Blog

Digital organisiert mit Memonic

Kürzlich habe ich mir einige Web-Dienste angeschaut, mit denen man seine Notizen (und mehr) organisieren kann. In mehreren Artikeln möchte ich sie kurz vorstellen und ein paar Vergleiche anstellen. Bisher dabei: Springpad und Evernote. Heute an der Reihe:

Memonic

Memonic ist (noch) nicht ganz so bekannt, wie seine bereits besprochenen Konkurrenten Springpad und Evernote. Das jedoch teilweise zu unrecht, denn der Service kann sich prinzipiell gut sehen lassen. Am ehesten orientiert sich Memonic wohl an Evernote; kommt professioneller rüber und macht auch ein paar Sachen anders.

Pro

Die Weboberfläche ist fast schon eine Mischung aus Springpad und Evernote. Vom Design her wirkt sie professioneller und funktionaler als bei Springpad, bietet aber mehr fürs Auge als Evernote. Die zentrale Seite ist auch hier ein Dashboard, das alles, was neu ist in einem Stream anzeigt. Auffällig dabei ist ein persönlicher Avatar am Beginn jedes Elements, was gleich darauf hinweist, dass Memonic sich auch in der Gruppe benutzen lässt.

Auch in Sachen Geschwindigkeit platziert sich die Weboberfläche zwischen Springpad und Evernote. Während Evernote ziemlich flott ist, kommt Memonic kurz dahinter und lädt ausreichend schnell. Bisher bester im Test ist Memonic, was den Editor angeht. Die Werkzeuge zum Erstellen einer Notiz im Browser sind zahlreich und dürften dem Standard von TinyMCE entsprechen, wie man es zB aus WordPress kennt.

Eines der stärksten Merkmale von Memonic ist der Web-Clipper. Damit sammelt man Zeug aus dem Internet, das man ablegen möchte. Im Vergleich zu den anderen Browser-Erweiterungen ist Memonics wohl die schnellste und bietet eine Reihe von sinnvollen Optionen. Ziemlich praktisch ist es zum Beispiel, mehrere Elemente einer Seite nacheinander anklicken zu können. So lassen sich verschiedene Grafiken, Videos und Texte zusammen in einer Notiz ablegen.

An Umsteiger und Memonic-Losleger haben die Entwickler auch gedacht und eine nette Anzahl von Import-Tools bereit gestellt. Der Dienst hilft dabei, Delicious- oder Browser-Lesezeichen zu importieren, Daten aus Evernote zu übernehmen oder frisst sogar Outlook-Inhalte.

Auch externe Dienste lassen sich integrieren. Wie bei fast allen Mitbewerbern lassen sich neue Notizen per Email anlegen, in Google Reader gelesene Artikel lassen sich in Memonic ablegen und eine Facebook- und Twitter-Integration ist auch dabei. Andersrum geht auch: die eigenen Notizen lassen sich per Modul in das eigene Blog einpflegen.

Was Synchronisation und Zugriff mit externen Geräten angeht, deckt Memonic die wichtigsten Plattformen ab: iPhone, iPad, Android-Hardware und Clients für Mac und Windows sind im Angebot.

Kontra

Wie gesagt, der Web-Clipper ist einer der schnellsten im Vergleich und dennoch einen Hauch unhandlich aufgebaut. Einsortieren lassen sich frisch angelegte Elemente erst nachdem man sie abgespeichert und auf einen Knopf gedrückt hat. Springpad und Evernote machen es richtig und sparen dabei mindestens einen Klick.

Darüber hinaus macht der Web-Clipper genau das, wie er heißt: Inhalte sammeln. Bereits vorhandene Elemente in meiner Datenbank lassen sich damit leider nicht durchsuchen und anzeigen.

Memonic bietet direkt beim Erfassen von Daten im Browser ein paar nützliche Optionen, zB „Später lesen“, wo der gesamte Artikel erfasst und an die Datenbank gesendet wird. Mache ich das allerdings oft, wird es schwer, später danach effektiv zu suchen, denn auch die Später lesen-Einträge werden in der Weboberfläche als einfache Notizen deklariert und nirgendwo gesammelt oder gruppiert. Hier könnte man noch einen Hauch nachbessern.

Leider ebenfalls nicht dabei, ist das Anlegen von Events, Terminen oder Aufgabenlisten. Also alles, was man auf dem Schirm haben und sich unter Umständen per Email benachrichtigen lassen möchte. Gerade durch die Kollaborative Orientierung des Dienstes wäre das ein echtes Plus gewesen.

Fazit

Soll der Kostenpunkt ins Pro oder Kontra? Fakt ist, dass Memonic an sich kostenlos ist, in der Variante aber eine Begrenzung von 100 Notizen hat. Das reicht zum Kennenlernen, doch nicht zum effektiven nutzen. Der Sinn des Free-Accounts dient also klar dem Ausprobieren und wenn man überzeugt ist, gibt man den Leuten aus der Schweiz etwas Geld in die Hand. Dafür, dass bei Memonic alles dabei ist, was wichtig sein dürfte und man ab dann unbegrenzten Speicher hat, ist Geld vermutlich nicht zuviel verlangt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s