Feeds und kein Ende – was hilft?

Wieviele RSS-Feeds habt ihr abonniert? Ich selbst verfolge 55 Seiten per Feed. Einige davon posten täglich, andere auch ein wenig seltener. Auf jeden Fall reicht es, meinen Posteingang nach zwei bis drei Tagen mit über 1.000 neuen Elementen voll laufen zu lassen. Doch wie bewältigt man diesen Informationsstrom?

Es gibt ja auch Leute, die morgens erstmal ihre Seiten absurfen und schauen, was es Neues gibt. Fand‘ ich schon vor Jahren zu umständlich, denn wozu gibt es Feeds? Die lässt man von einem Feedreader sammeln und bekommt so alles, was wichtig ist. Nein, das stimmt nicht ganz: man bekommt alles geliefert, was veröffentlicht wurde.

Was wichtig ist, muss man immer noch selbst entscheiden und das ist gleichzeitig eine der großen Herausforderungen unseres (Internet-)Zeitalters. Mit einem Desktop-Feedreader konnte ich nie ganz warm werden. Vor allem, weil ich gleich im Browser sein möchte, wenn mich ein Artikel interessiert und ich ihn öffnen lassen will.

Google Reader vs. Feedly

Begonnen habe ich – wenn ich mich recht erinnere – mit dem Google Reader, da ich ohnehin einen Google-Account hatte. Allerdings war mir der nicht stylisch genug und das bloße durchscrollen der Meldungen war mir zu dröge. Ich entdeckte Feedly und das entsprach schon wesentlich mehr meinem verwöhnten Auge. Dort werden die Artikel Magazin-artig aufbereitet und dargestellt.

Allerdings hatte ich nach einer ganzen Weile ein Problem mit Feedly: ich stellte fest, dass ich immer nur bestimmte Themenbereiche abgraste und andere Kategorien immer voller und voller wurden, ohne, dass ich sie abarbeitete. Ebenfalls doof: wenn mich ein Artikel mehr interessierte, musste ich ihn erst anklicken, um alles lesen zu können.

Also kehrte ich zurück zum Google Reader, der durch seine einfache Struktur wieder an Attraktivität gewonnen hatte. Das Teil ist schnell und man kann sich alle Einträge in einem Stream untereinander anzeigen lassen. So stellt man sicher, dass man sich auch garantiert alles anschaut und nichts verpasst.

Feed-Flut

Und nun das Zeitproblem: vorletztes Wochenende plus zwei Tage verbrachte ich offline ohne die tägliche Morgendosis Internet. Für mich nicht weiter schlimm, komme ich gut mit klar. Allerdings war mein Google Reader in der zwischenzeit fast explodiert. Mehr als 1.000 Nachrichten werden dort nicht als Zahl angezeigt, der Zähler stand auf 1.000+ und es waren tatsächlich weit mehr. Seit dem bin ich damit beschäftigt, alles abzuarbeiten, doch täglich kommen mindestens 150 neue Artikel wieder dazu (und das bei 55 Abos).

Eins steht fest: ohne eine bessere Methode, als alle durchzuklicken, bekommt man das nicht gebacken. Schließlich geht nicht nur die Zeit, sondern auch die Konzentration flöten, wenn man 100 Artikel nacheinander überflogen hat. Da mir das auch in der Vergangenheit schon passiert war, war hier die Methode: „Alles als gelesen markieren“. Das killt mit einem Schlag die böse Zahl 1.000 und befreit von der Informationslast. Dabei ist das Vorgehen auch gnadenlos. Möglicherweise war da ja was interessantes oder nützliches, das man verpasst hat.

Magazin statt Stream?

Und hier kommt wieder das Magazin-Prinzip von Feedly zum Tragen: dort gibt es keinen Stream, wo ich alles durchklicken muss, sondern mehrere Artikel sind auf einer Seite zusammengefasst und nach Datum sortiert. Noch nützlicher ist dabei: ein Element besteht (im günstigsten Fall) aus Überschrift, Bild, Exzerpt und „gelesen“-Link. Ich kann also die wichtigsten Infos auf einen Blick erfassen, die mir sagen, ob mich der Artikel interessiert oder nicht.

Auf der Featured-Seite wird ein Überblick an frischen Artikeln aus der selbst angelegten Kategorie angezeigt. Gleich hier habe ich die Möglichkeit, alle diese Artikel als gelesen zu markieren.

Wähle ich eine einzelne Seite zum Lesen aus, habe ich die Artikel in einer Art gekürztem Stream. Klicke ich einen an, vergrößert er sich und wird als gelesen markiert. Ich muss aber nicht alle anklicken, sondern habe auch hier einen kleinen Link, der es mir einfacher und schneller macht.

Die Sortierung, wie sie Feedly anbietet, hilft auf diese Art tatsächlich, einen größeren Strom von Feeds zu bewältigen. Als Leser nutze ich mein Verhalten aus Print-Magazinen, überfliege die Überschriften, hangele mich an Bildern entlang und erfasse so auf einen Blick mehr Informationen als mit einem Stream. Und man ermüdet dabei nicht so schnell.

Wie ist das bei euch?

Wie macht ihr das? Wieviele Feeds lest ihr oder setzt ihr euch diesem Datenstrom gar nicht aus? Gibt es andere Tools, die besser organisiert sind?

Noch ein letzter Tip bzw. Hinweis: Feedly auszuprobieren geht ziemlich schnell und schmerzlos wenn ihr den Google Reader nutzt, denn es verwendet die Feedliste des Google Reader, so dass es überhaupt keine Migrations-Probleme gibt.

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