Netz-Recherche: nützliche Browser-Erweiterungen

In meinem Chrome sind derzeit einige Erweiterungen aktiv, die ich testweise installiert habe, um sie für ein bestimmtes Thema zu untersuchen: wie trage ich Informationen aus dem Netz zusammen, um ein Dossier zu einem bestimmten Thema zu erstellen, worüber ich an einer bestimmten Stelle dann schreiben möchte? Kein ganz einfaches Thema, wie es scheint und eine Allround-Killer-Applikation habe ich bisher auch noch nicht gefunden.

Bilder

Im Bereich des Bloggens und des Microblogging sind es meist Bilder, die man findet und per Schrei ins Web posten möchte. Dazu gibts natürlich tausende Erweiterungen, wie zum Beispiel Shareaholic oder diverse Share-Buttons direkt auf den Webseiten. Möchte ich aber noch ein paar Zeilen dazu schreiben, dann muss ich das Bild irgendwo temporär aufheben und später einfach von diesem Ort in meinen Artikel einbinden können.

Eine Möglichkeit wäre, das präferierte Bild zu Flickr hochzuladen (mit dieser Erweiterung) und direkt im Browser – wo immer ich auch bin – wieder aufzurufen (mit jener Erweiterung). Zum Durchstöbern und Bilder finden ist Flickr Popup eine prima Erweiterung, doch kann ich die dort gefundenen und aufgerufenen Bilder nicht ohne weiteres einbinden – da hilft nur ein extra Besuch auf der richtigen Flickr-Seite, den ich mir aber eigentlich ersparen will. Ohnehin eignet sich Flickr nicht allzu gut für diese Aufgabe.

Mit Picasa sieht es nicht viel anders aus: auch hier gibt es eine ordentliche und praktische Chrome-Erweiterung (Picasa Quick Viewer), die das Einbetten oder Verlinken der herausgesuchten Bilder jedoch ebensowenig erlaubt.

Texte

Was reine Texte angeht, sind die Möglichkeiten vielfältiger. Hier gibt es zig Erweiterungen, mit denen man markierten Text flink in einem Notizbuch ablegen kann. Nachteil ist jedoch bei den meisten, dass man wirklich „nur“ reinen Text ablegen kann und sich die Anwendung dabei oft nicht merkt, woher der Auszug stammt.

Multimedial

Es braucht also eine Anwendung, die verschiedene Typen von Medien aufnimmt, abspeichert und sich bestenfalls noch merkt, woher der Auszug stammt. Da gibt es tatsächlich ebenfalls recht gute Anwendungen und eben diese taugen auch zu der eingangs gestellten Aufgabe, ein Dossier zu erstellen – sei es nun für einen Artikel, eine Präsentation oder sonstiges.

Ich habe viel herum gesucht und letztlich drei interessante Anwendungen gefunden:

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Image via CrunchBase

Memonic

Dies ist noch ein recht junges, aber auch sehr vielversprechendes Projekt. Zum Sammeln von Daten setzt es (wenn man will) auf eine Browser-Erweiterung, mit der man verschiedene Bereiche der gerade aktiven Seite anklicken kann – diese Bereiche und damit auch der Inhalt werden dann an Memonic geschickt und automatisch eine neue Notiz angelegt. Diese kann alles mögliche enthalten: Bilder, Videos, Text oder Navigationselemente einer Seite, etc. Nicht schlecht also auch für Webdesigner, die eine Inspiration auf einer Seite finden und sich das aufheben wollen.

Der Vorteil: Ich kann auf der gerade interessanten Seite so viele Bereiche sammeln, wie ich möchte, und schicke alles zusammen dann an memonic. Nachteil allerdings: das funktioniert nur auf der gerade offenen Seite; rufe ich die nächste auf und sammel dort etwas ein, legt memonic eine neue Notiz an. Das Bearbeiten, Erweitern und Zusammenlegen von Notizen ist eher umständlich. Will ich mit memonic also ein Dossier erstellen, ist es einfacher und schneller, mehrere Notizen zum Thema zu erstellen und sie mit Schlagwörtern zu einem Set zu vereinen, das ich dann abarbeiten muss, um alle Infos zusammen zu tragen.

