Die Unsterblichen II – Der Antagonist. Produktionstagebuch, Teil 10

Mittwoch, 16.09.2009

Im Gegensatz zur Nachsynchronisation zog sich die musikalische Untermalung über einen sehr langen Zeitraum hin. Grund war unter anderem auch die berufliche Verpflichtung Marikas, die ihre Zeit sehr begrenzte. Ebenso schwierig war die Auswahl des Musikstils und der Stücke selbst.

Durch den Vorschlag einer Bekannten bekam ich die Möglichkeit, für die Vertonung ein Orchester zu engagieren, was mich natürlich sehr begeisterte. Zwar verlangte das Ensemble für einen Notensatz ca. 100 Euro, doch das wollte ich angesichts der einmaligen Chance in Kauf nehmen. Ich setzte mich mit dem Dirigenten in Verbindung, doch leider bekam ich von diesem nie eine Antwort. Wir setzten also wieder auf selbst gemachte Musik. Marika wartete mit einigen sehr schönen Stücken auf, doch leider war für die meisten im Film kein Raum, da wir zu wenig Aufnahmen hatten, in denen nichts passierte.

Genauer gesagt: es gab zuviele Szenen, in denen Handlung oder Gespräche vorkamen und zu wenig nachdenkliche Situationen, in denen man zum Beispiel ein musikalisches Thema hätte unterbringen können. Wir verwarfen also die Idee, jedem Hauptdarsteller ein eigenes Thema zu spendieren und konzentrierten uns auf untermalende Musik. In mehreren Sessions arbeitete sich Marika also durch den Film und entwarf einige Musikstücke, die zum Teil komplett am PC entstanden, zum anderen Teil von Lennard eingespielte Instrumente beinhalteten. Die meisten davon wurden am Ende von mir übernommen, einige wenige musste ich wieder heraus nehmen.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Soundtrack, wenngleich sich letztendlich mehr orchestrale und instrumentale Stücke dabei befinden, als ich ursprünglich geplant hatte. Ein letztes Hindernis stellte das Lied für den Abspann des Films dar. Hier wollte ich noch einmal etwas rockiges von einer Band eingespielt haben. Ich schrieb dafür eigens einen Songtext, der als Duett von Marika und Ireen eingesungen werden sollte. Marika äußerte Bedenken, da der Text auf Deutsch war und er ihrer Meinung nach zu sehr vom Abspann ablenken könne, da es im gleichen Moment des Zuhörens auch auf das Lesen ankäme. Ich stimmte ihr zu und übersetzte den Text also auf Englisch. Leider kam Marika zu keinem Ergebnis, das sie und mich befriedigen konnte und so musste ich mich ein weiteres Mal nach Alternativen umsehen, was wiederum viel Zeit kostete.

Zwei Bands kamen in Frage, doch erhielt ich von beiden gezwungener Maßen Absagen. Zwar hatten beide Bands Lust, die Aufgabe zu übernehmen, doch keine hatte genug Zeit, es umzusetzen. Ich verabschiedete mich also erneut von meinen ehrgeizigen Plänen und nahm das Lied zum Abspann selbst in die Hand. Herausgekommen ist ein Song, der weitaus weniger rockiger und abwechslungsreicher ist, wie ich ursprünglich beabsichtigt hatte, und auch ohne Gesang auskommen muss, doch wenigstens konnte ich eine Stimmung aufbauen, die zum Film und zum Abspann passt.

Ich wollte mich einfach nicht länger mit einer einzigen Sache aufhalten, die tatsächlich das letzte Element war, das in der Nachproduktion noch fehlte.

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