Blog

Digital organisiert mit Springpad

Zu Beginn meiner Computer-aktiven Zeit (ich gehöre noch zu der Generation, die kein iPad im Kinderwagen hatte) lösten irgendwann auch die digitalen Notizen meinen Kalender in Buchform ab. Weil damals an Internet für mich noch nicht zu denken war, probierte ich gefühlte hundert verschiedene Notizprogramme aus, die alle auf dem Rechner installiert werden mussten.Mit der Zeit kamen jedoch auch andere Rechner und Plattformen dazu und damit natürlich auch der Wunsch, die eigenen Notizen überall verfügbar haben zu können. Das geht am Besten über das Internet und daher möchte ich ein paar Dienste vorstellen, die das für euch erledigen.

Ich werde nicht die ganzen Optionen und Features aufzählen, darüber kann man sich auch woanders ausreichend informieren. Mir geht es eher um einen Vergleich mit Konkurrenz-Produkten und präsentiere euch daher im Folgenden eine (vermutlich unvollständige) Pro- und Kontra-Liste mit den wichtigsten Argumenten für oder gegen den Dienst.

Springpad

Springpad lässt euch nicht nur Notizen online verwalten. Der Dienst lässt euch praktisch alles im Internet sammeln, ablegen und aufheben. Das deckt Notizen, Aufgaben, Termine, Rezepte, Bücher, Filme und einiges weitere ab. Zentrale Schnittstelle ist die Weboberfläche, auf die man mit dem Browser zugreifen kann und somit praktisch von jeder Plattform aus erreichbar ist.

Pro

Wer eine ansprechende und abwechslungsreiche Weboberfläche mag, ist bei Springpad am Besten aufgehoben. Der zentrale Bildschirm erinnert an Smartphone-Bildschirme, da die einzelnen Notizbücher mit quadratischen Icons auf dem Bildschirm verteilt sind. Design-technisch lässt sich da jede Menge anpassen.

Auch die Browser-Extension ist schick aufgemacht und wartet mit Animationen auf, die man von iOS- oder Android-Anwendungen gewohnt ist.

Grundlegendes Verwaltungselement ist bei Springpad nicht eine einfache Notiz (die gibt es auch), sondern man kann von vornherein festlegen, ob man eine Aufgabe, ein Event oder ein Rezept anlegen will. Viele dieser Einträge werden dann von Springpad mit zusätzlichen Infos aufgewertet. Füge ich zum Beispiel das Album einer Band hinzu, bekomme ich automatisch einen Amazon-Link, Verweise auf Rezensionen und die aktuellen Tour-Daten der Band spendiert.

Gerade für Umsteiger sehr praktisch: Springpad importiert automatisch alle Lesezeichen von Delicious und legt für jedes Lesezeichen ein neues Element an. Tags bleiben erhalten und dadurch lassen sich die Lesezeichen in Springpad genauso gut verwalten wie auch in Delicious.

Ebenfalls ein nettes Feature ist ein Board innerhalb eines Notizbuches. Dort kann ich wie an einer schwarzen Wand Einträge ablegen und arrangieren, Notizzettel ankleben und Vermerke machen – so lässt sich mit dem gesammelten Material schnell eine Übersicht oder Mindmap erstellen.

Für viele Dinge kann man sich benachrichtigen lassen: steht ein Event kurz bevor oder ist eine Aufgabe abgelaufen, dann habe ich in einer zusammenfassenden Übersicht einen schnellen Blick darauf. Dort tauchen auch News zu der Band auf, deren Album ich mag.

Wo wir schon bei Events sind: Springpad lässt sich mit dem Google Kalender verknüpfen, was extrem praktisch ist, wenn man letzteren benutzt. So kann man aus dem Kontext einer Notiz heraus einen Termin erstellen und bekommt den ohne weiteres Zutun auch im Google Kalender angezeigt.

Könnte man als selbstverständlich ansehen, ist es aber nicht: alle Elemente lassen sich gleichzeitig in verschiedenen Notizbüchern ablegen. So muss ich mich nicht jedesmal entscheiden, zu welchem Thema es am Besten passt, was ich gerade ablegen möchte.

Für Mitteilungsbedürftige bietet Springpad die Möglichkeit an, seine Notizen in sozialen Netzwerken zu teilen. Nachdem ich also ein Rezept abgelegt und vielleicht ausprobiert habe, kann ich den Eintrag sehr einfach auf facebook posten, damit auch andere wissen, dass es lecker war.

Kostenlos! Keine Speicher- oder Trafficbegrenzung zu entdecken und nicht einmal nervige Werbung.

Kontra

So hübsch die Weboberfläche auch ist, hat sie auch ein paar Schwächen. Bis auf das „schwarze Brett“ gibts kein Drag&Drop, was man an ein paar Stellen ein wenig vermisst. Insgesamt könnte sie etwas schneller sein und auch der eingebaute Editor zum Erstellen von Notizen kann nur als rudimentär bezeichnet werden.

Die Vielfalt der Arten von Elementen die ich anlegen kann, führt teilweise auch in eine eingeschränkte Richtung. Ich kann also eine einzelne Aufgabe anlegen, die allerdings nicht in meinem Kalender auftaucht. Ich kann einen Termin anlegen, allerdings nicht keine Aufgabe reinschreiben oder ich lege eine Notiz an, in die ich Datum und Aufgabe notiere, die jedoch keine Interaktivität hat. Eine Notiz als Grundgerüst, die ich mit Funktionen versehe, wäre optimal gewesen.

Auch die Browser-Erweiterung (Firefox, Chrome) ist sehr schick, wie ich schon schrieb; jedoch um einiges langsamer als bei den Mitbewerbern und funktioniert sogar bei einigen wenigen Links gar nicht.

Springpad spielt sich größtenteils im Browser ab. Es gibt (noch) keine Desktop-Anwendung und auch keinen Desktop-Clipper, mit dem man Sachen außerhalb des Browsers sammeln könnte.

Diese Sache vermisse ich wirklich: praktisch jedes Element, das ich anlege, ist quasi eine Verlinkung. Bei Lesezeichen ist das logisch, aber möchte ich z.B. einen Artikel ablegen, dann speichert Springpad nicht den Artikel, sondern den Link zur Seite und einen Screenshot. Doof vor allem bei Videos; viel praktischer wäre es, die Videos direkt in die Notiz einzubetten, um zusätzliche Klicks zu sparen.

Fazit

Springpad lässt mich so gut wie alles ablegen und verwalten. Dazu gibt es noch Zusatzinfos, Vernetzung und Social Features für jene, die das brauchen. Was es nicht gibt ist zum Beispiel eine ausreichende Verbreitung an Apps für verschiedene Plattformen. Wird sicher noch kommen, denke ich mal. Dennoch: für einen kostenlosen Dienst wird hier jede Menge geboten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s