Der Service ist allerdings auch noch jung und befindet sich im Beta-Status. Schon jetzt zeigt er viel Potential und gewährt Zugriff über eine breit gefächerte Palette an Plattformen und Software. Wer Evernote kennt, kann in memonic einen Konkurrenten sehen.

Snippy

Dieses Teil funktioniert ganz ähnlich wie memonic: man klickt das Icon der Erweiterung an und kann dann verschiedene (und auch mehrere) Bereiche der aktuellen Seite auswählen und eine Notiz daraus erstellen. Tragischerweise fehlt auch hier die Funktion, eine ältere Notiz aufzurufen und neue Infos hinzuzufügen.

Dafür kann man erstellte Notizen an Google Docs senden, mit denen man im Netz recht viel anfangen kann und so ein wenig besser strukturierte Dossiers erstellen kann. Genauso wie memonic merkt sich auch Snippy woher die Informationen kommen.

Alles in allem eine sparsamere Alternative zu memonic und Evernote, die eng mit Google-Anwendungen verzahnt ist.

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Image via CrunchBase

Evernote

Mein Favorit und immer noch die beste Anwendung zum Sammeln und Sortieren von Daten. Der große Vorteil besteht in Erweiterungen für alle gängigen Browser plus Desktop-Anwendungen für Windows und Mac sowie diverse mobile Endgeräte.

Die Auswahl der Infos auf der aktuellen Seite erfolgt dabei ein wenig anders als bei den gerade genannten: statt zuerst auf die Erweiterung zu klicken, markiert man mit dem normalen Text-Cursor, was man haben will und klickt dann auf die Erweiterung. Das hat allerdings den Nachteil, dass ich nicht mehrere Elemente einer Seite in derselben Notiz speichern kann. Dazu kommt das bereits bekannte Problem, dass man Infos verschiedener Seiten nicht gleich zu einer bereits vorhandenen Notiz hinzufügen kann.

Dafür merkt sich auch Evernote, von welcher Seite die Infos kommen und kann dazu auch noch die Notizen als Klartext durchsuchen – das funktioniert sogar bei Bildern, in denen Text enthalten ist.

Die gesammelten Infos verarbeiten

Habe ich nun also eines der drei letztgenannten Produkte verwendet, habe ich nun eine Sammlung von ein oder mehreren Notizen zu demselben Thema. Schreibe ich nun zum Beispiel in WordPress einen Artikel, muss ich zwischen den Tabs des Browser hin und her klicken und die Infos per copy&paste zusammen pappen.

Immerhin gibt es per Browser-Erweiterung noch eine kleine Hilfe, durch die ich zwei Tabs nebeneinander platzieren kann. So lässt sich wenigstens noch ein wenig Klickarbeit sparen.

Für Artikelschreiber (vor allem unter WordPress) ist der Service Zemanta möglicherweise ebenfalls einen Blick wert. Einmal installiert, integriert er sich in die WordPress-Oberfläche und versorgt den Verfasser während dem Schreiben mit zusätzlichem Material. Seien es nun Links zu den offiziellen Seiten, Bilder oder Tag-Vorschläge. Das Ganze ist recht praktisch, funktioniert zum Beispiel auch bei Google Mail, ist aber noch nicht für jeden sinnvoll. Momentan werden zum Beispiel hauptsächlich englischsprachige Seiten nach passenden Inhalten durchsucht.

Fazit

Die oben vorgestellten Erweiterungen können das Sammeln und Verwerten von Informationen, deren Zusammenstellung und damit das Anlegen von Dossiers zu einem bestimmten Thema enorm vereinfachen. Die absolute Killer-Anwendung, die ich mir wie eine Kreuzung aus Mindmap und Notizbuch mit einer praktischen Browser-Erweiterung vorstelle, scheint es aber noch nicht zu geben.

Enhanced by Zemanta

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