Social Networking mit TweetDeck

In meiner Artikel-Reihe über Social-Networking-Clients (für den Browser) komme ich nun zum vorerst letzten Kandidaten, den ich mir vor die Augen genommen habe. Nach Seesmic, Yoono und HootSuite ist demnach TweetDeck an der Reihe.

TweetDeck

Was das Angebot an verlinkbaren Netzwerken angeht, schrieb ich noch beim letzten Mal, das Seesmic das geringste Angebot zur Verfügung stellt. Das relativiert sich mit TweetDeck – solange man bei der Browser-Erweiterung bleibt. Die bietet das Hinzufügen von Twitter, Facebook, Google Buzz und Foursquare. Die Desktop-Variante des Clients dagegen lässt zusätzlich noch LinkedIn und Foursquare als verknüpfbare Netzwerke zu. Da ich mich hier allerdings mit der Erweiterung beschäftigen möchte, ist das Angebot nicht gerade berauschend aber für den Großteil der Nutzer wohl ausreichend.

Mehrfach einloggen geht bei TweetDeck auch nur teilweise. Während es kein Problem ist, einen weiteren Twitter-Account hinzuzufügen, sucht man die Option für einen zweiten Facebook-Account vergeblich.

In Sachen Zugriffsmöglichkeit bietet TweetDeck das Wichtigste (und auch hier nicht mehr): Dreh- und Angelpunkt ist die Desktop-Applikation, die immerhin unter Windows, Mac und Linux läuft – dank dem Adobe Air-Framework. Über den Browser lässt sich TweetDeck bisher wohl nur in Google Chrome aufrufen, von einer Erweiterung für andere Browser ist derzeit nichts in Sicht. Letztlich geht man auch in mobiler Hinsicht Google-Wege: der Client für Android-Handys steht zum Download zur Verfügung; Varianten für iPhone und iPad sind allerdings noch in Arbeit.

Die Oberfläche der Browser-Erweiterung ähnelt allen bisher vorgestellten und hat sich damit schon einmal einen Pluspunkt verdient; schließlich kommt man dadurch ohne weitere Einarbeitungszeit zurecht. Auch wenn ich das dunkle und elegante Design sehr ansprechend finde, so vermisse ich dennoch einige Annehmlichkeiten, die ich von den Konkurrenten kenne.
So zum Beispiel lässt sich die Breite der Spalten nicht beliebig einstellen. Auch repräsentieren die Titel-Bezeichnungen der Spalten nicht klar, um welches Netzwerk es sich dabei handelt. Dafür ist jedoch die Facebook-Spalte in einem blau hinterlegt. Auch eine Variante zur Markierung, muss man aber erstmal wissen.

Genauso wie bei Seesmic-Web werden (eine kleine Anzahl an Optionen) erst verfügbar, wenn man über dem einzelnen Beitrag einer Spalte ist. Leider sieht man hier nicht, ob und wieviele Kommentare zu einem Beitrag vorhanden sind. Dazu muss man erst auf einen Button klicken, bekommt ein neues Eingabefenster angezeigt und darunter die bereits vorhandenen Kommentare.

Für die Twitter-Spalte stehen im Gegensatz zu Facebook schon mehr Optionen zur Verfügung, doch auch hier geht TweetDeck seltsam unterschiedliche Wege: während man in der Twitter-Spalte angehängte Bilder als Thumbnail sehen und durch Anklicken in einem Fenster angezeigt bekommt, fehlen in der Facebook-Spalte die angehängten Bilder und lassen sich auch nicht anklicken. Hier ist definitiv noch Nacharbeit angesagt.

Genauso rudimentär wie der bisher beschriebene Teil der Erweiterung stellt sich auch das Composing-Fenster dar, mit dem man Nachrichten verfasst. Dieses sitzt zwar schön prominent an der oberen Bildschirmmitte, öffnet sich dann jedoch in einem kleinen überlagernden Fenster und bietet außer dem Posten in mehrere Netzwerke gleichzeitig, der Angabe von Koordinaten oder dem Hinzufügen eines Mediums nicht viel mehr. Keine später veröffentlichbare Nachrichten und auch kein praktischer Share-Button wie bei Yoono.

Eigentlich würde ich jetzt zu den zusätzlichen Einstellungs-Möglichkeiten der Erweiterung kommen, doch da gibt es gar nichts zu schreiben, denn die existieren schlicht nicht. Außer der Möglichkeit, einen TweetDeck-Account einzurichten, kann man nicht viel mehr machen, als alle Spalten in einer zusammen zu fassen und vice versa. Immerhin verfügt jede Spalte für sich noch über die Optionen, Benachrichtigungen dafür einzustellen oder sie zu verschieben.

Fazit

TweetDeck für den Browser finde ich etwas enttäuschend. Gerade, weil sich die Desktop-Variante als recht praktisch heraus stellt und über zahlreiche weitere Features verfügt. Führt man sich die Funktionsvielfalt der verschiedenen Angebote von TweetDeck vor Augen, entdeckt man eine große Inkohärenz: TweetDeck für den Desktop hat praktisch alles, öffnet Bilder aber nicht in einem eigenen Fenster sondern im Browser und zeigt auch keine Anhänge von Twitter an. Im Browser werden Twitter-Anhänge angezeigt und in einem eigenen Fenster geöffnet, bei Facebook fehlt das jedoch vollständig. Ganz zu schweigen von ca. der Hälfte der Möglichkeiten der Desktop-Variante. Die Android-Version ist minimal aber praktisch, iPhone und iPad-Varianten existieren noch nicht.

Bitte nacharbeiten, TweetDeck!

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