Ordnung in die Lightroom-Presets bringen

Sodele, endlich mal wieder dazu kommen, hier was nützliches zu schreiben. Wobei, vielleicht doch nicht ganz so nützlich, denn von der Sache, über die ich heute schreibe, habe ich selbst noch keinen kompletten Schlachtplan…

Wie habe ich das Arbeiten mit Adobe Photoshop gelernt? Wie viele andere vermutlich auch, mit dem Herumspielen mit Filtern. An meiner ersten Spiegelreflexkamera habe ich hauptsächlich die Programmautomatik benutzt und Adobe Photoshop Lightroom habe ich auch erstmal mit Presets aus dem Internet vollgestopft.
Aber mit der Zeit lernt man, bestimmtes und immer mehr selbst zu machen und den richtigen Freak juckt es sowieso immer, selbst die Regler zu bedienen. So auch in meinem Fall. Irgendwann wurde an der Kamera alles selbst eingestellt, in PS kein Filter mehr und Lightroom kein Preset mehr benutzt. Also kommt damit auch irgendwann die Zeit, das Ganze mal zu entrümpeln.

ABER: ich will damit nicht Voreinstellungen, Automatismen oder dergleichen verfluchen und herabwürdigen. Vielmehr das Gegenteil: all das war für mich immer eine wichtige Quelle der Inspiration und des Lernens. Selbst in Lightroom habe ich immer noch Presets parat. Warum genau?

LR-Presets als Inspiration

Schaut man sich zB auf deviantart.com die Portfolios beeindruckend guter Fotografen an, so fällt auf, dass die allermeisten im immer gleichen Stil fotografieren und Bilder bearbeiten. Ich habe das irgendwie nie geschafft. Meine eigene Galerie wirkt viel durchmischter und abwechslungsreicher. Eine Zeit lang hat mich das genervt, inzwischen habe ich es akzeptiert und glaube sogar, dass viele der Top-Fotografen vielleicht sogar mehrere Accounts haben, in denen sie verschiedene Stile präsentieren. Und genau darum geht es manchmal auch: verschiedene Stile haben oder ausprobieren.

Und weil man vielleicht nicht immer unendlich kreativ sein oder sich stets komplett neue Dinge einfallen lassen kann; nutze ich gern mal die Vorschau in ein paar Presets, um auf den Geschmack einer anderen Belichtung oder dergleichen zu kommen. So fährt man sich nicht fest, macht nicht immer das gleiche an den LR-Reglern und wird nicht langweilig.

LR-Presets als Lernhilfe

Ich habe ein Bild bearbeitet, dreißig Regler verschoben und kann das Ergebnis als Preset abspeichern. Praktische Sache das und noch besser: lade ich das bei einem beliebigen Bild, so schiebt LR die Regler in die entsprechende Position und trägt die Zahlenwerte ein. So kann man wunderbar herausfinden, welche Regler und Techniken angewandt wurden, um bestimmte Effekte zu erzielen.
So habe ich übrigens die Split-Tone-Technik überhaupt erst richtig nachvollziehen können.

LR-Presets abbauen

Im Laufe der Zeit haben sich bei mir natürlich unheimlich viele Presets angesammelt. Irgendwann im Grunde so viele, dass man gar nicht mehr alle durchschauen mag. Und wenn man das nicht tut, nutzt man sie auch nicht. Und wenn man sie nicht nutzt, sind sie sinnlos.
Angesichts der obigen beiden Aspekte fällt die Auswahl nun eventuell einfacher, welche Presets man loswerden kann.

  • Zum Beispiel hieß bei mir eine Gruppe „Schärfen“. Keine Ahnung, warum ich die aufgenommen habe, schließlich bietet LR selbst eigene Regler um ein Bild nachzuschärfen. Vermutlich stammt das aus einer Version, die das noch nicht hatte; noch ein Grund mehr, die ganze Gruppe rauszuwerfen.
  • Eine weitere Gruppe enthielt Presets mit verschiedenen Varianten der White Balance. Habe ich auch nie benutzt, dazu hat LR eine Pipette zum schnellen Ändern und zwei zusätzliche Regler zur Feinjustierung. Weg damit.
  • In der Gruppe „Graduated“ fanden sich Presets, bei denen nur ein Teil des Bildes belichtet und das andere abgedunkelt war. Und das natürlich in den verschiedensten Varianten. Braucht man auch nicht mehr, sobald man das Werkzeug für den Verlaufsfilter entdeckt hat. Also auch weg damit

LR-Presets behalten

Die Hauptgründe, warum man Presets bei der Entrümpelungsaktion behalten kann/möchte oder sollte, habe ich oben erklärt: wenn man sich inspirieren lassen oder etwas Neues lernen möchte zum Beispiel. Und diese „interessanten“ Presets, die mich ansprechen oder von denen ich nicht weiß, wie ein Effekt erzielt wurde, behalte ich.
Zusätzlich habe ich mir noch eine neue Gruppe namens „ausprobieren“ eingerichtet. Dort schiebe ich alle neuen Presets rein, die ich noch nicht kenne oder unter verschiedenen Motiven erstmal testen möchte. Gefällt es mir, behalte ich es. Brauche ich es nicht, fliegt es raus.
Presets, die mir besonders gefallen, die meinem Stil entsprechen, ich häufig nutze oder selbst angelegt habe, kommen in die Gruppe „Favoriten“. Dann muss ich mich nicht durch zig Gruppen wälzen, um das Passende zu finden.

Noch ein paar Tips

  • Presets für Lightroom haben die Dateiendung „*.lrtemplate“ und sind hier abgelegt:
    C:\Users\ml\AppData\Roaming\Adobe\Lightroom\Develop Presets
    falls ihr LR standardmässig installiert habt.
  • Die Gruppen, die in LR selbst zu sehen sind, ergeben sich aus einfachen Ordnern; so könnt ihr die Presets dann auch ganz einfach sortieren
  • ein paar nützliche Quellen für Presets habe ich auf mworkz.net zusammen getragen. Diese Liste wird immer wieder mal aktualisiert.
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