Social Networking mit Seesmic

Heute geht es ein weiteres mal um Social-Networking-Clients für den Browser. Nach Yoono und HootSuite richtet sich das Augenmerk auf Seesmic.

Seesmic

Der Waschbär im Logo von Seesmic guckt ein wenig orientierungslos, was seltsamerweise meinen Eindruck vom Dienst widerspiegelt. Das darf man nicht falsch verstehen, Seesmic ist im Grunde wirklich solide und tut genau das, was es soll, nur eben nicht ganz so, wie die anderen. Das mag an der Firmengeschichte liegen, denn Seesmic begann nicht als SN-Client, sondern als „social video sharing service“. Erst nach dem Kauf eines Twitter-Clients wandelte sich das Ganze zu dem, was nun Seesmic-Web ist.

Im Vergleich mit den bisher vorgestellten Diensten bietet Seesmic die geringste Auswahl an unterstützten Netzwerken: Twitter, Facebook, Buzz und LinkedIn sowie Foursquare sind an Bord. Das deckt alles ab, was in den USA am Weitesten verbreitet ist, von der deutschen Web-Gemeinde aber nur teilweise genutzt wird. Immerhin scheinen sich mehrfache Accounts bei den Client-Diensten mittlerweile zu einem Standard-Feature zu entwickeln, was es leichter macht, seine beruflichen und privaten Streams zu sortieren.

Auch in Sachen Zugriff ist Seesmic grundsolide aufgestellt: es gibt Desktop-Programme für Windows und Mac, Clients für iPhone, Android, BlackBerry und Windows Phone 7 sowie eine Browser-Erweiterung. Es sei hinzugefügt, dass die Bezeichnung „Desktop-Programme“ wohl eher in einer modernen Definition gebraucht werden müssen, denn es handelt sich dabei nicht um komplett eigenständige Software, sondern Anwendungen, die auf Microsofts Silverlight-Framework aufbauen; eine Variante zu Adobe Air. Silverlight muss also erst installiert werden, bevor man Seesmic-Desktop ebenfalls installieren und anwenden kann.

Entsprechend „besser“ sieht das Programm dann auch aus und ich bedauere fast, dass ich mich in meiner Artikel-Reihe auf Browser-Lösungen konzentriere, denn die Desktop-Version von Seesmic bietet einiges mehr als das Online-Pendant.

Nichtsdestotrotz steht Seesmic-Web für (angeblich) jeden Browser zur Verfügung und zeichnet sich dabei auch dadurch aus, auf neue Webtechnologie zu setzen. Nachteil dabei ist jedoch, dass dies wiederum die Browser-Wahl einschränkt; während HTML5 mittlerweile alle unterstützen, erlaubt Seesmic auch Drag&Drop von Dateien, die man hochladen bzw. teilen möchte, was allerdings Google Chrome voraussetzt.

Die Weboberfläche bietet gewohnte Ansichten, was natürlich gut ist. Es gibt Spalten, die in der Größe angepasst werden und nebeneinander gelegt werden können. Dabei werden jedoch nicht beliebig viele Spalten nebeneinander gequetscht, sondern die Seite lässt sich vertikal scrollen, wenn der Platz nicht reicht. Die Umsortierung der Spalten erfolgt schnell und einfach durch Drag&Drop.
Auch hier merkt man, dass Seesmic sehr Twitter-affin ist. Anzeigen lässt sich im Rahmen von Twitter alles mögliche in einer Spalte: die eigenen Tweets, der eingehende Stream, Retweets, Suchen, etc. pp. Genau diese attraktive Vielfalt fehlt jedoch bei Facebook zum Beispiel völlig; hier steht lediglich der eingehende Stream zur Verfügung.

Das (zugegeben) professionelle und minimalistische Design der Weboberfläche ist noch ein wenig professioneller und minimalistischer als jenes von HootSuite. Auch hier werden kleine Buttons mit weiteren Funktionen nur eingeblendet, wenn man mit der Maus über ein Stream-Element fährt. Was ich hier auch gleich vermisse: Kommentare zu Facebook-Einträgen zum Beispiel sind standardmässig ausgeblendet und erscheinen erst, wenn man auf den eigenen Kommentar-Button klickt. Rein logisch findet sich hier also eine Lösung, die nicht sehr intuitiv ist: will ich die Kommentare sehen, muss ich selbst einen verfassen wollen. Auch die zahlreichen Zusatzfunktionen, wie sie Yoono an dieser Stelle bietet, fehlen.

Im Bereich des Nachrichten-Verfassens jedoch zeigt sich Seesmic wie auch HootSuite etwas fortschrittlicher als Yoono. Das Message-Fenster findet sich prominent an oberster Stelle und bietet automatische URL-Verkürzung, Bild-Upload und zwei weitere Optionen, die mit Google verkabelt sind: so lässt sich der momentane Standort hinzufügen oder der Tweet in andere Sprachen übersetzen. Eine Schedule-Funktion ist auch dabei, so dass sich die Nachrichten zeitverzögert absetzen lassen und selbstverständlich kann man in mehrere Netzwerke gleichzeitig posten.

Die Hintergrund-Optionen von Seesmic-Web sind übersichtlich und funktional: über einen Button, der zu den grundsätzlichen Einstellungen führt, hat man die Möglichkeit, weitere Netzwerke hinzuzufügen oder das Passwort zu ändern. Das wars auch schon, wobei man eigentlich gar nicht in die Optionen muss, um weitere Netzwerke hinzuzufügen. Andere Einstellungen finden sich direkt in der oberen rechten Ecke der Weboberfläche. Dort ist auch die Umschaltung auf Deutsch möglich oder das Wechseln des Oberflächen-Designs.

Fazit

Wer nicht viel von einem Social-Networking-Client im Browser verlangt, ist mit Seesmic Web gut bedient. Allerdings ist es mir persönlich zu Twitter-affin. Ein schneller Login geschieht über den eigenen Twitter-Account, ohne, dass man sich registrieren muss. Möchte man jedoch andere Dienste zusätzlich nutzen – wie zum Beispiel Facebook – so wird ein Account bei Seesmic benötigt. Die Unterstützung anderer Dienste als Twitter sind darüber hinaus auch noch ausbaufähig.
Wesentlich mehr Augenmerk wird bei Seesmic auf den Desktop-Client gelegt, der als zusätzliche Funktionen das Stöbern in Channels und Verzeichnissen ermöglicht oder auch das Hinzufügen von RSS-Feeds ermöglicht.

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