht möchte, wähle ich also im Dropdown-Menü „In einen Ordner“ aus.

Und nun…Klick auf „Importieren“ unten rechts im Fenster. Perfekt! Lightroom holt sich jetzt die Bilder von deiner Kamera, verschiebt sie wohin du willst, benennt sie um und packt Copyright-Daten hinein, klasse! Mehr noch…
Falls du Lightroom 4 benutzt, fragt dich das Programm jetzt eventuell, ob du „umgekehrtes Geocoding“ nutzen willst. Das Programm möchte also wissen, ob es Standortdaten an Google senden darf, um herauszufinden, wo das Bild gemacht wurde. Falls schon Geodaten in den Bildern drin sind, wirst du so sofort auf einer Karte sehen können, wo das Foto gemacht wurde. Ich lasse das zu, da ich das Geo-tagging auch für meinen Workflow verwende. Dazu aber später mehr.

Fertich:

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Dein erster Katalog ist befüllt und wartet darauf, so richtig von dir bearbeitet zu werden! Links siehst du unter der Vorschau eine Übersicht über deinen Katalog. Alle Fotos, die darin sind und in einer anderen Ansicht die Bilder, die zuletzt neu importiert wurden. Wiederum darunter ist eine Ordneransicht. Angezeigt wird die Festplatte, auf der die Fotos nun liegen und ein Baumverzeichnis mit untergeordneten Ordnern. Da sind noch nicht so viele, aber im Laufe des Jahres werden noch welche dazu kommen :)

Okay, das wars erstmal wieder an dieser Stelle. Morgen geht es dann mit dem Workshop weiter. Dann zeige ich euch, wie du deine Fotos anhand von Bewertungen sortierst und löschst.


[Workshop Bildermanagement] Übersicht:

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