streaking light

Meine ersten frischen Arbeiten in diesem Jahr haben gar nicht so viel mit Fotografie zu tun. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Soviel sei verraten: es geht um Wald.

streakinglightIch mag den Wald! Er inspiriert mich vor allem mit seiner Ruhe und Menschenlosigkeit. Tatsächlich habe ich schon viele Stunden zwischen Bäumen verbracht und Gedichte oder andere Texte geschrieben, irgendwann dann auch fotografiert. Allerdings fand ich es schon immer relativ schwierig, Wald zu fotografieren.

In erster Linie liegt das am für gewöhnlich enormen Detailreichtum der Bilder. Man hat überall Zweige, Farne, Blätter an den Ästen, Blätter auf dem Boden. Scheint dann noch die Sonne, dann kommen strahlende Blätter in den Baumkronen, Lichtflecken dazwischen und helle Spots auf dem Boden dazu. Mit einem Weitwinkelobjektiv und einer großen Blende hat man da keine Chance, Atmosphäre einzufangen. Das beste, was man machen kann ist, sich auf Details zu konzentrieren oder die richtige Tageszeit/Lichtstimmung zu erwischen.

Letztendlich sind es (meiner Meinung nach) Lichtstimmungen auch, die am besten funktionieren, wenn es um Wald-Fotografie geht. Das oder Detailaufnahmen. Die Bilder, die ihr unten gleich sehen werdet, entstanden so gesehen unter teilweise ungünstigen Ausgangsbedingungen. Ich war unterwegs mit einer Nikon D800E und dieses Monstrum von Kamera ist für solche Fotos eigentlich ein Overkill. Mit 36-Megapixel-Vollformatsensor muss man enorm auf die Bildgestaltung acht geben, denn es wird garantiert alles an Details drauf sein, was da ist. Andererseits ist das Sensorformat auch eine Chance, denn mit einem lichtstarken Objektiv und einer kleinen Blende kann man eine hervorragende Schärfentiefe einfangen.

Ich habe beim Fotografieren also bewusst auf Schärfentiefe und das Spiel aus Licht und Schatten Wert gelegt. Einfach fotografiert, sind einige der Fotos trotzdem eine Herausforderung für das Auge:

streakinglight-bsp01-unprocessedAuf dem Bild links zum Beispiel sieht man, dass man fast nicht sieht. Trotz unscharfem Hintergrund (recht weit hinten), Lichtflecken und kontrastreich dunklen Baumstämmen erschlägt einen fast die Fülle an Details. Besonders bei einer ausgewogenen Belichtung.

 

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Rechts sieht man, was man zum Beispiel in Sachen Bildgestaltung tun kann, um dem Auge  mehr Halt zu geben. Vordergrund und Hintergrund deutlich absetzen. Klare Bildelemente einbauen, die scharf sind und kontrastreiche Linien, die den Betrachter durch das Bild führen.

Die Essenz dieser Faktoren reduziert das Bild auf wenige Elemente und brachte mich zur „streaking light“-Serie, die nicht von ungefähr schon fast wie Malerei aussieht. Hiermit habe ich erkundet, wie man die Grundelemente eines Waldfotos künstlerisch darstellen kann.

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Wie man sieht, habe ich fast überall extrem reduziert. Es sind nicht nur viele Details verschwunden, auch die Farben habe ich entsättigt, um dem Ganzen einen künstlerischeren und homogenen Stil zu geben. Das hätte man natürlich auch anders machen können. Unten seht ihr ein Beispiel, bei dem ich spaßeshalber mal ein paar Special Effects eingebaut habe:

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